Wenn zwei Ferraris sich streiten, freut sich Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot siegt zum sechsten Mal in Mexiko, nachdem Charles Leclerc und Lewis Hamilton sich und Ferrari mit einem überharten Duell in der Startphase selbst um den Sieg gebracht hatten. Kimi Antonelli krönt sich mit dem dritten Platz zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte.
Das Ergebnis: Max Verstappen machte am Rennsonntag in Mexiko praktisch alles richtig. Nach einem guten Start, der ihn auf P3 beförderte, profitierte er vom Ferrari-Duell, indem er zunächst an Lewis Hamilton vorbeiging und dann beim Boxenstopp aus einer Strafe gegen Charles Leclerc Profit schlug. Danach managte er das Rennen auf Soft-Reifen bis zu einer Rot-Unterbrechung. Nach dem Restart setzte er sich gegen Lewis Hamilton zur Wehr und fuhr anschließend zum Sieg.
Hamilton landete auf der zweiten Position, nachdem er beim Startduell mit Leclerc ins Hintertreffen geraten war. Beim Restart schnappte er sich seinen Teamkollegen wieder, aber an Verstappen führte kein Weg vorbei. Dritter wurde Andrea Kimi Antonelli, der Leclerc ausbremste. Für den Italiener reichte diese Position locker, um in der Weltmeisterschaft den Sack zuzumachen.
Leclerc wurde Vierter, hinter ihm rundete Lando Norris die Top 5 ab. George Russell wurde nach einer Strafe für das Verursachen einer Kollision mit Hadjar in der Startphase nur Sechster. Oscar Piastri überfuhr die Ziellinie auf Rang 7, allerdings läuft gegen ihn noch eine Untersuchung für eine Kollision mit Arvid Lindblad.
Franco Colapinto führte auf dem achten Platz das Mittelfeld an, hinter ihm kam Liam Lawson ins Ziel. Pierre Gasly sicherte sich auf P10 den letzten Punkt. Gabriel Bortoleto im Audi verpasste auf P11 die Punkte knapp, könnte aber noch von der Untersuchung gegen Piastri aufrücken. Nico Hülkenberg überquerte die Ziellinie auf dem 16. Rang, nachdem er eine Strafe für das Verursachen einer Kollision erhalten hatte. Hier das vollständige Ergebnis:
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Mexiko
- Kimi Antonelli macht mit P3 in der WM den Deckel drauf
- Max Verstappen gewinnt zum sechsten Mal in Mexiko
- Hartes Duell zwischen Leclerc und Hamilton kostet Ferrari den Sieg
- Schwerer Unfall von Bottas sorgt für rote Flagge
- Hülkenberg landet nach Strafe nur auf P16
Formel 1 WM-Stand 2026: Kimi Antonelli ist Weltmeister
Die WM-Tabelle: Kimi Antonelli hätte in Mexiko ein neunter Platz für den Gewinn der WM gereicht. Diese Latte übersprang er locker, indem er sogar auf der dritten Position landete. Verstappen übernimmt mit seinem Sieg in der Meisterschaft den zweiten Rang vor Hamilton und Russell.
Formel 1 2026: Gesamtwertung Fahrer und Teams
Ferrari-Duell eskaliert am Start
Der Start: Vor der ersten Kurve kam Charles Leclerc schnell an Russell vorbei, dem am Ende der Geraden offenbar die Energie ausging. Danach attackierte der Monegasse außen in Kurve 1 Hamilton. Sein Teamkollege ließ ihm Platz, behielt aber Platz 1.
Bei einer zweiten Attacke in Kurve 4 ging es nicht mehr so gesittet zu: Leclerc positionierte sich außen gegen Hamilton, beide bremsten zu spät und schafften die Kurve nicht. Leclerc kürzte die Strecke ab und kam als Führender wieder auf den Kurs, Hamilton hingegen bewegte sich vor dem Scheitelpunkt wieder zurück auf den Asphalt, wurde deshalb aber von Verstappen überholt.
Leclerc hielt die Führung und gab keine Positionen zurück, was ihm eine 5-Sekunden-Strafe einbrachte. George Russell fiel in den ersten Kurven bis auf P6 zurück und drehte in Kurve 5 Isack Hadjar von der Strecke. Das brachte dem Mercedes-Fahrer eine 10-Sekunden-Strafe ein.
Leclerc-Strafe zahlt sich aus: Auf dem ersten Stint profitierte Leclerc von der freien Fahrt an der Spitze und baute stetig seine Führung gegen Verstappen aus, sodass er nach 21 Runden bereits einen Vorsprung von über fünf Sekunden auf den Red-Bull-Fahrer ausgebaut hatte - von Hamilton ganz zu schweigen. Allerdings konnte sich Verstappen knapp an diesem Fenster festfahren.
Verstappen holt Führung mit Risiko-Strategie
Verstappen holt Führung an der Box: In der 27. Runde steuerten Leclerc und Verstappen gleichzeitig die Box an. Da Leclerc dabei auch die Strafe absitzen musste und Red Bull offenbar schneller war, kam Verstappen wieder vor ihm auf die Strecke zurück und übernahm damit die Netto-Rennführung. Gleichzeitig war die Strategie auch sehr riskant, denn Verstappen war auf einem Medium-Reifen gestartet und musste somit über 44 Runden auf den Softs durchhalten. Hamilton stoppte eine Runde später und reihte sich mehrere Sekunden hinter Leclerc ein.
Safety-Car-Poker geht nicht auf: Antonelli, Russell und Norris verlängerten ihren Stint und bildeten damit auf der Strecke zwischenzeitlich das Spitzentrio. Ihnen fiel aber kein Safety Car und kein VSC in den Schoß. Norris kam trotz eines sehr langsamen McLaren-Boxenstopps in der Folge an Russell vorbei, der ja bei seinem Reifenwechsel eine 10-Sekunden-Strafe absitzen musste. Nachdem auch Antonelli in Runde 43 an die Box abbog, übernahm Verstappen auch de facto die Rennführung vor dem Ferrari-Duo.
Unfall von Valtteri Bottas stellt Rennen auf den Kopf
Bottas-Crash sorgt für Abbruch:Weniger als eine Runde nachdem Antonelli an der Box war, brach am Cadillac von Valtteri Bottas in der Bremszone vor Kurve 1 die rechte Vorderradaufhängung und der Finne schlug hart in die Tec-Pro-Barriere ein.
Zunächst war nur ein Safety Car die Folge, das in eine rote Flagge umgewandelt wurde, da man Reparaturen an der Tec-Pro-Barriere vornehmen musste. Alle Fahrer hatten dadurch die Möglichkeit, nochmal gratis die Reifen zu wechseln. Vor allem aber gab es nach einer fast 40-minütigen Unterbrechung einen stehenden Restart.
Zweiter Start: Hamilton revanchiert sich gegen Leclerc
Stehender Restart: Beim zweiten Start kam Verstappen gut weg. Dahinter schnappte sich Hamilton schon direkt von der Linie weg Leclerc und attackierte danach aus dem Windschatten heraus Verstappen. Der Niederländer machte aber die Tür aggressiv aber fair zu, wodurch sich Hamilton dahinter einreihen musste. Leclerc verbremste sich und kämpfte in der Folge mit seinen Reifen.
Eine Runde nach dem Restart ging Antonelli mit einem aggressiven Manöver in Kurve 1 an Leclerc vorbei. Der Monegasse konnte die Pace des angehenden Weltmeisters nicht mitgehen und geriet stattdessen unter Druck von Lando Norris. Das Duell zwischen Leclerc und Norris ging bis ins Ziel und war geprägt von zahlreichen Attacken des Weltmeisters von 2025, der aber trotzdem keinen Weg vorbeifand.
Untersuchung gegen Verstappen gefährdet Sieg: Hamilton konnte in den ersten Runden nach dem Restart Druck auf Verstappen ausüben, ehe offensichtlich sein Auto zu heiß lief und er seinen Fokus wieder auf die Kühlung legen musste. Verstappen kontrollierte anschließend das Rennen an der Spitze. Auch eine kurze Untersuchung gegen ihn für einen möglichen Start außerhalb seiner Grid-Position endete mit einem Freispruch. Dadurch schien der Weg zum Sieg frei zu sein.
Verstappen nach Safety-Car-Phase unter Druck
Unfall zwischen Piastri und Lindblad: Im Kampf um die siebte Position kam es in der ersten Schikane zwischen Oscar Piastri und Arvid Lindblad in der 59. Runde zu einer Kollision, bei der Lindblad spektakulär abflog. Piastri konnte zwar weitermachen, die Stewards leiteten aber eine Untersuchung gegen ihn ein. Ein Safety Car war die Folge.
Nach dem SC-Restart machte Hamilton umgehend Druck auf Verstappen, allerdings konnte sich der viermalige Weltmeister erneut behaupten und bis ins Ziel seinen einstigen Titelrivalen hinter sich halten. Für Verstappen war es der 74. Sieg in seiner F1-Karriere. Im Kampf um Platz 4 ging es zwischen Leclerc und Norris hoch her, aber dort ebenfalls ohne Positionsverschiebung.



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