Es geht also doch... Kaum hat die Formel 1 die Powerstrecken hinter sich gelassen, erwacht der Aston Martin wieder zum Leben. Lance Stroll und Fernando Alonso lieferten in Malaysia ihr bestes Qualifying-Ergebnis der laufenden Saison. Erstmals schafften es beide in Q2 und fuhren dann auch jeweils ihre persönlich beste Startposition ein.

"Kein Zweifel. Es ist unser bestes Wochenende in Bezug auf die Auto-Performance", ist Fernando Alonso deshalb felsenfest überzeugt. "Wir waren erstmals in Q2 und waren dort nur 1,5 Sekunden von der Spitze entfernt. Das ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung in Bezug auf die Konkurrenzfähigkeit", stellt der Spanier fest.

Aston Martin will bestes Qualifying nicht überbewerten: "Das ist nichts Neues"

Doch so groß dieser Meilenstein auch wirkt, ist es wohl doch vor allem eine Konsequenz aus dem Streckenlayout, denn seit Ungarn gab es keine maßgeblichen Nachbesserungen am AMR26 mehr. Nur der Turbolader am Honda-Motor erhielt seit Spanien ein kleines Update, das aber sogar laut dem Motorlieferanten selbst nur minimale Verbesserungen mit sich bringen soll. "Es kommt alles auf das Streckenlayout an, und auf die Anzahl an Geraden, die wir haben. Das ist nichts Neues", dämpft Alonso die Euphorie.

Zuletzt auf den Powerstrecken in Baku und Monza, aber auch auf dem Stadtkurs von Madrid, war sein Dienstwagen noch hoffnungslos unterlegen gewesen und sorgte ganz nebenbei für Ausfälle am laufenden Band - vor allem bei Lance Stroll, der seit der Sommerpause das Ziel nicht mehr erreicht hat.

In der folgenden Grafik seht ihr alle Qualifying-Positionen von Lance Stroll und Fernando Alonso in der laufenden Formel-1-Saison:

Fernando Alonso: "Warum sollten wir morgen in den Punkten sein?"

Im Juli hatte Aston Martin in Ungarn sein einziges großes Upgrade-Paket der Saison ins Rennen geschickt, welches das Team immerhin punktuell konkurrenzfähig werden ließ. Dort hatten Alonso und Stroll mit einer guten Longrun-Pace im Mittelfeld mitgekämpft, in Zandvoort hatte der Asturier dann mit etwas Glück, aber auch dank der Performance im Renntrimm, zwei Punkte geholt.

Auf dem Papier versprechen diese reifenschonenden Eigenschaften gute Aussichten für die Gummischlacht von Sepang. Denn dort sind der physische Reifenabbau als auch der thermale Reifenverschleiß so hoch wie noch nie in der laufenden Formel-1-Saison. Von einem weiteren Punkterfolg will Alonso trotzdem nicht träumen. "Wenn wir uns die ganze Saison anschauen, warum sollten wir morgen in den Punkten sein?", versteht er den Gedanken nicht.

Nicht nur, dass er die bestraften Franco Colapinto und Arvid Lindblad stärker auf der Rechnung hat, die von ganz hinten starten. Auch die Renndynamik sieht er nicht auf der Seite der Silverstone-Mannschaft. Alonso rechnet vor: "Wenn man vor anderen startet, eine Lücke herausfährt und die Reifen managt, dann könnte man ein sauberes Rennen haben. Aber wenn man hinter ihnen ist, weil man auf der ersten Runde auf den Geraden Plätze verliert, dann kann man auch nicht überholen, weil man nicht den Topspeed dafür hat. Da ist das Rennen schwer kompromittiert."

Da wären wir also wieder bei der Power Unit von Honda, die Alonso viele Hoffnungen raubt. Und Lance Stroll erst recht, der nach dem Qualifying auch nicht in Jubelstimmung verfiel und sich erinnerte: "Wir haben diese paar Events - Malaysia, Singapur… - wo wir vielleicht das Auto aus Q1 rausbringen können und auf eine Chance lauern. Aber sobald wir wieder auf die langen Geraden kommen, werden wir wieder Probleme haben." Nach vier Ausfällen in Serie ist es wohl auch ein bisschen logisch, dass seine Grundstimmung pessimistisch bleibt - Startplatz 14 hin oder her.

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