Erst elf Rennen ist das Formel-1-Team von Cadillac alt, und schon wird der Teamchef ausgetauscht. Mitten in der Sommerpause geben die US-Amerikaner am 12. August bekannt, dass der für den Aufbau des Projektes verantwortliche Graeme Lowdon gegen Marcin Budkowski ausgetauscht wird.

Lowdon hatte schon als Berater fungiert, als das Projekt noch unter dem Andretti-Banner gekämpft hatte, um überhaupt einen Formel-1-Startplatz zu bekommen. Als FIA und F1 diesen nach der Übernahme durch Cadillac, den GM-Konzern und der TWG-Investmentgruppe 2024 endlich zusprachen, dauerte es nicht lange, ehe Lowdon auch offiziell zum Teamchef ernannt wurde.

Der mit großer Motorsporterfahrung ausgestattete Lowdon, der früher auch unter anderem Teamchef des F1-Hinterbänklers Manor gewesen war, hatte die Aufbauphase des Teams koordiniert. Die dauert aktuell weiter an, selbst wenn Cadillac inzwischen schon Rennen fährt. Immer noch wird an den Fabriken im amerikanischen Fishers nahe Indianapolis und im britischen Silverstone gearbeitet. Immer noch wird mehr Personal rekrutiert.

Ex-Alpine-Mann Marcin Budkowski ersetzt Graeme Lowdon bei Cadillac

Daher kommt es doch überraschend, dass jetzt der Teamchef ausgetauscht wird. "Wir sind Graeme Lowdon dankbar für seine Führung und für die Rolle, die er beim Formieren des Formel-1-Teams von Cadillac gespielt hat", sagt Geschäftsführer Dan Towriss. "Seine Leistungen halfen, eine starke Basis in unserer Aufbauphase zu schaffen, und wir danken ihm und für seinen Einsatz und wünschen ihm alles Gute."

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Jetzt aber übernimmt ein alter Bekannter die Show: Marcin Budkowski. Der 49-Jährige begann 2001 seine Laufbahn als Aerodynamiker beim Formel-1-Team von Prost. In den folgenden Jahren kletterte er in den Aero-Abteilungen von Ferrari und McLaren immer weiter nach oben. Ab 2014 arbeitete er beim Automobil-Weltverband FIA, am Ende als deren F1-Technik-Chef und stellvertretender F1-Renndirektor, ehe Renault es schaffte, ihn auf die Team-Seite zurückzuziehen.

Bei Renault respektive Alpine agierte Budkowski dann ab 2021 kurz als De-facto-Teamchef, ehe er seinen Hut nehmen musste, als die Franzosen 2022 einen ihrer häufigen Management-Umbrüche durchzogen. Ab da verdingte er sich im Consulting-Bereich, als TV-Experte und im Management von Junior-Fahrern. Dann klopfte Cadillac.

Brauchte Cadillac nach Problem-Start einen erfahrenen F1-Manager?

"Marcins Verpflichtung markiert einen weiteren wichtigen Schritt in unserer anhaltenden Evolution", freut sich Towriss über eine hochklassige Personalie, die Know-how aus etablierten F1-Top-Teams und auch von der FIA vorweisen kann. "Marcin bringt herausragende F1-Erfahrung, technische Expertise und strategische Führungsstärke, die unsere Organisation stärken wird und uns helfen wird, eine Sieger-Mentalität und die dafür nötigen Werkzeuge und Prozesse für langfristigen Erfolg zu schaffen."

"Für mich ist es ein Privileg, Cadillacs Formel-1-Team an der Strecke ab dem nächsten Wochenende in Zandvoort zu leiten", bestätigt Budkowski selbst einen sofortigen Dienstantritt. "Mein Fokus wird darauf liegen, die Leute, Werkzeuge und den Informationsfluss zu koordinieren, damit die richtigen Entscheidungen schnell getroffen werden und die Leistung des Autos mit jedem Rennen besser wird."

Budkowski zieht den Trend der Cadillac-Anwerbungen aus dem "Team Enstone"-Umfeld weiter. Auch im Management-Bereich. So wird Budkowski auf den ihm bestens bekannten Nick Chester treffen. Der heutige Technische Direktor von Cadillac war zu Budkowskis Zeit bei Renault auch dort Technischer Direktor.

Die Fortschritte in den ersten elf Rennen waren bei Cadillac auf der Strecke zuletzt jedenfalls stockend gewesen. Nicht nur, dass das Auto langsam ist, das war noch zu erwarten. Aber die anhaltenden Defekte sorgen erst recht für Frust, besonders bei den Fahrern, die von so fundamentalen Problemen wie regelmäßigen Bremsdefekten und wiederholten Aufhängungsschäden zunehmend genug haben. Mehr zur Kritik von Sergio Perez gibt es hier: