Audi zeigt im letzten Saisondrittel der Formel-1-Saison 2026 einen deutlichen Knick in der Formkurve. Nach vier Punkteresultaten in Serie sprang bei den vier darauffolgenden Rennen zuletzt nur ein magerer Punkt heraus. Im Kampf um Platz sieben der Konstrukteursweltmeisterschaft hat sich mit Aston Martin jetzt auch noch ein zusätzlicher Konkurrent herauskristallisiert. Für Nico Hülkenberg kommt das in einem denkbar schlechten Moment. Nachdem die Power Unit von Audi in Malaysia letzten Sonntag deutliche Schwächen zeigte, erwartet er am Wochenende in Singapur wieder klare Nachteile.

"Malaysia hat einige neue Dinge ans Licht gebracht, und solche klimatischen Bedingungen sind für unsere Power Unit im Moment nicht gerade besonders günstig. Wir hatten auf dieser Seite definitiv einige Probleme, und hier herrschen natürlich ähnliche Verhältnisse. Auf dem Papier ist diese Strecke sicherlich weniger Power-sensitiv. Aber trotzdem, ich möchte meine persönlichen Erwartungen im Moment nicht zu hoch ansetzen", erklärt Hülkenberg im Vorfeld des 17. Rennwochenendes der Saison auf dem Marina Bay Street Circuit.

Beim Bahrain GP in Sepang hatte es Gabriel Bortoleto im Qualifying noch auf P10 geschafft. Es war der siebte Q3-Einzug für Audi in dieser Saison, doch im Rennen ging es für die Ingolstädter schon mit der Chaos-Einführungsrunde nicht gut los. "Im ersten Moment dachte ich mir natürlich: Oh Scheiße, nicht schon wieder", so Hülkenberg, der auf dem Weg in die Startaufstellung plötzlich ohne Leistung war und mit einem weiteren DNS rechnete.

Am Rennen in Melbourne sowie am Sprint in Miami konnte er wegen Problemen beim Vorstart nicht teilnehmen, in Shanghai erwischte es Bortoleto. In Malaysia realisierte Hülkenberg aber schnell, dass es diesmal kein Audi-Problem war: "Dann habe ich gesehen, dass vor mir acht Autos oder so ebenfalls im Schildkrötentempo unterwegs waren. Das war dann eher ungewöhnlich."

Audis Formel-1-Motor fehlt in der Hitze die Power

Während die Konkurrenz im Rennen das Schildkrötentempo überwinden konnte, ging es für Bortoleto und ihn rückwärts. Der Brasilianer blieb im Kampf um die Top-10 an Carlos Sainz hängen und kassierte dafür eine Strafe. Hülkenberg war in der Schlussphase nach dem letzten Restart als Neunter selber noch auf Punktekurs, wurde dann aber noch von Lando Norris und Arvid Lindblad abgefangen.

"Ich denke, wir leiden unter einem Leistungsdefizit", erklärt Hülkenberg gegenüber Motorsport-Magazin.com. Bortoleto konnte nach dem letzten Restart auch am Ende des Feldes keine Fortschritte machen und blieb auf P18. "Ich würde sagen, dass das momentan – und besonders bei den vergangenen Rennen – unsere größte Einschränkung ist", pflichtet er Hülkenberg bei.

Audi plant für die Schlussphase der Saison zwar nur noch kleine Upgrades, doch Bortoleto ist zuversichtlich, dass die Defizite bald abgestellt werden: "Diese Leute [Audi-Ingenieure] haben in anderen Rennserien, in denen sie in der Vergangenheit angetreten sind, die besten Motoren gebaut. Und ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass sie das auch in der Formel 1 schaffen werden. Wir müssen ihnen einfach Zeit geben."

Aston Martin schaltet sich im Formel-1-Mittelfeld ein

Allerdings könnte die Zeit bald doch eine größere Rolle spielen. In der Konstrukteursweltmeisterschaft hatte sich Audi zwischenzeitlich schon bis auf vier Punkte an Platz sieben herangearbeitet, in Baku zog Haas aber wieder auf zehn Punkte davon. Vergangenen Sonntag war es dann Fernando Alonso, der für Aston Martin mit Platz acht das bisher beste Saisonresultat holte und vier WM-Punkte sicherstellte. Die Briten liegen zwar noch zehn Punkte hinter Audi, doch Hülkenberg ist gewarnt.

"Das war auffällig, ich denke, sie haben darunter überhaupt nicht gelitten. Wenn überhaupt, scheint ihre Power Unit diese klimatischen Bedingungen auch noch zu mögen", so Hülkenberg über Aston Martin. Singapur ist eine Alonso-Strecke und nicht nur die Temperaturen dürften der Konkurrenz dort in die Karten spielen: "Auf dem Kurs kommt es nicht so sehr auf die Leistung an. Ich würde sie hier auf jeden Fall zum Mittelfeld zählen."

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