Fernando Alonso kündigte im Rahmen des vergangenen Grand-Prix-Wochenendes in Malaysia an, dass er 2027 "vielleicht" nicht nur in der Formel 1 fahren, sondern auch in anderen Rennkategorien hinter das Lenkrad greifen werde. Er sprach von einer Überraschung. Von Dingen, "die Menschen für unmöglich halten. Aber ich will die Limits von dem finden, was möglich ist", so Alonso. Genauere Details ließ sich der zweifache Le-Mans-Sieger aber nicht entlocken.
Das befeuerte wenig überraschend in den letzten Tagen vor allem in seinem Heimatland die Gerüchteküche. Spanische Medien glaubten die Überraschung schnell enttarnt zu haben. Schon am Montagabend berichtete SoyMotor, dass Alonso ein Comeback bei der Rallye Dakar plane. Erfolgen solle der Start demnach in einem zu einem Aston Martin umgebauten Prodrive-Rallyewagen.
Fernando Alonso über Dakar: "Denke nicht, dass das möglich ist"
Doch da soll nichts dran sein. Alonso widersprach vor dem Formel-1-Wochenende in Singapur diesen Meldungen deutlich: "Ich habe diese Gerüchte gelesen, aber ich denke nicht, dass das möglich ist." Der Spanier weiß, wovon er dabei spricht. Er startete schließlich schon 2020 in seiner F1-Pause in einem Toyota Hilux bei der Rallye Dakar und landete dort auf dem 13. Rang.
Wie schlug sich Alonso damals? Das könnt ihr hier nachlesen:
"Physisch ist es beinahe unmöglich, zwei so anstrengende Programme wie die Formel-1-WM und die Dakar unterzubringen", berichtet er. Die Rallye Dakar ist im kommenden Jahr vom 1. bis zum 15. Januar in der Wüste von Saudi-Arabien geplant. Aktuell steht es allerdings noch in den Sternen, ob sie angesichts der Konflikte in der Region (Jemen, Iran) nach Plan über die Bühne gehen kann. Sogar eine Rückkehr nach Afrika in Form einer verkürzten Dakar-Rallye in Marokko steht im Raum.
Doch unabhängig vom Austragungsort erfordert die Rallye Dakar sehr viel Vorbereitung - auch körperlich und mental. Schließlich sind die Fahrer über zwei Wochen mit nur wenigen Ruhetagen mitten in der Wüste den Elementen ausgesetzt. Auch Testfahrten, um sich mit den speziellen Anforderungen vertraut zu machen, gehören vor allem für wenig erfahrene Rallye-Raid-Piloten zum standardmäßigen Vorbereitungsprogramm.
Das letzte Formel-1-Rennen der Saison geht am 6. Dezember über die Bühne, was weniger als vier Wochen Vorbereitungszeit auf den Wüstenklassiker gelassen hätte. Und nur etwas mehr als einen Monat nach dem geplanten Ende der Dakar geht im Februar auch schon die Formel-1-Saison in Form des offiziellen Launches in Mailand und der Testfahrten in Bahrain wieder los.
Wie sieht der F1-Kalender 2027 aus? Hier findet ihr alle Informationen dazu - inklusive Testfahrten:
Fernando Alonso erteilt auch Nürburgring und Spa eine Absage
Wenn es die Dakar offenbar nicht ist, was für ein Rennsport-Abenteuer könnte Alonso dann im kommenden Jahr planen? Den Spuren von Max Verstappen oder seines Teamkollegen Lance Stroll wird er auf jeden Fall nicht nachfolgen, wie er vor dem Singapur-GP ebenfalls klarstellte. Beide gingen ja 2026 bei GT-Rennen an den Start. "Nicht GT3. Das habe ich noch nie probiert", sagte der Rennsport-Routinier deutlich. Ein Start bei den 24 Stunden am Nürburgring oder in Spa sind damit vom Tisch. Alonso fügte auch einen weiteren Grund dafür hinzu: "Es erfordert viel Vorbereitung."
"Das gilt für alle diese Challenges. Nur weil jemand bei diesen in der Vergangenheit gut oder konkurrenzfähig war, denken die Leute, dass sie einfach sind. Es erfordert immer viel Vorbereitung, viel Entschlossenheit und viel Glück, um dabei erfolgreich zu sein", sagte der 45-Jährige allgemein gehalten.
Wenn wir also die potenziellen 'Überraschungen' von Alonso darauf filtern, bei welchen Events er schon eine gewisse Vorerfahrung mitbringt, dann bleiben als offensichtlichste Kandidaten das Indy 500 und Langstrecken-Rennen, allen voran die 24 Stunden von Le Mans, übrig. Das IndyCar-Saisonhighlight läuft aber inklusive Trainings und Qualifying über mehrere Wochen. Das Rennen selbst findet zwar an einem F1-freien Wochenende am 30. Mai statt, aber das Qualifying sieben Tage zuvor würde direkt mit dem Kanada-GP kollidieren.
Le Mans hingegen würde sich am 13. Juni nicht mit der Königsklasse überschneiden. Da Aston Martin in der Langstrecken-WM mit der Valkyrie am Start steht, wäre auch ein Cockpit für Alonso relativ leicht zu ergattern. Aber wir wollen mal nicht zu viel spekulieren… "Wenn ich meine nächste Challenge angehe, dann werde ich es selbst ankündigen und es werden nicht nur Gerüchte sein", forderte Alonso Geduld. "Und ich werde es mit ausreichend Vorbereitung tun und mit einer ausreichenden Risikoabwägung."
In Malaysia sorgte Fernando Alonso für das beste Aston-Martin-Ergebnis der aktuellen F1-Saison. Christian Danner lobte deshalb den Kampfgeist des Spaniers.



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