Im Sprint-Qualifying der Formel 1 gab es am Freitag in Silverstone einen zweiten heimlichen Sieger. Neben Lokalmatador Lewis Hamilton auf der Pole Position war Liam Lawson im Mittelfeld eine Klasse für sich. Der Racing-Bulls-Pilot distanzierte Audi, Alpine & Co. dermaßen deutlich, dass er mit seiner Performance eher Red Bull und McLaren Konkurrenz machte. Im Sprint wird ihm seine Bestform aber wohl trotzdem keine Punkte einbringen.
"Wenn die alle ins Ziel kommen, wird das wahrscheinlich nichts. Das ist echt blöd", so der Neuseeländer mit Blick auf den Sprint, in dem nur bis Platz acht Punkte vergeben werden. Er sicherte sich für das Rennen über 17 Runden am Samstag den neunten Startplatz. Nur eine halbe Sekunde verlor er dabei auf die Pole-Zeit von Lewis Hamilton. Von Max Verstappen auf Startplatz drei trennten ihn nur zwei Zehntelsekunden.
"Ich werde natürlich versuchen, einen guten Start zu erwischen und dann schauen, was in den ersten Kurven möglich ist. Aber von der Pace her sind sie [Top-Teams] auf dem Longrun schneller als wir", sagt der 24-Jährige, der zuvor im SQ2 sogar den vierten Platz belegt hatte. Nachdem die Racing Bulls in Österreich am vergangenen Sonntag im Rennen die Plätze neun und zehn belegten, sieht Lawson die aktuelle Form des Teams bestätigt.
Racing Bulls im Formel-1-Mittelfeld in Bestform
"Das Auto ist wirklich gut, es war heute den ganzen Tag gut. Wir haben fast nichts geändert, und das läuft für uns zuletzt wirklich hervorragend. Wir gehen die Wochenenden recht aggressiv an und das funktioniert", freut er sich. Nur Silverstone ist mit der Generation 2026 nicht ganz das, was er sich unter einem Formel-1-Qualifying vorstellt.
"Es war heute nicht super warm und du brauchst die Energie, um Temperatur in die Reifen zu bekommen. Du kannst aber nicht zu viel verbrauchen, weil du sonst auf deiner schnellen Runde nicht mehr genug hast", erklärt er. "Über die Runde hinweg geht dir dann die Energie aus, wenn du schnell fährst. Es ist hier sehr anders als auf den Strecken, wo wir zuletzt waren."
Arvid Lindblad rettet Sprint-Qualifying in Silverstone
Für seinen Teamkollegen war das Sprint-Qualifying mit Platz zehn ebenfalls ein Erfolg, allerdings fiel der Rückstand von Arvid Lindblad auf Liam Lawson mit über vier Zehntelsekunden beträchtlich aus. "Für mich war das nicht der einfachste Tag", so der Rookie, der vor seinem ersten Formel-1-Heimspiel auf britischem Boden steht. "Wir hatten im SQ1 ein paar Probleme mit dem Deployment und haben das fürs SQ2 gerade rechtzeitig behoben. Es war immer noch nicht perfekt, aber gut genug."
Der Rückstand im Finale war darauf allerdings nicht zurückzuführen. "Ich war einfach nicht schnell, das müssen wir verstehen. Es fühlte sich anders an, als ich erwartet hatte. Da war nicht viel Grip und wir müssen schauen, warum das so war", sagt der 18-Jährige. Für das Rennen hat er wie Lawson wenig Hoffnung auf eine Überraschung. "Realistisch werden wir mit den Jungs vor uns nicht kämpfen könne. Im Qualifying können wir dran sein, aber sie haben den Pace-Vorteil. [...] Es wird für uns eher darum gehen, das Auto für das Rennen am Sonntag kennenzulernen."


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