Vieles ist neu für Mick Schumacher in seiner ersten IndyCar-Saison. Das Auto, die Rennstrecken inklusive der Ovale, das Team oder die Konkurrenten sind offensichtlich. Weniger offenkundig, wie der 27-Jährige zum Saisonbeginn verriet: "Vor allem das Vokabular. Wörter und Messgrößen sind ziemlich anders als das, was ich kenne. Statt über Meter sprechen wir über Fuß und Yards."
Bei all dem Maßeinheiten-Wirrwarr muss sich das kommende Rennwochenende vom 14. bis 16. August 2026 wie eine nette Abwechslung für den Deutschen anfühlen: Schumacher und die IndyCars gastieren erstmals auf dem temporären Straßenkurs im kanadischen Markham. Die 3,52 Kilometer lange Stadtstrecke folgt auf ein traditionsreiches Rennen im 30 Kilometer entfernten Toronto.
Mick Schumacher: "Fühle mich ein bisschen wie zuhause"
Vorteil Schumacher: In Kanada wird seit den 70er-Jahren offiziell das metrische System genutzt, das er aus seiner europäischen Heimat kennt; also Kilometer statt Meilen, Kilogramm statt Pfund und Grad Celsius statt Fahrenheit. So kann Schumacher den Taschenrechner bei der Reise an die Strecke zuhause lassen, wenngleich zahlreiche Einheimische im täglichen Gebrauch weiter das US-System verwenden.
"In Kanada fühle ich mich ein bisschen wie zu Hause, weil dort die Geschwindigkeit in Kilometern pro Stunde angegeben wird", sagte Schumacher vor dem fünftletzten Saisonrennen. "Ich freue mich darauf, wieder nach Kanada zu kommen. Montreal hat mir wirklich gut gefallen, es war eine tolle Strecke für ein Formel-1-Rennen. Ich bin sehr gespannt darauf, wie Markham sein wird."
Schumacher vor Markham-Debüt im Honda-Simulator
Schumacher und seine RLL-Teamkollegen Graham Rahal sowie Louis Foster hatten im Vorfeld die Gelegenheit, die Strecke im Simulator von Motorenpartner Honda kennenzulernen. Ein kleiner Vorteil für Schumacher, dessen Simulationsmöglichkeiten sich bei RLL üblicherweise arg in Grenzen halten. Der 27-Jährige muss häufig die Freien Trainings nutzen, um die Rennstrecken erst einmal kennenzulernen.
"Ich habe zur Vorbereitung auf das Rennen eine Session im Simulator absolviert, und das war interessant", so Schumacher. "Natürlich ist es noch sehr früh und es ist schwierig, sich vorzustellen, wie es tatsächlich sein wird. Gerade bei neuen Strecken gibt es meistens einige Unterschiede zwischen der Realität und dem Simulator. Aber letztlich ist das für alle anderen genauso. Nach dem, was ich im Simulator gespürt und gehört habe, wird die Strecke sehr uneben sein. Ich freue mich auf diese Herausforderung."
Mick nach Portland-Rennen: "Ich habe mir den Arsch abgefahren"
Schumacher steht das fünfte Stadtkurs-Rennen in der laufenden Saison bevor, nach den Events in St. Petersburg (Ausfall), Arlington (P22), Long Beach (P17) und Detroit (P21). Die Stadtstrecken mit ihren oftmals heftigen Bodenwellen zählten in der Vergangenheit nicht unbedingt zu den Stärken von Rahal Letterman Lanigan Racing.
Schumacher erreichte am vergangenen Wochenende in Portland mit Platz 16 das beste Resultat auf einer Stadt- beziehungsweise Rundstrecke im IndyCar-Kalender. Was dem früheren Formel-1- und WEC-Fahrer dabei auffiel: "Insgesamt sieht es aber so aus, als würde uns aus irgendeinem Grund auf den Geraden noch etwas Speed fehlen. Ich bin mir nicht ganz sicher, woher das kommt. Ich denke, wir müssen das Auto vor Markham noch einmal gründlich analysieren, damit wir dort nicht wieder dasselbe Problem haben."
Ein 16. Platz mag nicht spektakulär klingen für den IndyCar-Rookie, kann in der Endabrechnung aber noch bares Geld wert sein. Schumacher kämpft um den Einzug in den sogenannten Leader's Circle, eine Wertung, in der Preisgeld an die Top-22 der Meisterschaft ausgeschüttet werden. Aktuell belegt er den 24. Rang mit elf Punkten Rückstand zu Christian Rasmussen (P22). Mick über Portland: "Letztlich können wir, glaube ich, zufrieden sein. Am Ende habe ich mir den Arsch abgefahren, um diesen 16. Platz zu verteidigen."
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