Mit dem Großen Preis von Barcelona-Catalunya hat George Russell 100 Rennen für Mercedes in seiner Formel-1-Karriere absolviert. In diesen 100 Rennen erlebte der Brite sowohl Höhe- als auch Tiefpunkte. Eine für ihn besonders prägnante Erinnerung bleibt der Crash von Zhou Guanyu beim Großbritannien Grand Prix 2022. "Das war eines der furchterregendsten Dinge, die ich jemals vom Cockpit aus gesehen habe", blick Russell im Interview mit F1.com zurück.

Russell selbst half bei der Bergung von Zhou und seinem Auto nach dem Crash. Auf den Barrieren winkte der Brite die Marshalls zu sich heran. "Das hat sich in diesem Moment so angefühlt, als gehe es um Leben und Tod. Da wusste ich, was ich zu tun hatte."

Russell wählt die menschliche Seite statt den F1-Fahrer

Der heutige WM-Dritte fuhr damals seine erste Mercedes-Saison nach drei Jahren bei Williams. Russell startete von Position acht und damit nah am Mittelfeld. Sein damaliger Teamkollege Lewis Hamilton startete von Platz fünf. "Ich hatte einen wirklich schlechten Start. Ich war auch der einzige auf harten Reifen."

Die Konkurrenz flog links und rechts am Mercedes-Piloten vorbei – darunter auch Zhou Guanyu im Alfa Romeo Sauber. Doch hinter Russell und Zhou versuchte sich Pierre Gasly zu behaupten. Russell sah diesen jedoch nicht, lenkte ein und wurde an der hinteren linken Seite getroffen.

Russells Mercedes W13 drehte sich nach links und traf seinerseits Zhou. "Sein Auto hat sich gedreht und ist durch den Kies geflogen." Zhous Alfa Romeo flog regelrecht über den Kies. Und dann ist er hinter der Barriere gelandet."

Russells Mercedes hingegen hätte durchaus noch weiterfahren können. Doch der Brite stoppte den W13 und rannte zur Barriere hin. "Der Rennfahrer in mir hat gesagt ich muss hier jetzt weiter fahren. Dann hat sich die menschliche Seite gemeldet", blickt Russell zurück.

"Blick geht in Richtung der nächsten 100" - George Russell im WM-Kampf

Neben schockierenden Momenten erlebte Russell bei Mercedes auch Erfolge wie seinen ersten Formel-1-Rennsieg in Brasilien 2022 oder seinen ersten Mercedes-Einsatz durch die Covid-19-Erkrankung von Lewis Hamilton. "Ich erinnere mich, wie ich damals den Anruf von Toto bekommen habe", so Russell.

Aktuell kämpft der Brite um die Weltmeisterschaft, liegt allerdings deutlich hinter Teamkollege Kimi Antonelli in der Fahrer-Weltmeisterschaft zurück. Trotz aktuell schwieriger Ausgangslage freut sich Russell auf die nächsten Rennen mit den Silberpfeilen.

Grand-Prix-Starts für Mercedes (seit 2010)

FahrerRennen für Mercedes
Lewis Hamilton245
Nico Rosberg136
Valtteri Bottas101
George Russsell100
Michael Schumacher58
Kimi Antonelli31

"Der Blick geht jetzt in Richtung der nächsten 100! Es war so eine lange Reise. Ich erinnere mich noch, wie ich auf den Barrieren stand und geschrien habe, dass sie Zhous Auto anheben sollen. Genauso wie ich mich an meinen Rennstart vor meinem ersten Sieg in Sao Paulo erinnere. Es fühlt sich alles wie gestern an."

In der Welt der Formel 1 geht es auch ohne Rennen hoch her. Rund um die Boxen-Strafen in Monaco herrschten viele Diskussionen. Auch rund um die Strafe gegen George Russell. Wir haben darüber im folgenden Video gesprochen. Jetzt reinschauen!

Strafen-Chaos in der F1: Red Bull & McLaren legen Berufung ein! (16:53 Min.)