Marc Marquez macht mit seinen Rivalen im Malaysia GP der MotoGP kurzen Prozess. Eine Attacke von Bruder Alex nach vier Kurven wehrt er ab und fährt anschließend auf und davon. Schlussendlich gewinnt der Titelverteidiger überlegen mit über vier Sekunden Vorsprung auf Pedro Acosta, der Alex Marquez zur Rennhalbzeit überholen kann und den Gresini-Piloten auf den letzten Podiumsplatz verweist. Marco Bezzecchi bricht in der Schlussphase völlig ein und wird nur Sechster.
In der MotoGP-Fahrerwertung baut Marc Marquez seinen Vorsprung gegenüber dem verletzten Jorge Martin auf 44 Punkte aus. Bezzecchi liegt 67 Zähler zurück, Acosta ist mit 104 Punkten Rückstand der letzte Fahrer mit theoretischen WM-Chancen. Marc Marquez kann den Weltmeistertitel bereits am kommenden Wochenende in Katar eintüten.
MotoGP Malaysia: Der Rennfilm
Die Startaufstellung: 1. A. Marquez, 2. M. Marquez, 3. Acosta, 4. Ogura, 5. Bezzecchi, 6. Di Giannantonio, 7. Bastianini, 8. Zarco, 9. Morbidelli, 10. Bagnaia, 11. Mir, 12. Vinales, 13. Marini, 14. Moreira, 15. Binder, 16. Miller, 17. Rins, 18. Quartararo, 19. Lecuona, 20. A. Fernandez, DNS Martin, DNS R. Fernandez
Start: Marc Marquez kommt gut weg, setzt sich in der Bremszone zu Kurve eins auf die Innenbahn neben Bruder Alex und schnappt sich die Führung. Hinter den Marquez-Geschwistern reiht sich Ai Ogura ein. Enea Bastianini schießt von Startplatz sieben auf P4 nach vorne. Dann folgen Marco Bezzecchi und Pedro Acosta.
Runde 1/20: Alex Marquez greift in Kurve vier Marc an, geht aber weit und muss die Führung am Kurvenausgang wieder abgeben.
Dahinter wird es hektisch: Zunächst schnappt sich Acosta Platz fünf von Bezzecchi. Dann greift Bastianini Ogura für Platz drei an, legt aber anschließend den Rückwärtsgang ein und fällt wieder hinter Ogura, Acosta und Bezzecchi zurück.
In der Zielkurve schnappt sich Acosta Ogura und liegt damit wieder auf dem dritten Platz, von dem er gestartet war.
Runde 2/20: Bezzecchi luchst Ogura Platz vier ab.
Pramac-Yamaha-Ersatzmann Augusto Fernandez stürzt aus dem Rennen.
Runde 5/20: Ein Viertel der Renndistanz ist absolviert und an der Spitze dominiert das große Abwarten. Bei brutalen 57 Grad Asphalttemperatur und extrem hohem Reifenverschleiß will niemand ein zu hohes Anfangstempo riskieren. Die Marquez-Brüder und Acosta sind durch weniger als eine Sekunde getrennt, einige Zehntel dahinter fahren Bezzecchi und Ogura.
Runde 8/20: Marc Marquez zieht das Tempo jetzt an und baut seinen Vorsprung erstmals auf über eine Sekunde aus.
Runde 9/20: Joan Mir stellt seine Honda an der Box ab. Er klagt erneut über Unwohlsein.
Runde 10/20: Acosta drückt sich in Kurve neun an Alex Marquez vorbei und übernimmt Platz zwei. Auf Marc Marquez fehlen ihm aber bereits 1,8 Sekunden. Bezzecchi versucht in Turn 14 ebenfalls den Angriff auf Alex Marquez, geht aber weit und muss den Gresini-Piloten wieder vorbeilassen.
Runde 11/20: Auch Acosta kann die Pace von Marc Marquez nicht mitgehen, der Vorsprung ist auf über zwei Sekunden angewachsen.
Runde 13/20: Diogo Moreira ist in der Zielkurve gestürzt.
Runde 17/20: Ogura attackiert in Turn 9 Bezzecchi, geht aber weit und muss seinen Aprilia-Kollegen wieder vorbeilassen.
Johann Zarco rollt mit einem technischen Problem aus.
Runde 18/20: Kollision! Bezzecchi geht in Kurve eins etwas weit, Ogura greift auf der Innenbahn an. Es kommt zur Berührung, Ogura verliert Verkleidungsteile. Bezzecchi behält Rang vier, muss den aber in Turn 4 schließlich doch aufgeben.
Runde 20/20: Bezzecchi patzt! Er kommt in Kurve 14 von der Strecke ab und verliert sogar noch Platz fünf an Bastianini.
Ziel: Marc Marquez gewinnt mit 4,172 Sekunden Vorsprung auf Acosta. Alex Marquez komplettiert das Podium. Ogura wird Vierter vor Bastianini, Bezzecchi enttäuscht mit Platz sechs. Luca Marini wird Siebter, gefolgt von Fabio Di Giannantonio und Brad Binder. Franco Morbidelli komplettiert die Top-Ten. Die Ränge elf und zwölf gehen an das Yamaha-Duo mit Fabio Quartararo und Alex Rins. Francesco Bagnaia wird nur 13. und verliert fast 33 Sekunden auf die Siegerzeit von Teamkollege Marc Marquez. Die letzten Punkte holen sich Maverick Vinales und Gresini-Ersatzmann Iker Lecuona.
Die Stimmen vom MotoGP-Podium in Sepang
Marc Marquez (Sieger, Ducati): "Heute war der Tag der Tage, da musst du zuschlagen. Ich war das gesamte Wochenende über hoch konzentriert und bin schon im FP1 wieder in 'Timeattack' gefahren. Ich wollte das Limit gleich im Training finden, weil es wie gesagt Zeit war, Risiko zu gehen. Wir haben ein perfektes Rennen hingelegt. Ich bin sehr glücklich, aber meine Mentalität bleibt gleich: Fokussiert bleiben und weiter pushen. Es sind nicht mehr viele Rennen, aber noch viele Momente. Wir müssen also hoch konzentriert bleiben."
Pedro Acosta (Zweiter, KTM): "Wir haben unser Bestes gegeben. Alex war zu Beginn sehr schnell, speziell auf den Geraden. Das hat es mir nicht gerade leicht gemacht, vorbeizukommen. Letztlich wurde es aber ein weiterer zweiter Platz. Ich bin sehr glücklich für meine Jungs. Wir legen hier gerade ein tolles Ende der Saison und meiner Zeit bei KTM hin. So wollen wir weitermachen."
Alex Marquez (Dritter, Gresini): "Es war schwierig, so heiß. Ich wusste schon vor dem Rennen, dass ich heute Probleme bekommen würde, diese Intensität das gesamte Rennen über mitzugehen. Deshalb habe ich mich hinter Marc auch zurückgehalten. Es war hart. Aber egal, letztlich bin ich auch mit Platz drei glücklich. Das war heute das Maximum. Danke an mein Team, dass sie mein Motorrad nach gestern wieder repariert haben, das war komplett zerstört."



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