Cadillac erlebte im Formel-1-Rennen in Österreich am vergangenen Sonntag ein absolutes Debakel. Innerhalb von vier Runden fingen die Autos von Sergio Perez und Valtteri Bottas Feuer, beide Fahrer mussten abstellen. Das Team hatte seitdem nur wenige Tage Zeit, der Sache auf den Grund zu gehen. Eine endgültige Lösung des Problems wird sich in Silverstone aber kaum verifizieren lassen - zu unterschiedlich ist die Rennstrecke in England.

"Das Team hat natürlich unermüdlich versucht, unsere Probleme zu verstehen und zu lösen. Wir haben eine ziemlich gute Idee, was in diesem Bereich schiefgegangen ist", sagt Sergio Perez mit Blick auf den katastrophalen Doppelausfall auf dem Red Bull Ring. Der Mexikaner nahm am vergangenen Wochenende kein Blatt vor den Mund, als er den Zustand öffentlich als inakzeptabel bezeichnete und eine Untersuchung der Prozesse innerhalb des Teams forderte.

Bereits in Monaco war an der Bremsanlage seines Cadillac im Training ein Brand entstanden. In Österreich herrschten am Rennsonntag Spitzentemperaturen von bis zu 35 Grad Celsius. Im Verkehr hinter dem Mittelfeld überhitzte die vordere Bremsanlage bei Bottas schon nach zwei Runden, bei Perez nach vier. In Silverstone werden an diesem Wochenende lediglich Temperaturen von bis zu 27 Grad Celsius erwartet. Darüber hinaus birgt auch das Layout des Kurses keine Gefahren, die Bremsanlage zu überlasten.

Formel-1-Rennstrecke von Silverstone kaschiert Cadillac-Problem

"Es ist mehr als nur das Wetter. Die Rennstrecke hier ist ganz anders, du bremst hier nicht so stark. Das ist eher das Gegenteil von Österreich. Wahrscheinlich ist das hier für die Bremsen sogar die geringste Beanspruchung. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nicht ins Zeug legen müssen, um diese Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Es gibt uns nur etwas mehr Zeit", so Perez. "Wir müssen für die nächsten heißen Rennen vorbereitet sein, Budapest könnte heiß werden", mahnt Bottas.

Von seiner drastischen Kritik rudert er mittlerweile etwas zurück. "Unser Team steckt noch in den Kinderschuhen. Alle arbeiten fieberhaft daran, die Korrelation die wir zwischen Fabrik und Rennstrecke haben zu verbessern. Die Kommunikation ist jetzt mehr ein offener Kanal und auch daran arbeitet das Team", gibt sich der Routinier mit 289 Grand-Prix-Starts nachsichtig.

Sergio Perez erhofft sich Standorbestimmung in Silverstone

In Sachen Performance hatte das große Update für den Red Bull Ring die Erwartungen im ersten Moment erfüllt, obwohl sowohl er als auch Valtteri Bottas aufgrund zahlreicher Defekte in den Trainings nicht allzu viel Erfahrung damit sammeln konnten. "Das Gute ist, dass wir sehen, dass wir näher und näher kommen. Wir müssen auch fahren, um Informationen zu sammeln. In Österreich haben wir wertvolle Zeit verloren", sagt Perez.

Der Highspeed-Kurs von Silverstone kann in dieser Hinsicht für sein Team sogar noch ein wichtigerer Test für die neuesten Upgrades sein. "Das wird uns gute Anhaltspunkte liefern, wo wir in Sachen Highspeed und Downforce stehen, denn hier kommt es auf der Runde sehr auf den Abtrieb an", erklärt der sechsfache F1-Sieger.