Für Aprilia war am MotoGP-Sonntag in Malaysia nichts zu holen. Auf zwei Fahrer dezimiert, bearbeiteten sich Ai Ogura und WM-Hoffnung Marco Bezzecchi im Rennen in Sepang auch noch gegenseitig. Während Marc Marquez für Ducati mit dem Sieg das Ergebnis maximierte, kam Bezzecchi nicht über Platz sechs hinaus, nachdem ein kontaktfreudiger Ogura ihn mit maximaler Härte überholt hatte. Aprilia verliert die Führung in der Herstellerwertung an Ducati.

"Das war nicht das Rennen, das wir erwartet hatten. Ich meine, offensichtlich hatte ich etwas mehr Probleme, als ich erwartet hatte, auch wenn man bedenkt, wie ich mich gestern gefühlt habe", erklärt Bezzecchi, der von Startplatz fünf in den Grand Prix über 20 Runden gegangen war. In der zweiten Runde überholte er Ai Ogura für Position vier. Danach waren beide im Formationsflug unterwegs, bis der Japaner in Runde 17 genug gesehen hatte.

Alles cool zwischen Marco Bezzecchi und Ai Ogura nach MotoGP-Clash in Sepang

Das erste Manöver des Trackhouse-Fahrers saß noch nicht. Einen Umlauf später ging er keine Kompromisse ein, wobei es sogar zum Kontakt zwischen ihm und seinem Markenkollegen Bezzecchi kam. "Das war ein Missverständnis meinerseits. Der Kontakt geht komplett auf meine Kappe. […] Ich werde später persönlich zu Marco gehen und mich bei ihm entschuldigen", gab Ogura hinterher zu Protokoll.

"Wenn ich ganz ehrlich bin, war er in diesem Moment schneller als ich. Ich glaube, er hätte mich ohnehin ein paar Kurven später überholt", macht Bezzecchi diesem nicht einmal Vorwürfe. "Der Kontakt war nicht nötig, weil wir damit beide einen Sturz riskiert haben und das hätte schlecht ausgehen können. Aber am Ende ist alles gut gegangen. Das ist ein Sport, in dem so etwas manchmal passieren kann, deshalb bin ich überhaupt nicht böse. Er hätte mich sowieso überholt, daher ist es okay."

Marco Bezzecchi auf der Aprilia in Malaysia auf verlorenem Posten

Bezzecchi fehlte von Anfang an der Biss. Zuerst versuchte er noch, nach vorne zu attackieren, doch er selbst war von seinen Aktionen wenig überzeugt. In Runde zehn attackierte er Alex Marquez, verlor die Position aber sofort wieder. "Ich habe einen etwas verzweifelten Angriff auf Alex versucht, weil ich wirklich angefangen habe, mich mit dem Vorderrad sehr schlecht zu fühlen. Die Temperatur und der Verschleiß des Reifens waren deutlich höher, als ich erwartet hatte", so Bezzecchi.

In der zweiten Rennhälfte verlagerten sich die Probleme dann auch noch, wodurch er zuerst in die Fänge von Ogura geriet und in der letzten Runde in der vorletzten Kurve auch noch von Enea Bastianini abgefangen wurde: "Danach ist mir ein paar Mal das Vorderrad weggerutscht, und ich habe angefangen, etwas defensiver zu fahren. Dadurch habe ich dann auch den Hinterreifen aufgebraucht, weil ich nicht mehr schnell genug in die Kurven hineingefahren bin und sehr früh ans Gas gegangen bin. Auf einer Strecke wie dieser ist das schwierig."

Ducati überholt Aprilia in der MotoGP-Herstellerwertung

In der Weltmeisterschaft verlor Bezzecchi mit Platz sechs gegenüber Rennsieger Marc Marquez weiter an Boden. Drei Rennen vor dem Saisonende liegt er jetzt 67 Zähler hinter dem Ducati-Fahrer. "Sagen wir es so: Es ist extrem schwierig. Realistisch betrachtet ist es hart. Aber solange die Mathematik noch auf unserer Seite ist, werde ich weiter daran glauben und jeden einzelnen Tag zu Hause und an den Rennwochenenden so hart arbeiten, wie ich kann", gibt sich der 27-jährige Italiener kämpferisch.

In der Herstellerwertung hat Aprilia die Führung außerdem an Ducati verloren. Vor dem Sonntagsrennen in Sepang führte die Marke aus Noale mit vier Punkten vor dem Titelverteidiger, jetzt liegen die Roten aus Borgo Panigale acht Zähler in Front. Deren Nummer eins hat mit seinem Malaysia-Wochenende

, das auch für Bezzecchi unübersehbar ist.

"Natürlich ist die Situation nicht einfach. Marc macht seine Sache sehr gut. Dieser Grand Prix kam in einer Phase der Meisterschaft, in der wir wirklich kein Wochenende gebrauchen konnten, an dem wir Probleme haben. Aber so ist die Situation nun einmal, also müssen wir noch härter arbeiten. Genau das werden wir tun, und wir fangen in Katar damit an", sagt der elfmalige MotoGP-Sieger.