Die Formel 1 testet beim US GP in Austin erstmals ein neues Regen-Programm. Nachdem es beim ersten Regenrennen der Saison in Malaysia zu einer Startverzögerung kam, weil ein Fehler in der Software schon in der Formationsrunde zahlreiche Autos lahmlegte, arbeiteten die Ingenieure der FIA fieberhaft an einer Lösung, die in den Trainings in Austin erstmals getestet wird.
Beim Malaysia GP mussten die Software-Ingenieure einen Teil des Codes kurzfristig löschen, um das Rennen überhaupt starten zu können. Eine Woche später beim Singapur GP waren die Teams selbst für die Einhaltung der speziellen Regen-Regeln verantwortlich, nun soll es eine saubere Lösung geben.
Die Formel 1 steht in Malaysia still, weil ein Software-Bug auf dem Weg in die Startaufstellung mehrere Autos lahmlegt. Fahrer-Geduld mit neuen Motoren aufs Äußerste strapaziert. Mehr dazu in diesem Artikel:
Getestet wird jeweils am Ende des 1. und 2. Freien Trainings am Freitag. Wenn die Piloten nach den Startübungen auf der Start- und Zielgeraden zurück an die Box fahren, ruft die Rennleitung die sogenannten ‚low grip conditions‘ aus. Dadurch werden im Einheits-Steuergerät aller Formel-1-Autos verschiedene Parameter des Energiemanagements verändert.
Um die neue Software auf Herz und Nieren zu testen, sind die Fahrer in den USA dazu angehalten, auf der Inlap an verschiedenen Stellen, die normalerweise mit Vollgas gefahren werden, kurz zu lupfen und anschließend schnell wieder zu beschleunigen. Dieser Test soll nach beiden Freitagstrainings absolviert werden.
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Ausschließlich nach dem 1. Training soll zudem in Kurve 15 deutlich verlangsamt werden. Die Fahrer sollen durch die enge Linkskurve mindestens drei Sekunden lang mit Standgas bei ungefähr 35 km/h fahren. Anschließend soll normal beschleunigt werden. Damit will die FIA die Spezialfälle testen, die in Malaysia zur Farce geführt haben. Das Problem trat in Streckenabschnitten auf, in denen im Regen die Leistung um 250 kW reduziert werden muss.
Die Komplexität des Problems liegt darin, dass die Reduktion um 250 kW nicht nur den Elektromotor betrifft, der in den besagten ‚low grip‘-Bedingungen ohnehin maximal 250 kW leisten darf. Allerdings tragen die Verbrennungsmotoren noch immer mehr als die Hälfte zu den gut 1.000 PS Systemleistung bei. Selbst mit einem massiven Turboloch sind die Motoren in allen Drehzahlbereichen noch stark genug, die Autos auf deutlich höhere Geschwindigkeiten zu beschleunigen, als das in Malaysia der Fall war. Und irgendwann kommt der Turbolader auch ohne Elektro-Unterstützung auf Drehzahl.
USA GP 2026: Software-Update folgt nach Schnelllösung
Nach Informationen von Motorspot-Magazin.com werden die 250 kW nicht nur in der Spitzenleistung reduziert, sondern über die gesamte Drehmomentkurve hinweg. Die Leistung, die der Fahrer mit dem Gaspedal abruft, ist eine komplexe Zusammensetzung aus Verbrenner- und Elektro-Power.
Um Spielereien mit Traktionskontrollen über die Hintertür zu unterbinden, muss die Gaspedalstellung immer in Relation zur abgegebenen Leistung stehen. Genau diese Leistungskurve wird in den definierten Streckensequenzen im Regen um 250 kW nach unten verschoben.
Der USA GP startet heute mit zwei Freien Trainings. Wer zeigt den Formel-1-Freitag in Austin live im Fernsehen und Stream? Hier der Überblick zu Sky, ServusTV und Co.:
Wer aber mit dem Gaspedal weniger als 250 kW anforderte, hatte plötzlich überhaupt keine Leistung mehr und konnte nur noch im Standgas fahren. Weil bei Standgas maximal 4.000 Umdrehungen pro Minute erlaubt sind, half oftmals auch kein Vollgas mehr. Durch den Drehmomentverlauf der Motoren werden bei diesen niedrigen Drehzahlen auch bei Vollgas teilweise weniger als 250 kW abgerufen.
Normalerweise werden in den definierten Zonen mehr als 250 kW abgerufen. Aber durch den Ziehharmonika-Effekt wurde das Feld in Malaysia hinter dem Saftey Car zusammengestaucht und viele Piloten konnten anschließend nicht mehr beschleunigen.
Die schnelle Lösung in Malaysia war es, die 250-kW-Zonen zu entfernen. In Singapur waren die Zonen dann wieder in Betrieb, Hersteller und Teams waren aber selbst für die Einhaltung verantwortlich. In Austin gibt es nun das Software-Update der FIA.
Auch in Austin gibt es Probleme - und zwar mal wieder über die Bodenwellen: Verstappen findet, dass die Situation außer Kontrolle geraten ist, Norris schluckt Schmerzmittel. Mehr dazu in diesem Artikel:



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