Das Formel-1-Rennen auf dem Madring hat mehr als enttäuscht. Keine Action, kein Überholen, nichts passiert. Aber gute Nachrichten für alle Fans: Wir können den Spanien-GP direkt vergessen und uns auf das wahre Motorsport-Highlight der Septembermitte freuen: Morgen findet "Max vs. 100" statt! Alles, was ihr dazu wissen müsst, verrät euch Motorsport-Magazin.com!
Was ist "Max vs. 100"?
Red Bull ist bekannt für seine oft verrückten Challenges. Morgen stellt das Team seinen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen vor eine der größten Herausforderungen seiner Motorsport-Karriere: Bei "Max vs. 100" muss er 100 Karts im Alleingang überholen. Die einzige Aufgabe, die seine Gegner haben, ist, den vierfachen Champion hinter sich zu halten. Mit 101 Teilnehmern, in etwa das Dreifache eines normalen Starterfelds, ist das Event das größte Kartrennen der Welt.
Wann und wo findet das Kart-Spektakel statt? Wer überträgt "Max vs. 100" live?
"Max vs. 100" findet am 16. September, also morgen, statt. Austragungsort des größten Kartrennens der Welt ist Silverstone, genauer gesagt die Kartbahn direkt an der Traditionsrennstrecke. Wer live beim Red-Bull-Spektakel zusehen möchte, kann das auf Disney+. Die Übertragung beim Streaming-Dienst beginnt bei uns um 18 Uhr und dauert laut Plan zwei Stunden. Dafür braucht man allerdings ein Abo.

Was sind die Regeln bei "Max vs. 100"?
Die Regeln sind grundsätzlich recht simpel: Verstappen startet als Letzter und muss innerhalb von 30 Runden an jedem einzelnen der 100 vor ihm startenden Karts vorbeikommen, um zu gewinnen. Das Überholmanöver gilt als vollzogen, sobald Verstappens Heck vor der Front des Gegners ist. Wird ein Fahrer überholt, scheidet er aus, muss bei der nächsten Gelegenheit in die Boxengasse abbiegen und abstellen. Das Feld minimiert sich also stetig.
Alle 101 Karts sind identisch, Modifikationen sind nicht erlaubt. Im Kartsport spielt Gewicht eine große Rolle. Deshalb wird bei "Max vs. 100" egalisiert. Der Fahrer mit der vollen Ausrüstung (Helm und Anzug) muss mindestens 85 Kilogramm wiegen. Wer das nicht auf die Waage bringt, bekommt von den Organisatoren zusätzlichen Ballast. Der wird versiegelt und willkürlich kontrolliert, um Betrug zu vermeiden.
Wer sind Max Verstappens 100 Gegner? Wer fährt für Deutschland, Österreich und die Schweiz?
100 Gegner in 30 Runden zu überholen, klingt sogar für Verstappen mit über 10 Jahren Kart-Erfahrung und einem Europa- sowie Weltmeistertitel nach einer unmöglichen Herausforderung. Um die Umstände etwas fairer zu gestalten, wird er daher gegen Amateure antreten.

Die Herausforderer setzen sich aus Menschen mit verschiedensten Hintergründen zusammen: Von normalen Fans, über Influencer, YouTuber, Streamer bis hin zu Athleten aus dem Red-Bull-Kader ist alles dabei. Aber nur weil sie keine Profis im Kartsport sind, heißt das nicht, dass sie nichts mit Motorsport am Hut haben. Mit Si Hyun Park ist beispielsweise eine Drifterin aus Südkorea am Start.
Die Amateure kommen aus allen möglichen Teilen der Welt: Die meisten sind aus Europa und Nordamerika, aber jeder Kontinent ist vertreten. Deutschland wird durch E-Sportler Amar Al Naimi, Ultramarathonläufer Arda Saatçi und Leichtathlet Leo Neugebauer vertreten. Österreich schickt nur einen Mann nach Silverstone: Jonathan Balchin, besser bekannt als AustrianKiwi, ist eigentlich Neuseeländer, aber schon seit Jahren ein bekannter Content-Creator in der Alpenrepublik und hat in dieser Funktion bereits mit Red Bull zusammengearbeitet. Lifestyle-Influencerin Julia Haller repräsentiert die Schweiz. Die ganze Starterliste gibt es auf der Red-Bull-Website.
Was sind die Besonderheiten bei der Red-Bull-Challenge von Max Verstappen?
Was wäre eine Challenge ohne Spezial-Regeln? Bei "Max vs. 100" haben die Herausforderer in der ersten Halbzeit des Rennens einen Joker: Sie dürfen einmal eine "Fast Lap" nehmen, also eine Abkürzung, um den Klauen des vierfachen Formel-1-Weltmeisters zu entkommen. Nach den ersten 15 Runden bekommt Verstappen aber eine ganz eigene Abkürzung, die er einmal verwenden darf. Im Rennen kommt es also nicht nur auf pure Pace an, sondern auch auf Strategie.

Zusätzlich kann Verstappen seine Gegner mental fertigmachen, denn er kann das ganze Rennen über mit allen 100 per Funk kommunizieren. Seine Funksprüche, die hoffentlich nicht allzu explizit werden, sind ebenso in der Übertragung zu hören.
Wie sieht die Strecke in Silverstone für "Max vs. 100" aus?
Die Strecke besteht aus zwei Teilen: Einerseits wird die bereits vorhandene Kartbahn am Silverstone Circuit für die Challenge genutzt. Da bei der Startaufstellung aber 101 Fahrzeuge Platz haben müssen und der Grid auf der normalen Kartbahn dafür einfach zu klein ist, musste die Strecke erweitert werden. Außerdem wollte Streckenarchitekt und "Max vs. 100"-Renndirektor David Terrien einen technischen Teil hinzufügen, um Verstappens Können ins Rampenlicht zu rücken.
Deshalb werden Teile der Wellington-Gerade und Brooklands (Kurve sechs) mitverwendet. "Noch nie wurde ein Kurs für 100 Fahrer gleichzeitig gebaut", so Terrien. "Weil die Strecke temporär ist, hatten wir viele Freiheiten mit dem Design. Wir haben einige technische Bereiche eingebaut, nicht um Max zu bevorzugen, sondern um seine Fähigkeiten hervorzuheben."

Wie bereiten sich Max Verstappen und die 100 vor? Kann Verstappen gewinnen?
Wie sieht aber die Vorbereitung aus? Ein Großteil der 100 Amateure ist bereits heute zuerst in Milton Keynes und dann in Silverstone eingetroffen. Am Dienstag war Trainingstag, bevor es morgen ernst wird. Sie haben die Strecke kennengelernt, ein Training sowie Qualifying absolviert und einen Testlauf mit 50 Herausforderern durchgeführt. In der Rolle des Max Verstappen war Arvid Lindblad. Der Racing-Bulls-Rookie hat die Challenge beinahe gemeistert. Am Ende konnte er nur einen Amateur nicht überholen.
Am Tag der Entscheidung werden die 100 Teilnehmer zuerst ein Qualifying fahren, um ihre Startpositionen zu fixieren. Damit haben sie schon ordentlich Erfahrung auf der Kartbahn. Verstappen nicht. Die braucht er aber auch nicht, wie er meint: "Ich bin von meinem vierten bis zu meinem 15. Lebensjahr Go-Kart gefahren, also gibt es für mich keine Ausrede zu sagen: 'Oh, ich brauche mehr Training' oder 'Ich brauche mehr Zeit'. Wenn ich dort ankomme, geht es einfach darum, die Strecke kennenzulernen, mich an den Grip der Karts zu gewöhnen und das war's. Viel mehr kann ich nicht tun, aber ich weiß ganz sicher, dass einige von ihnen auch sehr schnell sein werden."
Vor einem Monat hat sich Oliver Bearman der gleichen Challenge nur mit 50 Fahrern und einem Zeitlimit von zehn Minuten gestellt. Er konnte nur fünf Fahrer nicht überholen. Red Bulls Sim-Fahrer Sebastian Loeb hat bereits einen Testlauf durchgemacht und das Rennen gewonnen. Was er Verstappen rät und was der vierfache Weltmeister selbst noch so zu seinen Chancen gesagt hat, könnt ihr im folgenden Artikel lesen:



diese Formel 1 Nachricht