Ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Spanien ließ Fernando Alonso durchblicken, dass sich seine F1-Karriere dem Ende nähert. Und wer kann es ihm angesichts der Probleme bei Aston Martin verübeln? Auch für Honda muss es sich anfühlen, als wäre man Teil einer schlechten Fortsetzung von "Und täglich grüßt das Murmeltier". Die schwache Performance und die mangelnde Zuverlässigkeit 2026 erinnern stark an Hondas Formel 1-Rückkehr 2015 mit McLaren.
Honda-Bilanz 2026: Nicht zufrieden
Aktuell liegt Aston Martin mit gerade einmal einem WM-Pünktchen auf dem vorletzten Platz der Konstrukteurswertung. "Natürlich ist Lawrence [Stroll; Anm. d. Red.] mit der aktuellen Situation nicht zufrieden, und ich bin es ebenfalls nicht", sagte HRC-Präsident Koji Watanabe. Trotzdem denkt keine Partei daran, das Handtuch zu werfen. "Wir sprechen oft darüber, wie wir die aktuelle Lage verbessern können -inklusive der Performance der Antriebseinheit, der Chassis-Performance und der Team-Operationen -, um wieder dorthin zu kommen, wo wir hinwollen."
Einmal mehr erinnerte Watanabe daran, dass sich die Partnerschaft zwischen Honda und Aston Martin in der Aufbauphase befindet, in der mehrere zentrale Komponenten erstmals zusammengeführt werden müssen: ein neues Chassis, ein neues Getriebe, ein neuer PU-Lieferant, ein neuer Windkanal, eine neue Fabrik sowie neues Personal. "Diese Elemente miteinander zu verzahnen, ist keine Aufgabe, die sich im Handumdrehen erledigen lässt", betonte Watanabe und fügte hinzu: "Die Herausforderung Formel 1 anzunehmen, gehört zur DNA von Honda und das hat sich nicht geändert. Wir haben ein langfristiges Engagement."
F1-Experte Christian Danner hat sich den Sound der neuen Motorengeneration genau angehört. Sein Fazit im Video:
Update im Sommer: Keine Wunder über Nacht
Auch wenn Aufgeben für die Japaner nicht in Frage kommt, so will man schnellstmöglich das hintere Feld der F1 verlassen. Für den Sommer ist ein erstes großes Update-Paket geplant, das sich auf die Verbesserung des Verbrennungsmotors konzentriert. Aber auch wenn sich Honda davon einen Fortschritt erhofft, warnt Watanabe vor zu großen Erwartungen: "Es wird die Situation nicht über Nacht dramatisch verändern, daher bleibt unser Ansatz unverändert und wir werden weiterhin mit einer langfristigen Perspektive arbeiten."
Doch kurzfristig steht dieses Wochenende mit dem Österreich GP ein weiterer Härtetest für Aston Martin und Honda an. "Die Realität ist, dass wir hier möglicherweise einen Nachteil gegenüber anderen PU-Herstellern sehen werden, aber wir werden Elemente wie unser Energiemanagement und die Fahrbarkeit anpassen, um unser Paket für das Wochenende zu maximieren", sagte Chefingenieur Shintaro Orihara.
Der Red Bull Ring weist nicht nur aufgrund seiner Lage erhebliche Höhenunterschiede auf, sondern ist auch "nur" 4,326 km lang. "Trotz der geringen Länge gibt es drei recht bedeutende Geraden, die eine hohe Belastung für die Antriebseinheit darstellen", weiß Orihara und warnt vor einer weiteren Problematik: "Die MGU-H fehlt uns 2026 zur Unterstützung des Turboladers, was es schwieriger macht, den Turbolader und den Motor unter den Bedingungen korrekt zu betreiben. In FP1 werden wir daher zunächst das Verhalten testen."
Honda-Boss setzt auf Geduld
Dass sie eine schier aussichtslose Situation in einen Erfolg verwandeln können, hat Honda erst in der jüngeren Vergangenheit bewiesen, als man mit Red Bull Siege und Weltmeisterschaften gewann. Entsprechend groß ist weiterhin die Unterstützung für das F1-Projekt seitens des Hauptquartiers. "Das Honda-Management nimmt die aktuelle Situation sehr ernst und ist mit den derzeitigen Ergebnissen nicht zufrieden. Es besteht ein gemeinsames Verständnis, dass Verbesserungen notwendig sind, gleichzeitig aber auch ein klares Verständnis dafür, dass dieses Projekt mittel- bis langfristig bewertet werden muss und nicht nur anhand dieses Jahres", so Watanabe.



diese Formel 1 Nachricht