Noch immer sorgt Lewis Hamiltons erster Triumph in Rot für reichlich Gesprächsstoff in der Formel 1. Für viele ist es das langersehnte Sprungbrett zu seinem achten WM-Titel, auch wenn der Brite selbst vor übertriebenen Zukunftsprognosen mahnt: "Es ist sehr schwierig, langfristig zu denken, momentan schauen wir nur aufs nächste Rennen."

Im "High Performance Racing"-Podcast zeichnete Ex-Ferrari-Ingenieur Rob Smedley allerdings ein Bild, das es bei Ferrari so zuletzt Anfang der 2000er-Jahre gab. "Ich bin in vielen Chat-Gruppen mit meinen ehemaligen Kollegen, und sie sind alle überglücklich mit Lewis – sie lieben ihn einfach", erzählte Smedley, der rund ein Jahrzehnt Teil der Ferrari-Familie gewesen ist.

F1-Renningenieur: Hamilton wird oft falsch verstanden

Er sieht Lewis Hamilton am Beginn einer Geschichte, die stark an Michael Schumacher erinnert. Der Kerpener wechselte 1996 von Benetton nach Maranello, entwickelte sich zum absoluten Teamleader und leitete nach harten Aufbaujahren ab dem Jahr 2000 eine beispiellose Ära des Erfolgs ein. "Alles, was ich sehe, wenn ich die italienischen Zeitungen lese oder mit meinen Kollegen bei Ferrari spreche, ist, dass sie ihn alle lieben und ihn auf ein Podest stellen", so Smedley.

Den Grund für die Euphoriewelle sieht Smedley vor allem darin, wie sich Hamilton nach einem enttäuschenden Debütjahr zurückgekämpft hat. "Wenn du alles von dir hineinsteckst und immer wieder scheiterst, aber immer wieder zurückkommst und es erneut versuchst … dann ist es, wenn es irgendwann passiert, wie ein Ausbruch von Emotionen." Auch Michael Schumacher habe nie aufgegeben, sondern stets hart gearbeitet und volles Commitment gezeigt. Das gleiche Verhalten lege Hamilton seit seinem Wechsel von Mercedes an den Tag.

"Die Leute verstehen Lewis oft falsch, wegen der Hülle, die er sich durch seine öffentliche Persona aufgebaut hat. Er steckt so unendlich viel Einsatz hinein", bricht Smedley eine Lanze für den Rekordchampion.

Düstere Prognose für Leclerc

Dabei ruhte die Hoffnung der Tifosi lange Zeit auf Charles Leclerc. Erst kürzlich verlängerte der Monegasse seinen Vertrag mit der Scuderia, auch wenn er aktuell sichtlich mit seiner Performance kämpft. Für Smedley steht fest, dass Leclerc schon bald wieder in die Spur zurückfinden wird - doch selbst dann dürfte Hamilton die Oberhand im teaminternen Duell behalten.

"Lewis wird immer besser und besser. Im Moment ist das Kräfteverhältnis für Charles nicht sehr angenehm, Lewis ist ihm in den letzten Rennen weit voraus. Gegen Ende der Saison wird es vermutlich wieder ausgeglichener sein, aber ich denke einfach, dass Lewis das am Ende knapp für sich entscheiden wird."

Die Formel 1 hat das Motoren-Reglement für 2026 leicht angepasst, doch Christian Danner ist alles andere als zufrieden mit den Änderungen.

Danner über Motorenregeln: Es ist zu wenig meiner Ansicht nach (05:16 Min.)