Auch wenn Aston Martin in der Formel-1-Saison 2026 inzwischen einen Punkt auf dem Konto hat, stockt die Entwicklung des arg gebeutelten Honda-Werksteams nach wie vor. Upgrades gibt es bislang noch keine nennenswerten, das erste Paket soll erst rund um die Sommerpause ausgerollt werden. Das gilt sowohl für das Chassis als auch für die ADUO-Upgrades am F1-Motor, an dem man immerhin seit Miami die Vibrationen als Ausfallgrund losgeworden ist.
Beim Rennwochenende in Österreich klammert man sich trotzdem an eine kleine Hoffnung. Diese liegt auf der Seite von Motorhersteller Honda. Die Japaner konnten sich in ihrer Zeit als Power-Unit-Ausstatter von Red Bull dank ihres starken Turboladers immer auf einen gewissen Vorteil in Höhenlagen stützen. Auf der mehr als 2200 Meter hoch gelegenen Strecke in Mexiko-City machte das immer den bedeutendsten Unterschied, aber auch an Orten wie in Sao Paulo oder eben in Spielberg spielt dieser Effekt eine gewisse Rolle.
Erinnerungen an Red-Bull-Zeiten: Honda hofft in Österreich auf Höhenluft
Hondas Trackside-Leiter Shintaro Orihara hofft, dass sich der Turbolader-Vorteil der Japaner in die neue Generation konserviert hat. "Die Turbolader-Technologie ist noch dieselbe und das Konzept ist dasselbe und auch unsere Ingenieure sind noch dieselben. Ich hoffe also, dass unser Vorteil noch immer da ist", so Orihara.
Unklar ist, wie stark der Einfluss der restlichen Power-Unit-Regeln auf das Leistungsverhältnis an dieser PU-Komponente ist. So ist auf der Elektro-Seite nur noch die MGU-K vorhanden, die MGU-H wurde nach 2025 abgeschafft. "Dieses Jahr spielt es vielleicht eine Rolle, dass wir nicht mehr über die MGU-H Power laden, das ist ein großer Unterschied", weiß auch Orihara, "aber es ist immer noch wichtig zu wissen, wie sich der Turbolader auf dieser Strecke verhalten hat."
Der Red Bull Ring liegt auf circa 750 Metern Meereshöhe und ist damit mit Abstand die am höchsten gelegene Strecke im bisherigen Rennkalender. Alle bisherigen Kurse lagen auf unter 100 Metern Höhe, größtenteils sogar deutlich darunter. Der geringere Sauerstoffgehalt der Luft als auf Meereshöhe war bis hierhin also vernachlässigbar. In Spielberg liegt dieser aber bereits bei etwa zehn Prozent.
Honda ließ in den letzten Wochen für dieses Rennen schon ein eigenes Programm auf den Prüfständen in Sakura laufen, um die speziellen Umstände der Strecke in der Steiermark zu simulieren. "Der Turbolader wird ein anderes Verhalten zeigen, verglichen mit den letzten beiden Wochen", so Orihara. Umso wichtiger sind die ersten Trainings, um die Erkenntnisse aus den Prüfstand-Daten abgleichen zu können.
Zu Beginn der Formel-1-Saison war Aston Martin noch von massiven Vibrationsproblemen gebremst worden. Inzwischen sind diese kein Ausfallgrund mehr, dafür ist aber die Batterie nach wie vor eine Schwachstelle am Honda-Antrieb, die nach wie vor für technische Gebrechen gut ist. Dass außerdem die Motorbremse nicht so funktioniert wie geplant, ist ein weiterer Kritikpunkt der Fahrer. Dass also nur einige hundert Höhenmeter eine groß angelegte Lösung der Honda-Probleme mit sich bringen, darf nicht erwartet werden. Aber die Hoffnung auf Besserung bleibt.
Honda-Boss Koji Watanabe äußerte sich vor wenigen Tagen mit deutlichen Worten zu den aktuellen Problemen im Formel-1-Projekt mit Aston Martin. "Natürlich ist Lawrence [Stroll] mit der aktuellen Situation nicht zufrieden, und ich bin es ebenfalls nicht", stellte er klar. Seine weiteren Aussagen könnt ihr hier nachlesen:



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