Monza war für McLaren ein Reality-Check nach den beiden Siegen von Lando Norris vor und nach der Sommerpause. Zwar nicht unterlegen, aber dennoch chancenlos im Kampf um den Sieg zeigten sich die beiden Papaya-Boliden, die letztendlich auch richtigerweise nicht auf dem Podium landeten.
In Madrid verspricht der Start in das Formel-1-Wochenende kaum Besserung - eher sogar das Gegenteil. Denn in den beiden Trainings am Freitag spielten Norris und Piastri erneut keine Rolle, stattdessen untermauerte Mercedes mit zwei Bestzeiten seine Favoritenstellung, mit einzelnen Zwischentönen von Ferrari und mit etwas Entfernung als weiterer Verfolger Max Verstappen.
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Oscar Piastri musste sich im aufgrund der Streckenentwicklung deutlich aussagekräftigeren zweiten Training zusätzlich auch noch hinter dem überraschend starken Racing Bull von Arvid Lindblad (P4) einreihen, was gleichbedeutend mit P7 ist. Sein Rückstand: 0,538 Sekunden. Bereits in Monza hatte er etwa eine halbe Sekunde am Freitag verloren, im Qualifying kam er bis an zwei Zehntelsekunden an die Polezeit heran.
"Definitiv ein großer Verlust": Lando Norris verpasst komplettes FP2 in Spanien
Doch noch mehr Arbeit als mit der Pace des Australiers hatten die McLaren-Mechaniker im wörtlichsten Sinne mit dessen Teamkollegen. Lando Norris meldete schon auf seiner zweiten Runde in FP2 ein Problem am Getriebe. An der Box bestätigte sich anschließend der Ernstfall: Das Getriebe musste getauscht werden. Keine Aufgabe, die man so einfach innerhalb der einen Trainingsstunde hinkriegt, auch wenn man den Versuch dazu unternahm. Entsprechend war das wichtige zweite Training für den Formel-1-Weltmeister schon sehr früh vorbei.
McLarens Performance-Technikdirektor Mark Temple fürchtet, dass diese verpasste Trainingszeit sich noch über den Tag hinaus bemerkbar machen könnte. "Das bringt Lando sicher etwas ins Hintertreffen vor dem dritten Training. Es ist definitiv ein großer Verlust", so Temple. Er ließ durchblicken, dass man am Samstag das Trainingsprogramm für Norris anpassen werde, damit er mehr Runden auf der neuen Strecke fahren könnte.
Die Formel 1 in der Grainingfalle - McLaren ganz besonders?
Oscar Piastri hingegen konnte das Training zwar bis zum Ende fahren, er litt dabei aber an viel Reifenkörnung. "Es war ein Albtraum, zu versuchen, die Reifen mit dem Graining zu managen. Viele Kurven waren damit sehr schwierig." Graining war am Freitag nicht nur für den McLaren-Fahrer ein Problem, sondern es zog sich quer durch das Feld.
Reifenhersteller Pirelli geht davon aus, dass das Problem auch für das restliche Wochenende bestehen bleibt, da es aus dem ungewöhnlich hohen Grip der sehr frisch asphaltierten Strecke resultiert. Auch künstliche Alterungsmethoden am Streckenbelag konnten das im Vorfeld des Grands Prix nicht grundlegend ändern.
Piastri fürchtet, dass das Graining-Problem den McLaren stärker betrifft als die Konkurrenz. "Ich denke, es ist schlimmer bei uns als bei einigen anderen. Das ist natürlich nicht gut. Was das Setup angeht, können wir ein paar Dinge machen, aber leider nichts Großes."
Auto-Konzept: Deshalb liegt McLaren der Madring nicht
McLaren ging schon mit der Erwartungshaltung nach Madrid, dass die Strecke grundsätzlich dem Auto nicht liegen würde. Denn der MCL40 mag mittelschnelle bis schnelle langgezogene Kurven. Auf dem semi-permanenten Kurs rund um das Messegelände von Madrid gibt es diese mit Ausnahme der schlagzeilenträchtigen Monumental-Steilkurve nicht. Die Strecke besteht hauptsächlich aus langsamen Schikanen und Kurven, sowie schnellen Knicks. Eine Schwachstelle, die schon im Konzept des Autos versteckt liegt und sich mit dem Setup nur lindern lässt, nicht aber ausgleichen.
Sollten sich diese Prognosen bewahrheiten - und im Moment deutet alles darauf hin – dann bedeutet das wohl das Ende von Lando Norris' Titelchancen. Nicht nur liegt er bereits jetzt mit noch planmäßig zehn zu fahrenden Rennen 96 Punkte hinter Andrea Kimi Antonelli, mit Baku und Singapur stehen innerhalb des nächsten Monats auch noch zwei Strecken mit ähnlichen Charakteristiken vor der Tür.



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