Aston Martin schickt sich in den nächsten Wochen und Monaten an, die größten Problemzonen seines aktuellen Daseins in der Formel 1 zu beheben. In Ungarn kommt das erste große Chassis-Update an den AMR26, nachdem das Team aus Silverstone bislang beinahe vollumfänglich auf Weiterentwicklungen verzichtet hatte.

Doch der größte Patient im Hause Aston-Honda ist mitnichten das Auto, sondern der Motor. Die Power Unit brachte dem Team von Lawrence Stroll nicht nur Unmengen an Problemen, sondern auch ebenso viel Rückstand ein. Bis sie eine Generalüberholung erfährt, müssen sich die Briten allerdings noch bis nach der Sommerpause gedulden.

Honda teilt mit: Neuer Motor kommt in Zandvoort

Denn Motorhersteller Honda gab am vergangenen Formel-1-Wochenende in Silverstone den genauen Fahrplan aus, nachdem man sich zuvor noch hinter dem unpräzisen Begriff 'Sommer' versteckt hatte, wenn es um das geplante Einführungsdatum des neuen Antriebs ging. Hondas Trackside General Manager Shintaro Orihara sagte nun unmissverständlich: "Unser Ziel sind die Niederlande. Wir arbeiten hart, um unsere Jobliste zu komplettieren und die Power Unit in den Niederlanden zu bringen."

Das Rennen in Zandvoort geht am vorletzten Augustwochenende über die Bühne und kommt somit direkt nach der Sommerpause. Demnach wird Aston Martin nur eine Woche mit dem neuen Ungarn-Upgrade und noch mit dem alten Motor zubringen müssen. Orihara erklärte auch, dass man sich mit der neuen Power Unit auf das Wesentliche konzentriere, nämlich auf eine grundlegende Leistungssteigerung: "Unser Fokus liegt darauf, die Motor-Performance zu verbessern."

Das soll durch eine Reihe an Anpassungen im Innenleben des Antriebs gelingen. An der Form der Verbrennungskammer wird Hand angelegt, genauso wie an der Vorkammer. Beides soll die Verbrenner-Performance verbessern, gleichzeitig wird auch das Schmiersystem angepasst, um diverse Reibungen zu verringern. Es geht also in erster Linie um die reine Leistung "und natürlich um die Zuverlässigkeit, denn wenn wir die Performance verbessern, müssen wir auch bei dieser das Level anheben", so Orihara.

In den letzten Monaten spukten auch andere Problemstellen am Antrieb aus Sakura herum. So war die Fahrbarkeit des Antriebs ein massives Problem, vor allem die Schaltvorgänge nach unten zickten regelmäßig herum und führten zu einem unsteten Fahrgefühl und Geschwindigkeitsprofil. Lance Stroll hatte etwa seinen Unfall in Monaco darauf zurückgeführt.

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Dieses Problem hatte nicht die oberste Priorität, aber Orihara ergänzte, dass man hofft, noch aus der aktuellen Power Unit gewonnen Lehren mitnehmen zu können. "Wir haben die Verbrenner-Charakteristiken geändert und wir müssen die Daten-Einstellungen nochmal optimieren, um die Fahrbarkeit zu optimieren", sagte er über das weitere Vorgehen.

Die Formel 1 darf sich keine Wunder vom neuen Honda-Motor erwarten

Wie viel Leistung man sich von dem Upgrade erwarte, wollte Orihara wenig überraschend nicht verraten, auch wenn man die Daten vom Prüfstand natürlich schon kennt. Der Formel-1-Vertreter von Honda bezeichnete es aber als einen "ordentlich großen Schritt." Trotzdem warnt er zum wiederholten Mal vor zu großen Erwartungen: "Es gibt keine Magie in der Formel 1. Ich denke nicht, dass wir etwa zu Mercedes oder RBPT mit nur einem Schritt aufschließen können."

Demnach wird das Update in den Niederlanden nur der erste Schritt sein, weitere sind notwendig, um den Rückstand zu verringern. In diesem Jahr wird dieser allerdings nicht mehr kommen, das ist bereits seit einigen Wochen klar. Stattdessen verzichtet der aktuell mit Abstand schwächste Motorhersteller auf eine zweite Ausbaustufe und ein großer Teil der Belegschaft arbeitet schon am Motor für 2027. Nach Zandvoort wird die Arbeit voll darauf umgestellt werden.