"Der erste Formel 1-Titel ist immer etwas Spezielles, und ein Teil davon zu sein, ist einfach großartig", beschrieb Renningenieur Peter 'Bono' Bonnington den Moment. Der Brite, der bereits mit Michael Schumacher und Lewis Hamilton zusammengearbeitet hat, zeigte sich im Anschluss an den Mexiko GP selbst überrascht von seiner emotionalen Reaktion.
"Kimi hat mich in dieser Saison jeden Tag überrascht. Er ist so erwachsen und professionell - selbst wenn das Lachen und Herumblödeln ein großer Teil von ihm sind. Sobald er im Auto sitzt, legt er den Schalter um und wird zu einem absoluten Profi. Das macht die Arbeit mit ihm unglaublich leicht." Vor dem Start gab er seinem Schützling noch einen Rat mit auf den Weg: "Ich versuche, ihm vor dem Start etwas Inspirierendes zu sagen. Heute habe ich ihm gesagt, dass ich nur die beste Version seiner selbst sehen will – und das hat er erledigt."


Antonelli: Vor lauter Tränen nichts gesehen
Nach dem historischen Titelgewinn verriet Kimi Antonelli jedoch, wie sehr der Druck auf seinen Schultern gelastet hat. "Dieses Wochenende war emotional sehr schwierig. Es war nicht leicht, mit dem Gefühl an die Strecke zu kommen, dass heute der Tag sein könnte, und auch so in der Startaufstellung zu stehen. Ich habe die ganze Saison über versucht, mich immer nur auf ein Rennen nach dem anderen zu konzentrieren. Ich habe sehr selten, fast nie, an das große Ganze gedacht." Entsprechend brachen schon vor der Zieleinfahrt alle Dämme.
"Ich habe in der Inlap wahrscheinlich zwei Sekunden verloren, weil ich im Grunde schon geweint habe. Ich konnte nicht mehr klar nach vorne sehen. In diesem Moment gingen mir so viele Erinnerungen durch den Kopf - vom Kartfahren bis hierher. Es war eine sehr spezielle letzte Runde, und als ich über die Linie gefahren bin, habe ich natürlich alles herausgelassen, weil sich damit einer meiner größten Träume erfüllt hat", erzählte der Italiener.
Mit seinem dritten Platz in Mexiko schrieb Antonelli Geschichte: Er krönte sich zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Historie und ersten italienischen Titelträger seit 73 Jahren. Als dann auf dem Podium noch der italienische Klassiker 'Nessun Dorma' lief, wurde er von seinen Gefühlen übermannt. "Es ist ein Lied, das mein Großvater immer gehört hat. Ich denke, er wäre sehr stolz gewesen", verriet er in der offiziellen Pressekonferenz und wurde gleich wieder emotional. "Oh mein Gott, ich habe heute viel zu viel geweint."


Mexiko GP 2026: Nervenstärke im entscheidenden Moment
Als das Rennen für 40 Minuten unterbrochen wurde, bewies er Nervenstärke. Er besprach sich kurz mit seinem Mercedes-Renningenieur, zog das Headset auf und wartete auf einem Klappstuhl auf den Restart. Beim fliegenden Start hielt er sich aus allen Schwierigkeiten heraus, um nur eine Runde später mit einem aggressiven Manöver in Kurve 1 an Charles Leclerc vorbeizuziehen. Damit erfüllte Antonelli sein selbst gestecktes Mindestziel – das Podium.
Dort stand er mit zwei Legenden des Sports: Max Verstappen und Lewis Hamilton, die ihn auf die Schulter nahmen und feierten. "Ich werde das Foto definitiv einrahmen und in meinem Haus aufhängen, weil es einfach ein meisterhafter Moment ist. Den großen Respekt von zwei unglaublichen Fahrern zu sehen, die die Geschichte des Sports geprägt haben, ist wirklich etwas ganz Besonderes und ein Moment, der für immer weiterleben und in Erinnerung bleiben wird", betonte Antonelli.
Die Glückwünsche für Kimi Antonelli kommen aus der gesamten Sportwelt. Wer neben Sebastian Vettel und Valentino Rossi den neuen Champion noch feiern, liest du in diesem Artikel:
Startnummer 1 oder Startnummer 12 – Entscheidung wohl gefallen
Eines will er den beiden jedoch nicht nachmachen – mit der Nummer 1 an den Start gehen. Der Grund? Aberglaube! "Ich bleibe bei der 12, weil es natürlich eine sehr spezielle Nummer für mich ist und mir hilft, auf dem Boden zu bleiben. Zudem bin ich sehr abergläubisch - die Startnummer 1 war noch nie gut für mich. Immer wenn ich sie hatte, lief es extrem schlecht", verriet Antonelli. Übrigens: Auch Niki Lauda und Ayrton Senna fuhren in der Formel 1 mit der Startnummer 12 – und wurden in ihren F1-Karrieren mehrfach Weltmeister.
Ein Erfolg, den auch Antonelli möchte. Dafür muss er aber die Messlatte höher legen, da er in der kommenden Saison mit einem starken George Russell sowie Red Bull, Ferrari und McLaren rechnet. "Es wird nicht nur eine Sache zwischen George und mir sein, sondern auch Red Bull – besonders mit Max –, Ferrari und McLaren werden mitmischen. Es wird ein enger Kampf werden. Es wird wichtig sein, auf dem absoluten Höhepunkt meines Könnens zu agieren – nicht nur gegen meinen Teamkollegen, sondern gegen alle anderen."
Mexiko war nicht bloß das offizielle Ende von George Russells Chancen auf die Formel-1-WM, es war desaströs: Defekt, Kollision, dann verweigert er Medien-Pflichten. Mercedes muss blechen. Mehr dazu in diesem Artikel:



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