Dramatischer Start für Rene Rast beim WEC-Rennen in Fuji: Der BMW-Fahrer und aktuelle Meisterschaftsführende erlebte ein Wechselbad der Gefühle in den ersten zwei von insgesamt sechs Rennstunden. Trauriger Höhepunkt: Rast erlitt nach knapp zwei Stunden einen Reifenschaden und musste einen ungeplanten Boxenstopp einlegen, womit sein #20 BMW M Hybrid V8 mehr als eine Minute verlor.

Rast hatte das sechste Saisonrennen vom 17. und damit letzten Startplatz in der Hypercar-Klasse aufgenommen. Weil das Qualifying am Samstag wetterbedingt abgesagt werden musste und deshalb die schnellsten Rundenzeiten aus den Freien Trainings ausschlaggebend waren für die Startaufstellung, fanden sich Rast, Sheldon van der Linde und Robin Frijns am Ende des Feldes wieder. BMW hatte in den Trainings auf eine Qualifying-Simulation verzichtet.

Rene Rast mit großer Aufholjagd in Fuji

Bei der Doppel-Pole von Alpine legte Rast in der ersten Rennstunde die größte Aufholjagd hin: Er verbesserte sich um sieben Positionen bis auf Platz zehn. Rast gelang es sogar, seinen ersten Stint um mehrere Runden zu verlängern, sodass er in Runde 40 als letzter aller 17 Hypercar-Fahrer in Führung liegend seinen Boxenstopp einlegte.

Wenig später rückte das Safety Car in Folge eines Unfalls von einem Aston Martin Vantage GT3 aus, was fast alle Hypercars für einen zusätzlichen Boxenstopp nutzten. Es war bereits die zweite SC-Phase nach einer Start-Karambolage im GT3-Feld. Rast fand sich zum Re-Start an zwölfter Stelle wieder, hatte zwar den Stint-Vorteil verloren, aber effektiv fünf Plätze seit dem Start gewonnen.

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Der #20 BMW M Hybrid V8 beim WEC-Rennen in Fuji, Foto: IMAGO/PsnewZ

BMW-Star Rast im Pech: Auf Dreher folgt Reifenschaden

Dann ging es jedoch bergab für den dreifachen DTM-Champion: Rast drehte sich in Runde 60 zunächst nach einem unglücklichen Kontakt mit einem GT3-Fahrzeug und fiel bis auf den 17. Platz zurück. Drei Umläufe später geriet er mit dem #51 Ferrari 499P des amtierenden WEC-Weltmeisters James Calado aneinander und schlitzte sich dabei den rechten Hinterreifen auf.

Rast schleppte sich mit seinem BMW in langsamer Fahrt Richtung Boxengasse, wo sich der beschädigte Reifen selbstständig machte, vom Fahrzeug abfiel und dabei auch noch die Heckpartie beschädigte. Den ungeplanten Stopp nutzte BMW für den ersten Fahrerwechsel, Sheldon van der Linde übernahm von Startfahrer Rast.

Rast und Co. droht Verlust der WEC-Gesamtführung

Bei noch vier zu absolvierenden Stunden braucht der #20 BMW ein kleines Wunder, um auf der japanischen Rennstrecke zu punkten. Andernfalls drohen Rast und Frijns (van der Linde verpasste das Rennen in Imola) die geteilte Führung in der Fahrer-WM an Toyota zu verlieren. Der punktgleiche #7 Toyota (Conway, Kobayashi, De Vries) belegte zu diesem Zeitpunkt den siebten Platz.

Startfahrer Nyck de Vries erlebte ebenfalls hektische Stunden im Cockpit des #7 Toyota TR010 Hybrid: Der amtierende Le-Mans-Sieger fing sich früh einen schleichenden Plattfuß ein und fiel ans Ende des Feldes zurück. Eine Safety-Car-Phase egalisierte den ungeplanten Boxenstopp. In Runde 43 drehte sich de Vries nach einer Kollision mit Alpine-Fahrer Ferdinand Habsburg beim Kampf um die Podestplätze.

Der Toyota-Fahrer hatte dabei Glück und fiel 'nur' zwei Plätze bis auf P5 zurück. Nach den ersten zwei Stunden führte der #36 Polesetter-Alpine (Viktor Martins/Jules Gounon) vor dem Schwesterauto um den Österreicher Habsburg. An dritter Stelle lag der #007 Aston Martin Valkyrie (Tincknell, Gamble). Zu den Verlierern des ersten Renndrittels zählte Andre Lotterer im Genesis. Der dreifache Le-Mans-Sieger fiel nach dem Start von P5 frühzeitig aus den Top-10 heraus, weil er mit seinen Medium-Reifen chancenlos war gegen die Konkurrenz auf Soft-Mischungen.