Kimi Antonelli hat in Mexiko-Stadt eine nahezu 100-prozentige Chance, sich zum Formel-1-Weltmeister 2026 zu krönen. Mit 123 Punkten Vorsprung bei insgesamt noch 125 zu vergebenden Punkten braucht er am Sonntag lediglich zwei Zähler, um für seine Konkurrenten uneinholbar zu werden. Allerdings könnte sich die WM-Entscheidung nach Brasilien verschieben, denn Antonelli ist krank.

Am Donnerstag vor dem Rennwochenende müssen alle Fahrer am Medientag teilnehmen. Wer den Interviews mit den Journalisten unentschuldigt fernbleibt, wird bestraft. Entschuldigt werden nur diejenigen, die sich krankschreiben lassen. Antonellis Mediensessions waren für 16:00 Uhr Ortszeit (23:00 Uhr MEZ) angesetzt, doch Mercedes sagte den Termin bereits am Vormittag in Mexiko-Stadt ab.

"Kimi ist nicht ganz fit [original: is feeling a bit under the weather, Anm. d. Red.], da er sich von einer viralen Krankheit erholt. Als Vorsichtsmaßnahme hat die FIA ihn von seinen verpflichtenden Medienaufgaben entschuldigt, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich vor dem Wochenende auszuruhen", ließ das Team wissen.

Kann Kimi Antonelli am Mexiko-Rennen teilnehmen? Das sagt Mercedes

Nähere Details zu den Symptomen des 20-Jährigen machte Mercedes nicht öffentlich. Das Team ist jedoch zuversichtlich, dass der WM-Leader am restlichen Rennwochenende in Mexiko teilnehmen kann. "Wir erwarten, dass er morgen [für die Trainings] wieder fit sein wird", hieß es im Statement.

Vorher muss Antonelli vom zuständigen FIA-Delegierten freigegeben werden. Sollte der Mediziner urteilen, dass der Mercedes-Youngster noch nicht fit genug für die Trainings ist, hätte das abgesehen von einem Erfahrungsrückstand keine größeren Auswirkungen auf sein Wochenende. Um beim Rennen am Sonntag starten zu dürfen, reicht eine Teilnahme am Qualifying.

Ist der Gesundheitszustand des jungen Italieners jedoch zu schlecht für das Rennen, dürften sich Lewis Hamilton und George Russell freuen. Das würde nämlich bedeuten, dass die WM-Entscheidung erst in Brasilien fällt und zumindest die WM-Hoffnungen von einem der beiden eine weitere Woche bestehen bleiben. Dazu muss derjenige aber gewinnen. Sollte weder Hamilton noch Russell auf dem Siegerpodest stehen, wäre Antonelli trotz seinem Ausfall Weltmeister, da in den letzten vier Rennen nur noch 100 Punkte zu holen sind.

Sollte dieser Notfall eintreten, müsste Mercedes spontan einen Ersatzfahrer einsetzen. Das wäre aller Wahrscheinlichkeit nach Fred Vesti. Der Däne ist bereits seit 2024 die Nummer drei bei den Silberpfeilen und ist bei nahezu jedem Rennen vor Ort. In Mexiko ist geplant, dass er im ersten Freien Training das Auto von Russell übernimmt. Es wäre Vestis erste Teilnahme an einem vollen Grand-Prix-Wochenende.

Bottas ebenfalls krank: Bekommt Herta seine Chance?

Nicht nur Antonelli hat sich etwas eingefangen, auch Valtteri Bottas wurde am Donnerstag entschuldigt. "Er fühlt sich nicht gut. Das Team hat die Entscheidung getroffen, ihm einen Tag Pause zu gewähren, um seine Genesung zu unterstützen", gab Cadillac in einem Statement am Donnerstag bekannt.

Die US-amerikanische Mannschaft geht ebenfalls davon aus, dass Bottas am restlichen Wochenende teilnehmen wird. Sollte der Finne für die Mexiko-Sessions ausfallen, dürfte Cadillac auf Ersatzfahrer Zhou Guanyu zurückgreifen. Der Chinese, der zwischen 2022 und 2024 für Alfa Romeo und Sauber fuhr, hat mit 68 GP-Starts sowie sieben Punkteergebnissen genügend Formel-1-Erfahrung.

Es könnte sich jedoch anbieten, F2-Fahrer Colton Herta ins Auto zu setzen, sollte Bottas nicht gesund sein. Der Ex-IndyCar-Pilot übernimmt im ersten Freien Training ohnehin das Steuer des MAC-26 mit der Nummer 77 und könnte sein Können unter Beweis stellen. Seine erste Saison in der Nachwuchsklasse verlief mit dem 19. Tabellenplatz wenig erfolgreich. Für Cadillac könnte es sich daher lohnen, den 26-Jährigen in Mexiko unter Rennbedingungen zu testen. Denn Bottas ist für die Saison 2027 noch nicht bestätigt – anders als sein Teamkollege Sergio Perez. Alles zu dessen Vertragsverlängerung erfahrt ihr in diesem Artikel: