Der Formel-1-Kalender für 2027, der vergangene Woche veröffentlicht wurde, hielt einige positive Nachrichten für andere Motorsport-Events bereit. Nicht nur das Indy 500 geht an einem F1-freien-Wochenende über die Bühne – im Vorjahr war es noch direkt mit dem Kanada-GP kollidiert. Vor allem geht die Königsklasse auch allen bedeutenden Langstrecken-Rennen aus dem Weg. Darunter nicht zuletzt auch den 24 Stunden am Nürburgring, in Le Mans und in Spa.

Vor allem für Max Verstappen ist das ein Geschenk des Himmels. Der Red-Bull-Pilot startete bereits dieses Jahr beim Nürburgring 24h und kündigte schon nach dem bitteren Ausfall im Mai an, dass er mit der Nordschleife noch eine Rechnung offen hat. Gleichzeitig bekundete er schon in der Vergangenheit des Öfteren Interesse auch an den anderen 24-Stunden-Klassikern.

Max Verstappen: "Le Mans steht im Moment nicht auf meiner Liste"

Dass der Kalender ihm jetzt für 2027 diese Möglichkeiten einräumt, lässt die Hoffnungen auf einen weiteren Anlauf steigen. Vor dem Aserbaidschan-GP stellte Verstappen klar, dass er eine Teilnahme an den zwei wohl bedeutendsten GT3-Rennen auch ernsthaft in Betracht ziehe: In Spa und am Nürburgring. Den 24 Stunden von Le Mans erteilte der 71-fache Grand-Prix-Sieger jedoch eine Absage.

Auf die Frage, welche Rennen ernsthafte Optionen für 2027 seien, stellte Verstappen klar: "Nürburgring und Spa wahrscheinlich. Le Mans nicht. Das steht im Moment nicht auf meiner Liste." Schon seit Jahren ist der 28-Jährige eng mit dem GT3-Sport verbunden und absolviert regelmäßig Tests mit diversen GT3-Autos, von denen sich eine stattliche Sammlung verschiedener Hersteller in seinem Besitz befindet. Seit 2025 führt der passionierte Simracer auch sein eigenes GT3-Team, das in der GT World Challenge an den Start geht.

Gleichwohl sind die Nürburgring-Nordschleife und Spa zwei der absoluten Lieblingsstrecken des gebürtigen Belgiers. Da mag es kaum überraschen, dass diese beiden 24h-Rennen, in denen die GT3-Autos die Topklasse bilden, in seinen Augen Priorität genießen.

Trotz Freiraum im Formel-1-Kalender: Spa- und Nürburgring-24h-Start nicht garantiert

In der Grünen Hölle wird 2027 am letzten Mai-Wochenende gefahren, also zwischen den Grands Prix von Kanada und Monaco. Spa geht exakt vier Wochen später Ende Juni über die Bühne - in der freien Woche zwischen dem Portugal-Comeback und Silverstone. Le Mans wäre exakt in der Mitte - nach Monaco und vor Portimao. Acht Rennwochenenden in Serie, das ist wohl auch für den Motorsport-fanatischen Jungpapa zu viel des Guten, zumal dabei etwaige Tests und Vorbereitungseinheiten auf die 24h-Rennen noch gar nicht einberechnet sind.

Verstappen will diese Aussagen aber auch nicht als Garantie dafür verstanden wissen, dass er 2027 in Spa und am Nürburgring am Start stehen wird. "Ich habe ja schon nach dem Rennen auf der Nordschleife gesagt, dass ich zurückkommen will", sagte er in Bezug auf das Rennen in der Eifel. "Es gibt keine Überschneidungen, aber es muss trotzdem immer noch in meinem Kalender funktionieren. Dann werde ich es tun. Und Spa zu fahren, ist auch eine aufregende Möglichkeit."

Lando Norris möchte in Le Mans starten – aber nicht unbedingt 2027

Während sich in den Augen von Max Verstappen Le Mans hinter den anderen beiden bedeutenden europäischen 24h-Rennen anstellen muss, sieht bei Lando Norris die Prioritätensetzung offenbar etwas anders aus. Der amtierende Formel-1-Weltmeister macht schon seit Längerem keinen Hehl daraus, dass er gerne an der Sarthe starten möchte und wiederholte das auch nochmal in Baku.

Zuletzt testete er in Portimao auch ein McLaren-Hypercar, mit dem die Sportwagenmarke ab 2027 an der WEC teilnehmen wird. Doch daraus sollte man nicht ableiten, dass er im kommenden Jahr auch in Le Mans am Start stehen wird. Norris betonte: "Mein ganzer Fokus liegt auf der Formel 1 und dort wird er auch immer liegen."

"Wenn die Dinge zusammenkommen, dann [werde ich] vielleicht [in Le Mans starten]. Aber ich weiß nicht, ob das nächstes Jahr wäre, das Jahr danach, in drei oder in vier Jahren. Ich habe keine Ahnung und es ist auch nichts, worüber ich nachgedacht habe. Aber es ist etwas, das ich in Zukunft gerne machen würde."

Damit steht Norris natürlich nicht alleine da. Auch Charles Leclerc würde gerne eines Tages in Le Mans starten, und zwar an der Seite seines Bruders Arthur, der aktuell in der GT World Challenge einen Ferrari 296 GT3 fährt. Doch für Charles gilt dasselbe wie für Norris: "Hoffentlich wird es eines Tages passieren, aber im Moment geht mein voller Fokus auf die Formel 1."