Das Reglement zu Motor-Nachbesserungen in der Formel 1 ist nach langen Diskussionen seit dem letzten Wochenende endlich auch auf der Rennstrecke angekommen, Ferrari und Audi in Spielberg eine angepasste Power Unit an die Strecke gebracht hatten. Noch nichts gab es hingegen aus dem Hause Honda.

Der japanische Exklusiv-Ausstatter von Aston Martin arbeitet aktuell noch an seinem ersten Power-Unit-Upgrade, und das obwohl Honda aufgrund des erwiesenen Rückstands von weit mehr als vier Prozent bereits in dieser Formel-1-Saison gleich doppelt nachlegen könnte. Hondas Trackside-Manager Shintaro Orihara erklärte rund um das Rennen in Österreich, dass man mit der Einführung dieses verbesserten Motors rund um die Sommerpause rechnen könne.

"Entweder vor oder nach dem Sommer-Shutdown", soll das ADUO-Upgrade kommen. Die verpflichtende Werksschließung findet sowohl für die Teams als auch für die Motorhersteller in der Sommerpause statt und geht über eine Dauer von zwei Wochen. Grundsätzlich kann jedes Team bzw. jeder PU-Lieferant selbst entscheiden, welche 14 aufeinanderfolgenden Tage man dafür zwischen dem Ende des Ungarn-Rennens am 26. Juli und dem Beginn des Zandvoort-Wochenendes am 20. August aufwendet.

Mit dem Start in die zweite Saisonhalbzeit in den Niederlanden sollte der Honda-Motor also vermutlich schon neu sein. Allerdings soll es in diesem Jahr auch bei diesem einen Upgrade bleiben, wie Orihara bekräftigte. "Wir fokussieren uns darauf, dass wir einen vernünftigen Schritt im Sommer bringen."

Neue Honda-PU kein Wundermotor: Was darf sich Aston Martin erwarten?

Wie umfangreich dieses Update ausfällt, ist unklar. "Es ist nicht der kleinste Schritt, aber auch kein Wunder. Wir arbeiten hart daran, einige vernünftige Schritte hinzulegen", sagte Orihara. Es ist durchaus überraschend, dass Honda nur einmal nachlegt. Denn eigentlich dürften die Japaner in dieser F1-Saison zwei Upgrades neu homologieren lassen. Sie belassen es aber bei diesem einen.

"Nach dem Sommer-Shutdown haben wir eine andere Strategie für das nächste Jahr", begründete Orihara diesen Schritt. "Anstatt nur jedes Mal kleine Updates zu bringen, haben wir einen langfristigen Plan, um unsere Performance zu verbessern", fügte er hinzu. Das erlaubt es den Japanern, alle Ressourcen gleich auf den F1-Motor von Aston Martin für die kommende Saison zu legen.

Bereits aktuell soll ein Teil der Belegschaft in Sakura voll für die Entwicklung für 2027 umgesattelt worden sein. In diesem Jahr geht es bei dem Team von Fernando Alonso und Lance Stroll sportlich ohnehin nicht mehr um viel. Auch die größten Optimisten bei Aston-Honda gehen nicht davon aus, dass die Nachbesserung im Sommer ausreichen wird, um die Mannschaft umgehend ins Spitzenfeld zu katapultieren.

In diesem Jahr überhaupt aus eigener Kraft zu punkten, ist bereits ein mehr als optimistisches Ziel. Abgesehen davon, dass der Honda-Antrieb weit zurückliegt, muss die Mannschaft von Lawrence Stroll auch am Chassis zahlreiche Problemstellen ausmerzen. Erst in Ungarn bringt sie ihr erstes Upgrade-Paket für den AMR26.

ADUO: So groß ist der Entwicklungsbonus von Honda

Aufsparen kann sich Honda das zweite Upgrade-Paket aus dieser Saison übrigens nicht. Nicht genutzte ADUO-Updates verfallen am Ende einer Formel-1-Saison. Zuzüglich dazu, dass bei zahlreichen Motor-Komponenten ohnehin Upgrades zu Beginn der Saison erlaubt sind, hat Honda durch den klaren Rückstand am Ende der ersten ADUO-Periode aus diesem Jahr auch für 2027 erneut automatisch zwei zusätzliche Update-Pakete im Laufe der Saison frei.

Neben diesen beiden Zusatz-Updates verfügt Honda dank ADUO (Additional Development and Upgrade Opportunities) auch noch über weitere Freiheiten in Form von zusätzlichen Prüfstandzeiten und einem höheren Budget. Offiziell ist nicht bekannt, wie weit Honda zurückliegt. Im Mai gab die FIA aber bekannt, dass man die ADUO-Skala um eine Stufe erweitert - wohl, um Honda etwas unter die Arme zu greifen.

Hersteller, deren Verbrenner mehr als zehn Prozent Rückstand auf den besten Verbrennungsmotor aufweist - aktuell ist das Red Bull Powertrains - bekommen elf Millionen US-Dollar (ca. 10,44 Mio. Euro) extra auf die im Budget Cap vorgesehenen 190 Millionen US-Dollar (180,42 Mio. Euro) drauf. Zudem dürfen sie 230 zusätzliche Stunden pro Periode an ihrem Prüfstand verbringen. 2026 kommen sie damit auf 1090 PUTB-Stunden pro Periode, 2027 auf 1015.

Am vergangenen F1-Wochenende in Österreich schaffte es nur ein Aston Martin ins Ziel, während Fernando Alonso Letzter wurde. Zu den Verlierern des Grands Prix zählt die Mannschaft aus Silverstone trotzdem nicht...

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