Auch nachdem die WM mathematisch schon verloren ist, will sich die Formel-1-Saison 2026 für George Russell einfach nicht zum Guten wenden. Der Mercedes-Pilot kassiert für das Rennen in Sao Paulo eine weitere Motorstrafe, nachdem sein Team ihm bereits in Singapur eine komplette neue Power Unit hatte verbauen müssen.
Immerhin ist es ein kleiner Trost für Russell, dass bei ihm in Sao Paulo bislang nur der Verbrenner getauscht wurde. Da es die zweite Überschreitung bei dieser Komponente ist, gibt es nur mehr fünf Startplätze obendrauf. Schon am Donnerstag hatte der WM-Vierte lamentiert, dass er in diesem Jahr bei gerade einmal sechs Rennen problemfrei durchgekommen ist. Und das bei – mit Brasilien– nun schon 20 Grand-Prix-Wochenenden.
Motorstrafe fix! Sind George Russells Brasilien-Siegchancen schon dahin?
Seine Aussichten für den Kampf um den Sieg verbessert das natürlich nicht. Zumal es keine Auswirkungen auf die Power-Unit-Spezifikation hat. Mercedes lässt noch immer auf sein ADUO-Upgrade warten, das einen neuen Turbo umfasst und mit dem viele eigentlich bei diesem Tripleheader gerechnet hatten. Falls man diese Spezifikation tatsächlich noch in diesem Jahr bringt, wäre das gleichbedeutend mit einer weiteren Strafe für Russell, der auch beim Turbolader schon über dem Limit liegt.
Russell selbst stellte nach den Freitags-Trainings fest, dass es "an der Spitze zwischen mehreren Teams sehr eng zugeht". Falls sich das bestätigt, sind das eher schlechte Nachrichten für eine potenzielle Aufholjagd des Brasilien-Siegers von 2022, die er bestenfalls von P6 aufnehmen wird. Enge Abstände heißt unter dem Strich auch, dass Überholmanöver gegen die anderen Topteams schwieriger werden könnten.
Aber der Brite weiß selbst, dass der neblige und leicht feuchte Formel-1-Freitag auf dem Autodromo Jose Carlos Pace nicht viel Bedeutung haben muss: "Die Bedingungen werden sich im Laufe des Wochenendes wahrscheinlich ändern, daher ist das, was wir heute gesehen haben, nicht unbedingt repräsentativ für das, was uns morgen und am Sonntag erwartet."
Formel-1-Training: Antonelli-Bestzeit mit Windschatten-Hilfe
Die Setup-Optimierungen bis zum morgigen Qualifying können natürlich auch einen Teil dazu beitragen, die Rangordnung etwas zu verändern. Im Falle von Mercedes litten beide Fahrer am Freitag noch an Untersteuern. Kimi Antonelli haderte trotz seiner Bestzeit in FP2 mit seinem eigenen Auftritt noch ein bisschen: "Sowohl beim Auto als auch bei meiner Fahrweise gibt es noch Verbesserungspotenzial."
Im zweiten Training fuhr Antonelli auf seiner schnellsten Runde 0,253 Sekunden Vorsprung auf Lando Norris heraus, der P2 belegte. George Russell landete mit 0,273 Sekunden Rückstand auf dem vierten Rang. Doch die Führung von Antonelli ist etwas trügerisch, denn der neunfache Saisonsieger hatte am Ende seiner schnellen Runde Windschatten-Hilfe, was ihm wohl etwa eine Zehntelsekunde einbrachte.
Hier die Runden der Top 5 im 2. Training am Freitag im direkten Vergleich:
Die Analyse über die Stärken und Schwächen des W17 in Brasilien geht zwischen den beiden Fahrern diametral auseinander. Kimi Antonelli glaubte: "Das Auto hat sich auf eine Runde gut angefühlt, aber auf dem Longrun liegt noch etwas Arbeit vor uns." Aus der Sicht von Russell ist es aber genau andersherum: "Die Longrun-Pace kam mir stärker vor als unsere Performance auf einer schnellen Runde."
Nachdem der Titelkampf in der Fahrer-WM seit dem letzten Wochenende entschieden ist, könnte sich Mercedes in Brasilien einen weiteren Weltmeister-Titel sichern. Die Silberpfeile haben nämlich die Möglichkeit, schon hier die Konstrukteurs-Krone für sich zu verbuchen. Dafür müssten sie nur drei Punkte mehr einfahren als Ferrari. Hier die Ausgangslage:



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