Die Formel 1-Saison 2027 nimmt immer konkretere Formen an. Nachdem kürzlich der Rennkalender bestätigt wurde, stimmte die F1-Kommission in ihrer Sitzung in London dem Plan zu, ab der Saison 2027 die Renndistanz zu verkürzen. Statt der bisherigen 305 Kilometer beträgt der Richtwert künftig 290 Kilometer - was 15 Kilometer oder je nach Streckenlänge eine Reduzierung um zwei bis drei Runden bedeutet.
Bereits Anfang September hatte Motorsport-Magazin.com darüber berichtet, dass sich die Teams am Rande des GP von Italien grundsätzlich auf eine Verkürzung der Grand-Prix-Distanz geeinigt hatten. Diese Maßnahme ist eine Konsequenz der Anpassungen am Technischen Reglement, mit denen sich die Rennserie aus ihrem Hybrid-Dilemma befreien will. Gelöst wird dieses Problem durch ein sukzessives Anheben des Benzin-Durchfluss-Limits.
Ab 2027 verschiebt sich das Leistungsverhältnis auf 58:42 zugunsten des Verbrennungsmotors, ehe 2028 ein weiterer Schritt auf 60:40 folgt. Nach der Zustimmung durch die F1-Kommission muss die Statutenänderung nur noch vom FIA-Weltrat abgesegnet werden – dank der Unterstützung aller elf Teams gilt dies jedoch als reine Formsache.
Kehrt der echte Formel-1-Sound zurück? Die Diskussionen um das F1-Motorenreglement ab 2030 laufen bereits auf Hochtouren. Den aktuellen Stand erfährst du in diesem Video:
Flexible Trainingszeiten, Getriebe-Entwicklung freigegeben
Ab 2027 ändern sich zudem die Regeln für Rennen, die durch Regen oder Unfälle unterbrochen werden. Das bisherige Gesamtzeitfenster von drei Stunden zwischen Start und Ziel - einschließlich aller Unterbrechungen - entfällt. Die maximal zulässige reine Rennzeit von zwei Stunden bleibt hingegen bestehen. Stattdessen wird ein fester Endzeitpunkt definiert, nach dessen Erreichen kein Rennbetrieb mehr stattfinden darf.
Diese Anpassungen wurden laut Pressemitteilung eingeführt, "um den Zuschauern auch im Falle von Unterbrechungen die bestmögliche Chance zu geben, ein vollständiges Rennen zu erleben". Darüber hinaus wurde eine größere Flexibilität bei der Verlängerung Freier Trainings im Falle von Unterbrechungen vereinbart. Zuletzt gingen im dritten Freien Training beim Großen Preis von Spanien rund 30 Minuten Fahrzeit verloren, nachdem Lewis Hamilton und Oliver Bearman gecrasht waren.
Nach Gesprächen mit der Arbeitsgruppe der Motorenhersteller und auf Empfehlung des Sporting Advisory Committee beschloss die F1-Kommission außerdem, die Homologation der Getriebe für 2027 aufzuheben. Das bedeutet, dass die Hersteller - darunter auch Aston Martin - ihre Getriebe in der kommenden Saison weiterentwickeln dürfen. Zudem wurden weitere kleine, bislang nicht näher spezifizierte Änderungen am Technischen Reglement für 2027 vorgenommen.
Bereits im Juni wurden heimlich, still und leise Anpassungen am Chassis-Reglement beschlossen. Damals war in der Pressemitteilung ebenfalls von "geringfügigen Änderungen an aerodynamischen Bauteilen und am Chassis" die Rede. Mehr dazu in diesem Artikel:
Produkt "Formel 1" wird für neue Zielgruppen zugeschnitten
Auch wenn die Kürzung der GP-Distanz primär mit den Änderungen an den Power Units zusammenhängt, passt sie allerdings auch in die Strategie, die die Formel 1 seit einiger Zeit einschlägt: den Wandel hin zu kompakteren und leichter konsumierbaren Events. Dementsprechend wurde 2027 auch die Zahl der Sprint-Rennen von sechs auf zehn erhöht.
Hinzu kommen neue Austragungsorte wie beispielsweise ein Sprint in Monaco – sowie die Rückkehr von Istanbul und Portugal -, Kooperationen von Disney bis Hollywood sowie eine verstärkte Präsenz in den sozialen Netzwerken mit Inhalten, die gezielt ein jüngeres Publikum ansprechen sollen. Auch die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Veröffentlichten Daten zufolge sind 54 Prozent der F1-Follower auf TikTok und 40 Prozent der Abonnenten auf Instagram jünger als 25 Jahre.
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