Honda stellt die Weichen für die Zukunft seines Formel-1-Engagements: Im Rahmen eines von den Japanern als "geplanter Übergang" bezeichneten Führungswechsels übernimmt Yoichiro Fukao zum 1. Oktober 2026 die Leitung des Power-Unit-Entwicklungsprogramms.
Er folgt auf Tetsushi Kakuda, der die Entwicklung von Hondas F1-Power-Unit für 2026 geleitet hat. Fukao war zuletzt Kakudas Stellvertreter und gehört wie sein Vorgänger seit über zwei Jahrzehnten zum Motorsport-Kader des japanischen Herstellers. In dieser Zeit durchlief er verschiedene Schlüsselpositionen in den F1- und MotoGP-Programmen.
Steckbrief: Yoichiro Fukao
- 2002: Eintritt bei der Honda Motor Co., Ltd.
- 2002: Honda R&D Co., Ltd. (Tochigi) – F1-Projekt / Entwicklung von Motor- & Getriebesteuerungssystemen
- 2009: Honda R&D Co., Ltd. (Tochigi) – Entwicklung von Serien-Hybridsystemen
- 2009: Honda R&D Co., Ltd. (Asaka) – MotoGP-Projekt / Entwicklung von Steuerungssystemen
- 2011: Honda R&D Co., Ltd. (Tochigi) – Entwicklung von Serien-Hybridsystemen
- 2014: Honda R&D Co., Ltd. (Tochigi) – F1-Projekt / Entwicklungsleiter Steuerungssysteme
- 2017: Honda R&D Co., Ltd. (Tochigi) – F1-Projekt / Stellvertretender Projektleiter, Entwicklungsleiter Steuerungssysteme & Leiter Sakura Mission Room (SMR)
- 2022–heute: Honda Racing Corporation (HRC) – F1-Projekt / Stellvertretender Projektleiter & Entwicklungsleiter Steuerung
Honda reagiert auf Motoren-Änderungen ab F1-Saison 2027
"Nach der Einführung des neuen Motoren-Reglements im Jahr 2026 und im Hinblick auf weitere erwartete Regeländerungen ab 2027 strebt Honda danach, durch den frühzeitigen Wechsel zur neuen Struktur einen robusten Entwicklungsrahmen zu schaffen und eine wettbewerbsfähige Power Unit zu liefern", teilte der Hersteller am Montag in einer Pressemitteilung mit. Im Juni gab die FIA grünes Licht für Regeländerung an den F1-Power-Units für die kommenden beiden Jahre.
Diese sieht vor, dass der Power-Split, der aktuell 53/47 zugunsten des Verbrennungsmotors beträgt, in zwei Schritten auf 60/40 angehoben wird. Der Benzin-Durchfluss steigt 2027 um fünf Prozent, für 2028 wird er um insgesamt 13 Prozent angehoben. Gleichzeitig steigt auch die maximale Ladeleistung schrittweise auf 375 bzw. 400 Kilowatt. Der maximale Power-Einsatz der MGU-K sinkt 2027 auf 300 Kilowatt.
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Anhaltende Leistungsprobleme belasten Partnerschaft mit Aston Martin
Der Personalwechsel erfolgt in einer sportlich schwierigen Phase für Honda und Aston Martin. Trotz Update in Zandvoort hinkt die Power Unit weiterhin in puncto Maximalleistung hinterher. "Unsere größte Limitation sind weiterhin die Fahrbarkeit und die Leistung", kritisierte Lance Stroll nach dem Q1-Aus in Zandvoort.
Beim darauffolgenden Rennwochenende in Monza folgte mit dem insgesamt 100. Q1-Aus ein neuer Negativrekord für den Kanadier. Fernando Alonso sieht die Verantwortung ebenfalls in Japan: "Wir sind auf große Änderungen in der Fabrik und bei der Software angewiesen – das muss direkt von Honda kommen."
Mit lediglich drei Punkten rangiert Aston Martin derzeit auf dem vorletzten Platz der Konstrukteurswertung. Die schwache Performance gilt auch als Grund dafür, warum Alonso seine Entscheidung über eine Verlängerung seiner Karriere hinauszögert.
Am Rande des Spanien-GP in Madrid schaltete sich bereits FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem ein und bezeichnete einen möglichen Alonso-Rücktritt aufgrund des schwächelnden Aston-Honda-Projekts als "inakzeptabel" und stellte sogar Unterstützung in Aussicht - ohne Details zu nennen. Ob die personelle Neuaufstellung bei Honda kurzfristig für etwas Ruhe sorgen kann, bleibt abzuwarten.



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