Die Formel 1 befindet sich im Shutdown. Das gibt uns Zeit, um einen Blick auf die Qualifying-Formkurven der einzelnen Piloten zu werfen. Schließlich gilt gerade im ersten Jahr der neuen Regelgeneration der Leitspruch "der erste Gegner ist dein Teamkollege". Motorsport-Magazin.com liefert den Direktvergleich und verrät, wer sich in der ersten Saisonhälfte im teaminternen Prestige-Duell durchsetzen konnte.
Richtig eng ist das Duell bei Audi und Ferrari. Nico Hülkenberg und Lewis Hamilton sind nur hauchdünn vor ihrem jeweiligen Teamkollegen. Kimi Antonelli hat George Russell bislang im Griff – der 19-Jährige ist im Schnitt 0,13 Prozent schneller als sein erfahrener Teamkollege. In elf Qualifyings gelang es Isack Hadjar immerhin dreimal Max Verstappen zu schlagen. Überraschend sieht die Lage indessen bei Williams aus. Oder doch nicht?

Mercedes George Russell vs. Kimi Antonelli
George Russell galt bislang als einer der stärksten Qualifier im Feld, doch schon in seinem zweiten Formel-1-Jahr hat Kimi Antonelli ihn im Griff – und zwar nicht nur bei den Ergebnissen, sondern auch pace-technisch. In elf Rennen sicherte sich der junge Italiener sechsmal die Pole Position. Der Brite holte zwar vier Poles, kommt mit der neuen Fahrzeuggeneration bislang nicht wirklich zurecht.
Ferrari Charles Leclerc vs. Lewis Hamilton
Lewis Hamilton ist zurück! Das beweist das teaminterne Qualifying-Duell, das er in der ersten Saisonhälfte gegen Charles Leclerc anführt. Der Monegasse ist zwar extrem nah dran – der Abstand liegt unter 0,1 Prozent –, dennoch gelang Hamilton in der ersten Saisonhälfte ein wichtiges Ausrufezeichen. Schließlich gehört Leclerc zu den Besten über eine schnelle Runde.
Red Bull Max Verstappen vs. Isack Hadjar
Max Verstappen ist nicht mehr unangefochten. Während er im Vorjahr sowohl Liam Lawson als auch dessen Nachfolger Yuki Tsunoda über die gesamte Saison ausqualifizierte, musste er sich 2026 bereits dreimal (Australien, Japan, Belgien) seinem jungen Teamkollegen Isack Hadjar geschlagen geben. Doch auch wenn Hadjar mit drei Q3-Auftritten einen soliden Start hinlegte, bleibt Verstappen die klare Nummer 1 – im Schnitt ist er 0,21 Prozent schneller.
McLaren Oscar Piastri vs. Lando Norris
Wie schon im Vorjahr liefern sich Lando Norris und Oscar Piastri ein extrem enges Duell im Qualifying – die Differenz liegt bei unter 0,1 Prozent. Auch bei den Q3-Einzügen liegen beide gleichauf. Immerhin gelang es dem amtierenden Weltmeister in Ungarn die erste McLaren-Pole in der Saison 2026 einzufahren.
Racing Bulls: Arvid Lindblad vs. Liam Lawson
In der ersten Saisonhälfte machte Liam Lawson einen deutlich gefestigteren Eindruck als im Vorjahr nach seinem Red-Bull-Aus. Wie schon 2025 mit Isack Hadjar hat er erneut einen Rookie an seiner Seite – und muss sich wieder mächtig strecken: Mit acht Q3-Auftritten hat Arvid Lindblad bewiesen, wie extrem schnell er auf eine Runde ist.

Audi: Nico Hülkenberg vs. Gabriel Bortoleto
Das ausgeglichenste Duell der ersten Saisonhälfte findet bei Audi statt. Lediglich in Miami gab sich Gabriel Bortoleto die Blöße und schied bereits in Q1 aus. Nachdem der Brasilianer seit Österreich die Nase vorne hatte, schlug das Pendel in Ungarn wieder zugunsten von Nico Hülkenberg aus. Der Deutsche hat sein Samstags-Formtief von 2025 definitiv nicht in die neue Saison mitgenommen.
Alpine - Pierre Gasly vs. Franco Colapinto
Die teaminterne Bilanz bei Alpine fällt deutlich aus: Pierre Gasly behauptet sich klar gegen Franco Colapinto. Der Argentinier hat sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch näher an den Franzosen herangerobbt (0,29 Prozent Rückstand gegenüber 0,32 Prozent im Jahr 2025). Ob er diesen positiven Trend in der zweiten Saisonhälfte fortsetzen kann, bleibt abzuwarten.
Haas: Oliver Bearman vs. Esteban Ocon
Das Haas-Duell ist fest in der Hand von Oliver Bearman, dem an elf Rennwochenenden zweimal der Sprung ins Q3 gelang. Auffällig ist jedoch, dass Esteban Ocon in den Häuserschluchten von Monaco sowie auf dem Hungaroring – dem Monaco ohne Mauern – spürbar besser abschnitt als sein Teamkollege.
Williams Alex Albon vs. Carlos Sainz
Selbst wenn Carlos Sainz und Alex Albon das Maximum aus dem Williams abrufen konnten, war für sie in den meisten Fällen in Q2 Schluss. Nur ein einziges Mal (in Kanada) gelang Sainz der Sprung in die Top-10. Zumindest kann sich der Spanier damit trösten, dass er seinen Teamkollegen klar im Griff hat: Im Schnitt ist er 0,31 Prozent schneller als Albon.
Aston Martin: Fernando Alonso vs. Lance Stroll
Fairerweise müsste man den Vergleich zwischen Fernando Alonso und Lance Stroll mit dem Ungarn-GP beginnend bewerten. Denn erst seit der B-Spezifikation des AMR26 steht beiden ein Auto zur Verfügung, mit dem man annähernd schnelle Runden fahren kann. Umso höher sind die zwei vorherigen Q2-Einzüge von Alonso einzuschätzen: Der 45-jährige Spanier beweist 2026 einmal mehr, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.
Cadillac: Sergio Perez vs. Valtteri Bottas
Das Cadillac-Duo kann 2026 von einem Sprung ins zweite Qualifying-Segment nur träumen. Im Sprint-Qualifying von Kanada (P17) schnupperte Sergio Pérez zumindest in Richtung Q2. Unter den aktuellen Umständen zählt für den Mexikaner nur eines: im Teamduell Valtteri Bottas im Griff zu haben – und diese Aufgabe meisterte er bislang mit Bravour.
Formel 1 2026: Die durchschnittliche Startaufstellung Australien bis Ungarn
| P. | Fahrer | Durchschnitt |
|---|---|---|
| 1 | Kimi Antonelli | 1,9 |
| 2 | George Russell | 3,1 |
| 3 | Charles Leclerc | 4,2 |
| 4 | Lando Norris | 4,3 |
| 5 | Lewis Hamilton | 4,6 |
| 6 | Oscar Piastri | 5,6 |
| 7 | Max Verstappen | 6,4 |
| 8 | Isack Hadjar | 8,4 |
| 9 | Liam Lawson | 11,2 |
| 10 | Pierre Gasly | 11,4 |
| 11 | Arvid Lindblad | 11,6 |
| 12 | Nico Hülkenberg | 11,8 |
| 13 | Gabriel Bortoleto | 12,8 |
| 14 | Franco Colapinto | 13,3 |
| 15 | Oliver Bearman | 14,4 |
| 16 | Carlos Sainz | 15 |
| 17 | Esteban Ocon | 15,3 |
| 18 | Alex Albon | 16,4 |
| 19 | Sergio Perez | 19,3 |
| 20 | Fernando Alonso | 19,5 |
| 21 | Valtteri Bottas | 19,39 |
| 22 | Lance Stroll | 20,8 |



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