Nach dem Mexiko-GP steht fest: Kimi Antonelli ist Formel-1-Weltmeister 2026, Teamkollege George Russell ist jetzt auch mathematisch endgültig eliminiert. Das passierte in einem Rennen, dass sinnbildender für Russells Desaster-Saison nicht hätte sein können. Nach einem erneuten Problem am Auto platzt Russell erst im Cockpit der Kragen, dann verweigert er Interviews und halst seinem schuldbewussten Team auch noch eine Strafe auf.
5.000 Euro kostet Russell Mercedes. Er schien nach dem Rennen endgültig genug von allem zu haben. Nachdem er Antonelli im Parc ferme gratuliert hatte, verließ er sofort die Strecke. Das ist ein Problem, weil das Sportliche Reglement der Formel 1 jeden Fahrer sowohl nach dem Qualifying als auch nach dem Rennen zu Interviews mit den TV-Stationen vor Ort sowie zu einer Presserunde mit schreibenden Journalisten verpflichtet.
Russell wurde prompt von den Stewards vorgeladen. Da er eben nicht mehr an der Strecke war, meldete sich lediglich ein Mercedes-Vertreter per Telefon und nahm die unvermeidliche Strafe entgegen. Mercedes muss 5.000 Euro blechen, da es letztendlich die Verantwortung des Teams ist, dass seine Fahrer die medialen Pflichten erfüllen.
George Russell einmal mehr Opfer von bizarren Mercedes-Problemen
Im Team hat man kein Problem damit, denn: "Das war ein Rennen, das er gewinnen konnte", meint Teamchef Toto Wolff. "Wir hatten die Pace im Auto. Und wir haben ihn auf der ersten Geraden im Stich gelassen. Die Energie-Abgabe war nicht das, was wir dachten, dass sie sein sollte." Nicht zum ersten Mal ging irgendetwas im elektrischen Teil von Russells Power Unit am Start schief, nachdem er eigentlich von einem vielversprechenden zweiten Platz ins Rennen gegangen war.
"Ich hatte einen guten Start und war in einer starken Position, dann hatten wir ein Problem und ich hatte nicht das volle Deployment auf der Geraden", wird Russell in der Mercedes-Presseaussendung nach dem Rennen zitiert - seine einzige Wortmeldung am Sonntagabend in Mexiko. Er verlor mit dem Problem Topspeed und wurde von den Gegnern aufgefressen. "Es ist frustrierend, wenn ein Rennen von etwas kompromittiert wird, über das ich keine Kontrolle habe, aber das ist Racing."
"Mann, wie - ist - das - möglich? Kein - aah! Ich halte verdammt noch mal den Mund", war Russells Reaktion auf der ersten Runde im Funk gewesen. Die Situation bewog sogar Toto Wolff dazu, sich noch am Ende der ersten Runde per Funk zu entschuldigen. Im Frust hatte Russell nach nur fünf Kurven außerdem auch noch Isack Hadjar abgeschossen, wofür er später auch noch 10 Strafsekunden bekam, was letztendlich seinen sechsten Platz besiegelte.
Toto Wolff nimmt George Russell nach Mexiko in Schutz
"Ich habe George nach dem Rennen bei der FIA-Wage gesehen, und natürlich ist er völlig fertig wegen der Situation", berichtet Wolff später. Mercedes postete ein knappes Video davon, wie sich Wolff bei Russell mit den Worten "Noch einmal sorry für die Shitshow" erneut entschuldigte. "Ich bin in diesem Moment absolut bei ihm. Ich war in Situationen, in denen es schwierig ist, damit umzugehen. Dass er nicht vor die Medien tritt oder die Strecke verlässt ist absolut verständlich. Es hätte mich sogar überrascht, wenn er geblieben wäre."
"Es war eine tolle sportliche Geste, zu Kimi zu gehen", hält Wolff fest. "Für einen Rennfahrer ist das ein katastrophaler Moment. Und vielleicht war dieses Rennen heute ein Abbild seiner Saison." Es war nicht einmal das erste Mal, dass Russell am Start unerwartetes Deployment-Verhalten erlebte - ähnliches war ihm schon beim Belgien-GP passiert.
In der Mercedes-Presseaussendung gratuliert Russell ebenfalls noch einmal Antonelli "zu einer vollends verdienten Meisterschaft. Er hat fantastische Arbeit abgeliefert und kann unglaublich stolz auf das sein, was er erreicht hat." Russell selbst braucht wohl eher einen Neustart: "Wir werden uns nach diesem Wochenende sammeln und versuchen, in Brasilien stärker zurückzukommen. Wir haben noch die Konstrukteurs-WM zu gewinnen, und mein ganzer Fokus liegt darauf, dem Team dabei zu helfen." In der Fahrer-WM ist Russell indessen auf Platz vier zurückgefallen.
Wie würdet ihr George Russells Rennwochenende bewerten? Jetzt für das MSM-Fahrer-Ranking mitmachen und hier alle Fahrer benoten:



diese Formel 1 Nachricht