Die Katze ist aus dem Sack - der erste echte Bolide der neuen Scuderia Toro Rosso wurde heute Donnerstag im Rahmen der laufenden Jerez-Testfahrten erstmals auf die Strecke geschickt, am Steuer saß Einsatzpilot Vitantonio Liuzzi.
Die Formel 1-Welt erwartete den STR1 mit großer Neugier - denn bislang fuhr das Zweitteam von Red Bull respektive das ehemalige Minardi-Team mit einem alten Modell vom Erstteam Red Bull Racing, einem RB1-Cosworth. Die Frage lautete: Wie wird er aussehen, der STR1, der ja in Windeseile entstanden ist? Dass man in so kurzer Zeit keine völlige Neukonstruktion auf die Räder stellen kann, ist nahe liegend - und so wirkt der STR1 auf den ersten Blick wie ein Zwitterwesen, eine Mischung aus RB1 und RB2.

Die Frontpartie: Auch hier kann man sie beide erkennen - den RB1, an der Nase. Und den RB2 - am Frontwing. Während also die Nase im Gegensatz zum Schwestermodell RB2 schlank gehalten wurde, wirkt der Frontflügel so, als wäre er einfach vom RB2 übernommen worden.
Die Heckpartie: Sie ist jener des RB2 zum Verwechseln ähnlich - auch die kleine Spitze am Ende der Airbox ist am STR1 zu finden. Und auch der Heckflügel selbst wirkt so, als ob er 1:1 vom RB2 übernommen wurde. Anströmungstechnisch weist der STR1 demnach die gleichen Flügel wie der RB2 auf, die Nase jedoch ist unterschiedlich.
Die Sidepods: Die Seitenkästen sind in punkto RB2 ein recht heikles Thema, konnte man mit dem Erstentwurf nicht mehr als drei Runden am Stück drehen, weil sonst der Motor überhitzt wäre. Die Sidepods des wespenartigen RB2 waren zu klein dimensioniert und werden als winterlicher Lapsus in die Geschichte eingehen. Ein Mike Gascoyne unterhielt sich beispielsweise bei den Tests in Barcelona vor zwei Wochen königlich über diesen Fauxpas. "Also wenn du beim Shakedown in Silverstone, im Dezember Kühlprobleme hast, dann hast du wirklich ein großes Problem", feixte der Toyota-Technikdirektor.

Und so verwundert es wenig, dass die Seitenkästen respektive die Kühleinlässe des STR1 größer ausgefallen sind. Das wiederum liegt auch daran, dass im Heck des STR1 ein Zehnzylindermotor brüllt, der auch gedrosselt andere Kühlbedürfnisse hat.
Fazit: Der STR1 ist ein Zwitterwesen aus den beiden bisherigen Red Bull-Modellen RB1 und RB2, wobei die Konstruktionselemente des RB2 eindeutig in der Mehrzahl sind. Diese Konstellation sollte ausreichen, um den STR1 als eigenständiges Fahrzeug durchgehen zu lassen - wobei man jedoch niemals weiß, was die Konkurrenz im Schilde führt. Eines ist sicher: Von den Minardi-Modellen wurde bei der Scuderia Toro Rosso kein einziges Element zum Einsatz gebracht.

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