Mit den Plätzen 21 und 22 blieb Virgin in der Qualifikation zwar erneut vor HRT, den Ansprüchen von Pilot Timo Glock werden diese Ergebnisse aber selbstverständlich nicht gerecht. Ungewohnt war allerdings auch die Reihenfolge der beiden Boliden von Sir Richard Branson. Rookie Jerome d'Ambrosio qualifizierte sich über eine halbe Sekunde vor seinem erfahrenen Teamkollegen aus Deutschland. Für Glock gab es daher noch weniger Grund zur Freude.

"Insgesamt war das schon ein besserer Tag als gestern, denn wir waren wenigstens dazu in der Lage, unser Programm zu absolvieren. Dass wir es jedoch nicht geschafft haben unser bestes Qualifying-Resultat einzufahren ist enttäuschend", sagte Glock frustriert. "Ich hatte bei meinem ersten Versuch Probleme die Reifen auf Temperatur zu kriegen und auch beim zweiten Run liefen die Reifen nicht wirklich gut. Ich denke also, dass die Veränderungen, die wir zwischen dem dritten freien Training und dem Qualifying vorgenommen haben nicht unbedingt gut waren", erklärte der Deutsche.

"Wir sind das wohl ein bisschen zu konservativ angegangen. Aber wer weiß das schon?", rätselte der Virgin-Pilot. "Vielleicht hilft uns das dafür im Rennen", wollte der 29-Jährige die Hoffnung nicht aufgeben: "Wir werden uns die Daten genau ansehen und schauen, was diese uns verraten. Danach werden wir eine gute Strategie für morgen ausarbeiten und die Zielflagge anpeilen." Mehr Grund zur Freude gab es für Stallgefährte Jerome d'Ambrosio. Der belgische Rookie konnte Glocks Zeit um eine halbe Sekunde unterbieten und freute sich über das für ihn persönlich gute Ergebnis.

"Ich bin sehr glücklich. Was ich heute mitnehme, ist die Erkenntnis, dass ich mich weiter verbessere und obwohl ich noch viel zu lernen habe, bin ich in die richtige Richtung unterwegs", strahlte der 25-Jährige. "Das ist das Wichtigste für mich und wir stehen immer noch am Anfang. Ich habe viel zu tun, aber der Weg, wie ich arbeite und wie auch jeder andere im Team arbeitet ist gut und die Resultate zeigen uns, dass die Richtung, der wir folgen, die richtige ist. Es war ein guter Samstag", resümierte der Belgier zufrieden.

Etwas zurückhaltender sah die Lage sein Teamchef John Booth. "Wir haben uns nach einem schwierigen Start in das Wochenende zurückgekämpft und sind als Resultat nun viel näher dran, als wir erwartet hatten", so der Virgin-Teamleiter. "Timo hatte allerdings Probleme mit den Reifen. Wir hoffen aber, dass die Abstimmung besser zu den morgigen Rennbedingungen passen wird. Jerome hingegen hat herausragende Arbeit geleistet und alles lief gut für ihn. Nach einem schwierigen dritten Training hat er sich zurückgekämpft, als es darauf ankam. Er nimmt von Rennen zu Rennen mehr Dinge selbst in die Hand", freute sich Booth.