Die Formel E verkündete am Dienstag im Rahmen des Treffens des Motorsport-Weltrats der FIA in Macau offiziell ihren neuen Rennkalender für die kommende Saison. Die Elektro-Rennserie bleibt dabei ihrem Prinzip treu, dass der Saisonstart noch in diesem Jahr über die Bühne geht und das Finale im Sommer steigt. Dafür gibt es allerdings zwei vollkommen neue Events, welche den Kalender auf 13 Rennwochenenden vergrößern.
Neuer Formel-E-Kalender: Formel-1-Strecken anstelle von Stadtkursen
Dabei handelt es sich um die Debüts der Formel E auf den Rennstrecken von Austin und Zandvoort. Eine weitreichende Änderung betrifft auch den London e-Prix. Dieser bleibt zwar im Kalender, er wird aber anstatt im ExCel-Konferenzzentrum ab 2027 auf dem legendären Brands Hatch Circuit außerhalb der Stadt ausgetragen. Also gleich drei neue Strecken, die Teil des Formel-1-Kalenders waren bzw. sind.
Damit setzt die Rennserie den Trend fort, vermehrt auf klassische Strecken anstatt auf Stadtkurse zu setzen. Diese Schlagrichtung ergibt sich als Notwendigkeit aus der neuen Fahrzeug-Generation und den damit verbundenen strengeren Sicherheitsvorkehrungen, die für enge Stadtstrecken nicht immer umsetzbar sind. Die Gen4-Boliden verfügen über eine Maximalleistung von 600 Kilowatt bzw. 815 PS im Attack-Mode. Zum Vergleich: Das aktuelle Auto - der Gen3 Evo - liefert maximal 350 kW (476 PS).
Neben den drei neuen Rennstrecken und dem Abschied der Stadtstrecke in London bleiben die weiteren Bestandteile des Kalenders unverändert. Das bedeutet, dass die Serie erneut auf dem alten Flughafen Tempelhof in Berlin gastieren wird, und zwar am 8. und 9. Mai. Berlin ist die einzige Stadt, in der seit der Debütsaison der Formel E 2014/15 gefahren wurde.
So sah der Formel-E-Kalender 2025/26 aus:
Formel E Kalender 2026 - Rennen, Startzeit, Strecken
Im Kalender bleiben auch die Stadtkurse von Jeddah, Miami, Sao Paulo, Sanya, Monaco und Tokio. Permanente Rennstrecken besucht die Formel E neben den Neuzugängen auch in Mexiko Stadt, Jarama und Shanghai. Der Saisonauftakt im Dezember kehrt wieder nach Saudi-Arabien zurück, wo zuletzt in der Saison 2021/22 das Formel-E-Jahr eröffnet wurde. Seither hatte die Serie immer ihren Auftakt in Lateinamerika begangen.
Formel E 2026/27: Der Kalender – Alle Rennen und Strecken
| Datum | Land | Strecke | Format |
|---|---|---|---|
| 18.–19. Dezember 2026 | Saudi-Arabien | Jeddah | Doubleheader |
| 16. Januar 2027 | Mexiko | Mexico City | |
| 06. Februar 2027 | USA | Austin | |
| 20. Februar 2027 | USA | Miami | |
| 13. März 2027 | Brasilien | Sao Paulo (Straßenkurs) | |
| 17. April 2027 | China | Sanya | |
| 08.–09. Mai 2027 | Deutschland | Berlin-Tempelhof | Doubleheader |
| 15.–16. Mai 2027 | Monaco | Monaco | Doubleheader |
| 29.–30. Mai 2027 | Großbritannien | Brands Hatch | Doubleheader |
| 18.–19. Juni 2027 | Niederlande | Zandvoort | Doubleheader |
| 26.–27. Juni 2027 | Spanien | Jarama | Doubleheader |
| 10.–11. Juli 2027 | China | Shanghai | Doubleheader |
| 24.–25. Juli 2027 | Japan | Tokio | Doubleheader |
Sprintrennen beim Doubleheader
Insgesamt gehen auf den 13 Strecken 21 verschiedene Rennen über die Bühne, denn wie schon aus der Vergangenheit gewohnt gibt, es eine Reihe von Doubleheadern. Darunter der Saisonauftakt in Jeddah, sowie die gesamte zweite Saisonhälfte beginnend mit den Rennen in Berlin.
Dabei wird es aber nicht mehr zwei gleich lange Rennen am Samstag und am Sonntag geben. Stattdessen führt die Formel E mit dem E-PrixUnleashed eine Art Sprintformat mit einem verkürzten Samstagslauf an. Dieses geht über 30 Minuten statt über die gewöhnliche Renndauer von 45 Minuten.
Das Spannende daran: Im Gegensatz zu einem klassischen Formel-E-Rennen rückt beim Sprintrennen das Thema Energiemanagement in den Hintergrund und es kann über die volle Renndistanz ohne viel Lift and Coast gepusht werden. Wie es die Rennserie ausdrückt, steht dann die "reine Performance des GEN4-Fahrzeugs im Mittelpunkt." Ein Paradigmenwechsel in der Elektro-Meisterschaft, die gerne das Energiesparen und die strategischen Elemente ihrer Rennen betonte.

Punkte gibt es für beide Rennen nach wie vor gleich viele, nämlich jene nach dem klassischen FIA-Schlüssel (25,18,15…). Mehr Punkte werden dafür ab 2026/27 im Qualifying verteilt. Alle Fahrer, welche die Duellphase erreichen, dürfen sich über Zähler freuen. Der Polesetter erhält vier Punkte und P2 drei Stück. Zudem gibt es zwei Punkte für die unterlegenen Semifinalisten, sprich Starplatz 3 und 4, und ein Punkt für die Viertelfinal-Fahrer, also Starplatz 5 bis 8. Bisher gab es im Qualifying nur drei Punkte für den Polesetter zu holen.



diese Formel E Nachricht