Cadillac hat beim WEC-Saisonfinale 2026 in Monza einen blitzsauberen Sieg errungen. Schlussfahrer Earl Bamber und seine Teamkollegen Jack Aitken sowie Earl Bamber bescherten dem #38 Jota-Cadillac V-Series.R den ersten Sieg in diesem Jahr sowie den zweiten in der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Der #36 Alpine (Gounon, Martins) und der #51 Ferrari (Pier Guidi, Giovinazzi, Calado) komplettierten das Podium auf den Plätzen zwei und drei.
Im abwechslungsreichen 6-Stunden-Rennen mit vier Safety-Car-Phasen war der bereits feststehende Weltmeister Toyota von Beginn an chancenlos. Die #8 Crew mit Formel-1-Debütant Ryo Hirakawa, Sebastien Buemi und Brendon Hartley sicherte sich die Fahrer-WM mit Platz elf und einer Runde Rückstand. Das #7 Schwesterauto (Conway, Kobayashi, De Vries) landete als letzter verbliebener Titelgegner dahinter auf dem zwölften Platz.
Cadillac-Sieg in Monza: Frühe Vorentscheidung
Jack Aitken im von P3 gestarteten #38 Cadillac übernahm die Führung bereits in der 8. Runde von Genesis-Pilot Daniel Juncadella (später Technik-Ausfall von P2). Das kam einer Vorentscheidung nach wenigen Minuten gleich: Aitken und Co. leisteten sich keinen einzigen Fehler und verteidigten den Sieg mit 5,6 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten #36 Alpine mit Schlussfahrer Victor Martins.

Es war ein emotionsgeladenes Podium - ohne Caddy-Pilot Aitken, der noch während des Rennens abgereist war, um bei der bevorstehenden Geburt des gemeinsamen Kindes seine Lebensgefährtin unterstützen zu können. Für Teamkollege Bourdais war es das letzte Rennen in Diensten von Jota-Cadillac. Und die Alpine-Mannschaft verabschiedet sich zum Saisonende komplett aus der WEC. Das #35 Schwesterauto verunfallte zuvor in aussichtsreicher Position, Fahrer Charles Milesi entging dem 20-G-Einschlag unverletzt.
Irre: Aston Martin verdrängt Ferrari vom Podium
Aston Martin durfte sich nur kurz über den vermeintlichen dritten Platz freuen. Der #007 Valkyrie (Tincknell, Gamble) kassierte mit dem Zieleinlauf eine 20-Sekunden-Zeitstrafe wegen eines Reifendruck-Verstoßes und fiel auf Rang vier zurück. Zuvor hatte Schlussfahrer Tom Gamble völlig überraschend 13 Minuten vor dem Ende den dritten Platz von Ferrari-Pilot Antonio Giovinazzi übernommen.
In dieser Situation hoffte Aston Martin auf ein Safety Car, weil es offenbar knapp wurde mit dem Sprit. Knapp zwei Minuten vor dem Zieleinlauf verunfallte dann #12 Cadillac-Fahrer Alex Lynn heftig nach einer Kollision mit Malthe Jakobsen beim Kampf um Platz fünf. Doppel-Gelb an der Unfallstelle bremste das Feld zumindest etwas ein. Die Reifendruck-Strafe blieb dennoch nicht aus.
Bei Ferraris zweitem Heimspiel nach dem Saisonauftakt in Imola war die #51 Crew um Giovinazzi auf P3 das bestplatzierte Auto. Das von der Pole Position gestartete #50 Schwesterauto (Fuoco, Molina, Nielsen) war frühzeitig in Probleme geraten: Startfahrer Miguel Molina musste wegen zu geringer Reifendrücke auf Anweisung der Rennleitung einen ungeplanten Boxenstopp einlegen und kassierte obendrein eine 20-Sekunden-Strafe.
Den #83 AF-Corse-Ferrari um Robert Kubica ereilte das gleiche Reifendruck-Schicksal. Der Pole verlor später während einer Safety-Car-Phase zudem ein Rad und musste eine weitere Runde - insgesamt waren es zehn (!) - durch die Boxengasse drehen. Die beiden Ferrari kamen danach nicht über die Plätze sieben (#50) und acht (#83) hinaus.
BMW verteidigt Vize-WM gegen Ferrari
Der bestplatzierte der beiden BMW in Form des #15 M Hybrid V8 (Marciello, Magnussen, D. Vanthoor) lief als Sechster hinter dem Peugeot ins Ziel ein. Die Hoffnungen der Münchner ruhten lange Zeit auf dem #20 Schwesterauto, das Startfahrer Rene Rast bis in die Top-5 geführt hatte. Sheldon van der Linde mischte nach dem Fahrerwechsel lange Zeit munter ums Podium mit, bis es nach dem letzten Fahrerwechsel auf Robin Frijns bergab ging: Der Niederländer kämpfte mit technischen Problemen und wurde immer weiter bis auf P11 (P9 im Ziel) durchgereicht.
BMW (166 Punkte) verteidigte dennoch knapp die Vize-Weltmeisterschaft hinter Toyota (213) und vor Ferrari (152). Die BMW-Fahrer Kevin Magnussen und Raffaele Marciello belegten in der Fahrer-Wertung den dritten Platz hinter den beiden Toyota-Crews. Rast und Frijns wurden Gesamt-Siebte.
Die 75.000 Zuschauer (am Wochenende) erlebten turbulente erste Rennstunden mit vier Safety-Car-Phasen. Zweimal waren Abflüge von GT3-McLaren (Runden 26 und 46) der Auslöser, dazu der ärgerliche Technik-Ausfall des #19 Genesis (Runde 64) sowie am Ende der Highspeed-Unfall von Milesis Alpine im 104. Umlauf. Drei Full-Course-Yellow-Phasen bremsten das Rennen zusätzlich ein.
LMGT3-Klasse: Manthey verpasst Titelverteidigung trotz Sieg
In der LMGT3-Klasse gelang Manthey-Porsche eine beeindruckende Aufholjagd, doch der Sieg des #92 Elfers rund um Richard Lietz (100. WEC-Rennen) reichte nicht zur Titelverteidigung. Der Österreicher und seine Teamkollegen Yasser Shahin sowie Riccardo Pera waren nur von P11 gestartet.
LMGT3-Spitzenreiter Jonny Edgar und seine Corvette-Teamkollegen Ben Keating sowie Nicki Catsburg ließen sich nichts zu Schulden kommen und führten die #33 TF-Sport-Corvette souverän zum dritten Platz. Damit schnappte sich der Brite Edgar alleinig die Meisterschaft, nachdem seine beiden Teamkollegen einige Rennen verpasst hatten.



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