Der Große Preis von Aserbaidschan 2026 findet nicht wie gewohnt am Sonntag statt, sondern bereits am Samstag. Für eingefleischte Formel 1-Fans ist ein Grand Prix am Samstag jedoch nichts, was es in der 76-jährigen Geschichte des Sports nicht schon gegeben hätte. Dennoch bringt Baku den gewohnten Rhythmus - Medientag am Donnerstag, Freie Trainings am Freitag, Qualifying am Samstag und Rennen am Sonntag – gehörig durcheinander.
In diesem Jahr rückt im Baku-Zeitplan alles um 24 Stunden nach vorne. Der Grund ist ein nationaler Gedenktag für die Opfer des zweiten Krieges um Bergkarabach: Der sogenannte "Vaterländische Krieg" begann am 27. September 2020 und dauerte 44 Tage. Um nicht am Gedenktag selbst zu fahren, wandert der Rennsonntag auf den Samstag.
So läuft das Formel-1-Wochenende in Baku ab
- Mittwoch: Medientag
- Donnerstag: 1. Freies Training (10:30 Uhr), 2. Freies Training (14:00 Uhr)
- Freitag: 3. Freies Training (10:30 Uhr), Qualifying (14:00 Uhr)
- Samstag, 26. September: Rennen (13:00 Uhr)
F1-Rennen am Samstag? Kein Tabubruch!
Historisch betrachtet ist ein Samstagsrennen alles andere als ein Tabubruch in der Königsklasse. Schon das erste Formel-1-Rennen überhaupt fand an einem Samstag statt: am 13. Mai 1950 in Silverstone. Der Große Preis von Großbritannien ging zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren, wenn er in Silverstone ausgetragen wurde, traditionell samstags über die Bühne; erst 1983 schalteten die Ampeln dort ein letztes Mal an einem Samstag auf Grün.
Auch der Große Preis von Südafrika - zunächst auf dem Prince George Circuit und danach in Kyalami - wurde zwischen 1962 und 1985 18-mal an einem Samstag ausgetragen. Fun Fact: 1965 fand das Rennen am 1. Januar und damit an einem Freitag statt, 1967 und 1968 war es jeweils ein Montag. Erst 38 Jahre später kehrte der Samstagscircus zurück. Bereits 1981 und 1982 wurden legendären Rennen auf dem Parkplatz des Caesars Palace in Las Vegas bewusst auf einen Samstag gelegt, um den US-TV-Markt optimal zu bedienen.
Seit Jahren schon sucht Südafrika den Weg zurück in den F1-Kalender. Doch ein Rennen in unmittelbarer Zukunft ist nicht in Sicht. Die Gründe gibt's in diesem Artikel:
Bei der Rückkehr des Las Vegas GP 2023 spielten für die Ansetzungszeiten erneut kommerzielle Gründe eine Rolle: Durch den Start am Samstagabend Ortszeit ist das Rennen auf dem Las Vegas Strip in Mitteleuropa am Sonntagmorgen zu sehen. Ein Rennstart am Sonntagabend Ortszeit hätte bedeutet, dass das Rennen in Europa an einem Arbeitsmontag zu sehen ist und folge dessen einen Quotenabsturz.
Geschichtsträchtig aus mehreren Gründen: Kanada 1969
Mit Sebring (1959) gab es in der F1-Geschichte ein weiteres US-Rennen an einem Samstag. Auch der Große Preis von Kanada1969 im Mosport Park fand samstags statt und ging an Jacky Ickx. Unvergessen ist das Rennen vor allem wegen Victor "Al" Peace: Er wurde wegen mangelnder Konkurrenzfähigkeit disqualifiziert und ist bis heute der einzige Pilot der F1-Geschichte, der wegen zu langsamen Fahrens disqualifiziert wurde.
Auf europäischen Boden ging der Große der Niederlande 1969 und 1982 an einem Samstag über die Bühne. Interessant: Dreimal (1958, 1960, 1961) wurde in Zandvoort an einem Montag gefahren. 1978 wurde auch der Große Preis von Schweden in Anderstorp an einem Samstag ausgetragen – der Sieger hieß damals Niki Lauda. In der Neuzeit reihten sich 2024 die Großen Preise von Bahrain und Saudi-Arabien in die prominenten Samstagsrennen ein.
Da der Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan auf den Rennsonntag fiel, verlegte man das Rennen in Jeddah auf Samstag. Auf Grund des Reglements, das mindestens eine Woche Pause zwischen zwei Grands Prix vorschreibt, musste auch der Saisonauftakt in Bahrain eine Woche zuvor auf den Samstag vorverlegt werden. Der Vollständigkeit halber seien auch die Indy 500 erwähnt, die von 1950 bis 1960 offiziell zur Formel-1-Weltmeisterschaft zählten: zwei Rennen (1953, 1959) fanden ebenfalls an einem Samstag statt.
Der Madring erntete bei seinem Formel-1-Debüt wegen seiner Überholfeindlichkeit viel Kritik. Macht ihn das zu einer der schlimmsten F1-Strecken? Wir haben uns die Konkurrenz angeschaut. Mehr dazu hier:



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