Der Fahrermarkt in der Formel 1 für 2027 hat sich größtenteils beruhigt, allerdings nach wie vor undurchsichtig ist die Lage bei Cadillac. Sowohl für Sergio Perez als auch für Valtteri Bottas wurde nie eine offizielle Vertragsdauer kommuniziert, wobei schon im Vorjahr durchgesickert war, dass es sich um jeweils mehrjährige Verträge handelt.

Also alles geklärt für die kommende Saison? Eine offizielle Bestätigung der Fahrerpaarung steht nach wie vor aus, was natürlich die Gerüchteküche anheizt. Nicht zuletzt, weil etwa mit Esteban Ocon ein erfahrener und selbstbewusster Fahrer auf dem Markt ist, und gleichzeitig Valtteri Bottas sportlich aktuell kein gutes Bild abgibt.

Cadillac-Teamchef verweigert Bekenntnis zur F1-Fahrerpaarung

Das wohl deutlichste Signal, dass die Formel-1-Paarung von Cadillac für die kommende Saison alles andere als fix ist, lieferte nun in Austin Teamchef Marcin Budkowski. Der Pole, der erst im August das Ruder von Graeme Lowdon übernommen hatte, verweigerte bei der Pressekonferenz vor dem USA-GP eine Bestätigung seiner beiden Piloten für 2027, nachdem er auf die Laufzeit der Verträge von Perez und Bottas angesprochen wurde. "Das ist der letzte Ort, an dem ich Fahrerverträge kommentieren würde", so Budkowski.

"Allgemein ist es nicht etwas, das in der Presse gemacht wird, sondern etwas, das in offiziellen Aussendungen der Teams getan wird, wenn die Zeit reif ist", sagte er weiter. Recht viel deutlicher konnte er kaum hervorheben, dass die Fahreraufstellung der GM-Marke noch nicht in Stein gemeißelt ist, denn eine offizielle Aussendung gab es, wie schon erwähnt, noch keine.

Dabei hatte im August Cadillac-CEO Dan Towriss noch seinen Fahrern das Vertrauen ausgesprochen, als er erklärte: "Wir haben zwei erfahrene Piloten, mit denen wir sehr zufrieden sind. […] Aktuell sind keine Änderungen für die nächste Saison geplant." Diese Aussage stammte aber noch aus einer Zeit lange vor der jüngsten Schwächephase von Bottas.

Valtteri Bottas zu schlecht? Ocon und Co. lauern auf Cockpit

Der Finne machte schon über die gesamte Saison hinweg sportlich einen etwas schlechteren Eindruck als Perez und wirkte auch weniger motiviert als der Mexikaner. Beim letzten Tripleheader blamierte er sich bis auf die Knochen, indem er in Baku und Singapur im Schnitt ein bis zwei Sekunden langsamer war als Perez und dazwischen in Malaysia sein Auto bei kniffligen Wetterbedingungen nach einem Fahrfehler im Kies versenkte.

Bei keinem der Rennen wurden technische Probleme an seinem MAC-26 festgestellt und auch Bottas selbst konnte keine ausreichend entlastenden Erklärungen liefern. Vor dem Austin-Wochenende sprach er in Bezug auf Singapur von einem "kleinen Setup-Problem", einem langsamen Boxenstopp und davon, dass man strategisch gepokert hatte. "Diese ganzen Sachen kommen zusammen", so der einstige Mercedes-Fahrer.

Angesichts dieser Misere wäre es nicht überraschend, wenn Cadillac den Verbleib des neunfachen Grand-Prix-Siegers überdenkt. Zumal mit Ocon eine direkte Alternative vorhanden wäre und auch beispielsweise Yuki Tsunoda will nicht eine weitere Saison an der Seitenauslinie verbringen und sucht nach einem Cockpit.

Budkowski bestätigte, dass bereits eine Reihe von Fahrern bzw. deren Manager bei ihm angeklingelt hätten, was aber nichts bedeuten muss. "Als Teamchef bekommt man Anrufe und wird von allen Fahrern oder Fahrermanagern kontaktiert, die sich auf dem Markt befinden", so Budkowski. "So ziemlich alle, die man sich erwarten würde, nahmen Kontakt auf", sagte er weiter.

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Marcin Budkowski singt Lobeshymne auf Sergio Perez

An einem Verbleib von Perez bei Cadillac bestehen hingegen kaum Zweifel. Der 36-Jährige hat eine bisher größtenteils überzeugende Comeback-Saison hinter sich und bekam auch von Budkowski vor dem USA-Wochenende ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt: "Er benimmt sich nicht wie ein Fahrer, der kurz vor seinem Rücktritt wäre. Er pusht sehr hart hinter dem Lenkrad und er pusht uns auch sehr hart hinter den Kulissen."

Für einen Fahrer in einem so fortgeschrittenen Stadium seiner Karriere, sei das beachtlich. "Gleichzeitig bekommen wir Feedback und Inputs von ihm als erfahrenem Fahrer. Das ist eine sehr gute Kombination", sagte Budkowski. Perez selbst blickt ebenfalls sehr zufrieden auf seine sportlichen Leistungen der bisherigen Formel-1-Saison 2026 zurück. Am Donnerstag vor dem Austin-Wochenende bilanzierte er: "Das Level, auf dem ich bisher gefahren bin, war wirklich top. Ich habe in schwierigen Bedingungen und zu schwierigen Zeitpunkten das Maximum aus dem Auto geholt."

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