Ben Dörr (Dörr-McLaren) hat das aufregende und teilweise chaotische Sonntagsrennen der DTM auf dem Sachsenring gewonnen. Der McLaren-Pilot setzte sich nach zwei späten Safety-Car-Phasen vor den beiden Manthey-Porsche-Fahrern Thomas Preining und Ricardo Feller durch. Dörr führte das Rennen nach dem Start auf nasser Piste zeitweise mit mehr als 13 Sekunden Vorsprung an und behielt auch in der hektischen Schlussphase die Nerven. Für den Rennstallbesitzer-Sohn war der zweite Saisonsieg.
Preining setzte seine beeindruckende Serie fort und errang sein sechstes Podium in Folge. "Fühlt sich an wie zwei Siege, es war sehr herausfordernd für alle", sagte er. Der Österreicher baute zudem seinen Vorsprung in der Meisterschaft zu Maro Engel (Winward-Mercedes) aus. Der Pole-Setter beendete das Rennen hinter Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari, von P14 gestartet) auf dem fünften Platz. Aber: Engel stand wegen einer späten Kollision mit Kelvin van der Linde nach dem Rennende unter Beobachtung der Rennleitung.
DTM Punktestand: DTM Gesamtwertung 2026 als Tabelle
Turbulentes DTM-Rennen am Sachsenring
Hinter dem vorläufig Fünftplatzierten Engel folgten auf den Plätzen sechs, sieben und acht: Lucas Auer (Landgraf-Mercedes), der von P16 gestartete Marco Wittmann (Schubert-BMW, Sieger am Samstag) und Ferrari-Pilot Vermeulen. Der junge Niederländer hatte sich neben fünf anderen Piloten für einen Start auf Regenreifen entschieden und pflügte damit zu Beginn durchs Feld. Der Vorteil der Regenreifen hielt etwa bis zu den ersten von zwei Pflicht-Boxenstopps, bevor sich das wilde Treiben etwas beruhigte.
Die zweite Boxenstopp-Phase verlief zuweil unter gelben Flaggen, weil Nicki Thiim den frisch gestoppten Jules Gounon am Ausgang der Boxenfahrt abräumte. Für beide war das Rennen vorzeitig beendet, während Gounon mit einem Verband an der Hand abdampfte. In der letzten Runde krachte es dann noch einmal zwischen Engel und van der Linde - Ausgang offen.
DTM Sachsenring 2026: So lief das Rennen am Sonntag
Die Startaufstellung: Maro Engel sicherte sich im Qualifying auf nasser Strecke seine zweite Saison-Pole. Ricardo Feller komplettierte die erste Startreihe: Auf den Positionen drei bis sechs: Jules Gounon, Ben Dörr, Bastian Buus und Thomas Preining. Die Titelanwärter Marco Wittmann und Nicki Thiim mussten von den Plätzen 16 und 19 starten.
Der Start: Der Start wurde um 10 Minuten verschoben, weil zuvor die Strecke gereinigt werden musste. Rennleiter Sven Stoppe entschied sich für zwei Formationsrunden wegen der nassen und nur langsam abtrocknenden Streckenbedingungen. Der Regen hatte allerdings aufgehört.
Pole-Setter Maro Engel blieb zunächst in Führung, während Hintermann Ricardo Feller vom zweiten bis auf den vierten Platz durchgereicht wurde. Bastian Buus (von P4) profitierte vom Grip seiner Regenreifen und übernahm noch in der Startrunde die Führung vor Engel! Eine Mega-Aufholjagd auf Regenreifen gelang auch Thierry Vermeulen, der sich vom 15. bis auf den dritten Platz verbesserte. Buus, Vermeulen, Glock, Thiim, Kalender und Primm hatten sich als einzige Fahrer für einen Start auf Regenreifen entschieden.
Parallel dazu krachte es im hinteren Feld mit mehreren Autos, außerdem kamen Lucas Auer und Simon Connor Primm kurz von der Strecke ab - es war ein höchst turbulenter Start bei schwierigen Streckenverhältnissen!
Die erste Rennhälfte: In Runde 5 überholte Dörr den Land-Porsche von Buus und übernahm die Führung. Buus fiel wenig später immer weiter zurück - bis auf Platz sieben mit seinen abbauenden Regenreifen, bevor er zum ersten Pflicht-Boxenstopp abbiegen konnte. Alle sechs Wet-Starter bogen natürlich umgehend zum Wechsel auf Slicks ab.
Es tobte weiter das wahre Leben auf der Strecke: Während Dörr seinen Vorsprung zu van der Linde auf gigantische 7 Sekunden ausbaute, fiel dahinter Engel hinter Engstlers Abt-Lambo auf P5 zurück. Engstler kassierte in Runde 10 auch noch Preining und preschte auf P3 vor. Das halbe Feld hatte zu diesem Zeitpunkt bereits gestoppt, während die Spitzengruppe zunächst draußen blieb.
Preining machte von P4 den Anfang und ließ in Runde 11 neue Reifen aufziehen. Parallel dazu setzte Engstler seine Aufholjagd fort und kassierte van der Lindes BMW für P2. Bei der Schubert-Box gab es offenbar ein Kommunikationsproblem bezüglich des Boxenstopps. In Runde 13 bogen dann Engel, van der Linde und Engel zum Reifenwechsel ab und kehrten in gleicher Reihenfolge zurück ins Geschehen.
Spitzenreiter Dörr legte seinen Pflicht-Stopp in Runde 14 ein, Maximilian Paul folgte auf dem Fuße. Einen Umlauf später folgte Lucas Auer als letzter aller 22 Piloten und holte sich frische Reifen ab. Die Top-10 nach der ersten Runde der Boxenstopps: 1. Dörr, 2. Preining, 3. Feller, 4. Cairoli, 5. Van der Linde, 6. Engstler, 7. Vermeulen, 8. Wittmann, 9. Engel, 10. Gounon
Der weitere Rennverlauf: Tom Kalender musste seinen Landgraf-Mercedes in Runde 17 abstellen und markierte den zweiten Ausfall nach Nicolas Baert. Cairoli bremste sich an Feller vorbei und übernahm die dritte Position in Runde 18. Engel schnappte sich Vordermann Vermeulen mit einem spektakulären Manöver und damit die siebte Position (Runde 20). Dann beruhigte sich das Geschehen ein wenig, während Dörr weiterhin mit 13 Sekunden vor Preining führte.
Maro Engel schnappte sich Engstler 2 Minuten bevor sich das zweite Boxenstopp-Fenster öffnete. Mit Feller, van der Linde, Engel, Engstler, Vermeulen, Buus, Glock, Primm, Thiim, Maini und Bortolotti bogen sofort in Runde 26 ganze zwölf Fahrer ab und sorgten für reichlich Action in der Boxengasse.
In Runde 27 folgten Wittmann, Gounon, Mapelli und Wiebelhaus. Wenig später krachte es nach der Boxenausfahrt: Gounon erhielt einen Treffer vom heranrauschenden Thiim, auch Engstler wurde in die Kollision verwickelt. Für Gounon und Thiim war das Rennen beendet, wobei sich der Mercedes-Pilot das Handgelenk hielt.
Parallel dazu legte Preining seinen zweiten Stopp (Runde 28) unter gelben Flaggen ein. Eine Runde später folgten Spitzenreiter Dörr, Cairoli, Auer und Paul, bevor die Rennleitung nach allen absolvierten Stopps das Safety Car rausschickte. Damit war Dörrs 10-Sekunden-Vorsprung für die Katz'.
Die Top-10 vor dem Re-Start: 1. Dörr, 2. Preining, 3. Cairoli, 4. Feller, 5. Van der Linde, 6. Engel, 7. Auer, 8. Vermeulen, 9. Wittmann, 10. Engstler.
Beim Re-Start war die reguläre Zeit bereits abgelaufen, doch wegen des SC-Einsatzes wurde das Rennen um 3 Runden verlängert. Dörr flog sofort an der Spitze davon, während sich dahinter Preining gegen Cairoli verteidigte - und Feller am Ferrari vorbei ging! Dann traf Engel seinen Vordermann van der Linde und beförderte den BMW ins Kiesbett. Es folgt das nächste Safety Car...
Das Rennen wurde mit einer letzten Runde noch einmal freigegeben. Dörr entwischte den beiden Manthey-Porsche erneut mit großem Vorsprung. Engel attackierte Cairoli für P5, kam aber nicht vorbei. Wittmann kassierte im letzten Moment Vordermann Vermeulen und übernahm Platz sieben. Danach war das aufregende wie chaotische Rennen beendet.



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