Immer, wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer, beweist Cadillac das Gegenteil. Eigentlich hatte sich der F1-Neuling vom Österreich GP einen echten Sprung nach vorne erhofft - immerhin war Cadillac mit einem riesigen Update-Paket nach Spielberg angereist. Doch das Formel 1-Rennen mutierte innerhalb kürzester Zeit zum Desaster: Nach nur zwei Runden gingen bei Valtteri Bottas die Bremsen in Flammen auf.

"Es gab keinerlei Vorwarnung", erklärte Valtteri Bottas sichtlich bedient. "Vor Kurve 4 bemerkte ich zunächst Rauch, und am Kurvenausgang sah ich dann die Flammen. Es ging also innerhalb kürzester Zeit von Rauch zu Feuer über. Selbst als ich in den Kurven 6, 7 und 8 überhaupt nicht mehr bremste, wurde es nicht besser. Da war klar, dass das Problem bereits außer Kontrolle geraten war."

Für Bottas ist es bereits der vierte DNF in dieser Saison, der dritte in Folge. Der Ausfall in Österreich schmerzt jedoch besonders, da man die neuen aerodynamischen Teile nicht über die Renndistanz testen konnte. "Mit den neuen Teilen haben wir etwas mehr Pace gefunden. Aber wenn man das Rennen nicht beendet, spielt das letztlich keine Rolle. Für uns war es eines der enttäuschendsten Rennen überhaupt", meinte Bottas.

Pérez klagt in Österreich: "Vier oder fünf Schritte rückwärts gemacht"

Nur zwei Runden später schlug der Bremsteufel auch beim Teamkollegen zu: Sergio Perez musste seinen Cadillac mit dem exakt selben Defekt abstellen. "Natürlich ist das frustrierend. Wir wollten sehen, wie konkurrenzfähig wir im Rennen tatsächlich gewesen wären und wie sich das Auto über die Distanz verhält. Leider hatten wir dazu überhaupt keine Gelegenheit", klagte der Mexikaner.

Dabei hatte Cadillac eigens neue Komponenten zur Bremskühlung an den Red Bull Ring gebracht, um den extremen Belastungen der Strecke standzuhalten. "Wir hatten neue Teile für die Bremskühlung dabei. Aber offensichtlich haben sie nicht ausgereicht", meinte Bottas – und Pérez fügte hinzu: "Ich denke, wir haben die Auswirkungen des Verkehrs unterschätzt." Angesichts der anhaltenden Krise beim F1-Neueinsteiger fand Pérez deutliche Worte.

"Es fühlt sich an, als hätten wir vier oder fünf Schritte rückwärts gemacht. Natürlich ist das frustrierend. Aber am frustrierendsten ist, dass wir keinen Fortschritt sehen. Wir haben immer damit gerechnet, dass bei einem neuen Team solche Probleme auftreten würden. Der eigentliche Frust entsteht dadurch, dass wir bislang nicht den erhofften Vorwärtsgang finden", so Pérez.

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Chronik eines angekündigten Desasters

So ganz überraschend kam der Doppelausfall im Grand Prix von Österreich allerdings nicht, schließlich zogen sich die technischen Probleme wie ein roter Faden durch das gesamte Wochenende. Im Freitagstraining schaltete ein elektrisches Problem den Wagen von Pérez mitten auf der Strecke einfach ab. Bei Bottas sorgte ein Montagefehler im vorderen Unterboden-Bereich dafür, dass der Bolide Feuer fing.

Teamchef Graeme Lowdon will sich von den Rückschlägen dennoch nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil: "Genau in solchen Momenten zeigt sich die Widerstandsfähigkeit und Stärke eines Teams", betonte Lowdon kämpferisch. "Die gesamte Mannschaft arbeitet unglaublich hart, und wir werden diesen Weg konsequent weitergehen - in der Formel 1 gibt es keine Abkürzungen."

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