Bei KTM war das Aufatmen groß, als die defektanfälligen Motoren endlich geöffnet und somit die Zuverlässigkeitsprobleme behoben werden durften. Beim MotoGP-Rennen in Aragon am Wochenende kamen diese verbesserten Aggregate erstmals zum Einsatz, und funktionierten. Doch nun in Misano könnte sich sogar mehr als nur eine Steigerung der Zuverlässigkeit ergeben. Das lässt zumindest der Testfahrer aus Mattighofen durchblicken.

Verbesserte Zuverlässigkeit: Muss KTM-Motoren nicht mehr drosseln?

Aufgrund des Fehlens von Maverick Vinales tritt Pol Espargaro nun wieder regelmäßig als Ersatzpilot bei den Grand Prix der Königsklasse an. Dementsprechend muss er sich den Medienpflichten widmen und äußerte sich dabei auch zur Motorenthematik. Dabei wurde er auf eine interessante Theorie angesprochen.

Die Hintergründe zum, spät aber doch erlaubten, Eingriff in die Motoren erklären wir euch in unserem Video:

KTM-Gegner stimmen zu: MotoGP-Motoren dürfen adaptiert werden! (08:03 Min.)

Demnach würde KTM nach dem erfolgreichen Testlauf in Aragon nun auch leistungsmäßig profitieren, da die Motoren zuvor aufgrund der Angst vor Defekten um schätzungsweise 500 Umdrehungen gedrosselt worden seien. Espargaro wirkte von dieser Theorie erstmal ein wenig erschlagen. "Ich habe keine Ahnung, wie es mit den Drehzahlen weitergehen wird", meinte der Katalane. Doch dann gab er doch einige Dinge an, wonach an der Theorie etwas dran sein könnte.

Pol Espargaro lässt durchblicken: MotoGP-Aggregat drehte oft in den Begrenzer

"Ich hoffe es. Das wäre schön, denn wenn man hohe Drehzahlen erreicht, ist es nicht nur das, was sich die Leute vorstellen - der 5. und 6. Gang und die Höchstgeschwindigkeit. Das ist eigentlich das, was man am wenigsten bekommt", ließ er uns zunächst wissen.

Ersatzpilot Pol Espargaro erhofft sich mehr Power, Foto: KTM Media Library / Rob Gray
Ersatzpilot Pol Espargaro erhofft sich mehr Power, Foto: KTM Media Library / Rob Gray

Dann verriet er doch ein spannendes Detail: "Wovon man mehr profitiert, ist, dass man das Getriebe manchmal anders schalten muss, weil man so oft an die [Drehzahl-]Grenze stößt und einem diese 500 Umdrehungen fehlen, um in die nächste Kurve zu kommen." Dadurch bestätigt Espargaro also zumindest, dass die RC16 derzeit tatsächlich häufiger in den Drehzahlbegrenzer kommt. Ob dieser allerdings absichtlich aufgrund der Zuverlässigkeit nach unten korrigiert wurde und nun wieder höher eingestellt werden darf, ist dadurch nicht zu bestätigen. In der Gerüchteküche des Paddocks wurde dieses Thema aber sehr heiß gekocht.

Gute Beschleunigung gefragt: Mehr Drehzahl in Misano gern gesehen

Der Test-Pilot malt sich freudig die mögliche Wirkung auf dem World Circuit Marco Simoncelli aus: "Wenn wir das in Misano bekommen, wäre das fantastisch, denn Misano ist eine Strecke mit sehr gutem Grip, auf der man viel Beschleunigung braucht, und ein paar zusätzliche Umdrehungen würden da sehr helfen." Die KTMs sollten also am Wochenende mit Spannung beobachtet werden. Vielleicht drehen sie im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich auf.

Wenn ihr wissen wollt, wann und wo ihr das Wochenende in Misano verfolgen könnt, so haben wir hier alle Infos für euch zusammengefasst: