Beim Ungarn Grand Prix bringt Aston Martin das heiß ersehnte große Formel-1-Update an den AMR26. Das ist beim Blick auf die aktuelle Pace auch nötig. Seit Wochen schwören Fernando Alonso und Lance Stroll auf das Update. Beim Qualifying in Belgien fehlten Aston Martin über fünf Sekunden auf die Spitze.

Wie groß kann der Sprung wirklich werden? Und wie erfolgreich kann das Aston-Honda-Projekt noch werden? Formel-1-Experte Christian Danner hat seine Zweifel. "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man da hoppla hopp auf einmal dem Racing Bull um die Ohren fährt und an der Spitze kratzt."

Christian Danner: Aston-Martin-Auto ist fundamental falsch

Neben dem aktuell großen Rückstand spricht ein weiterer Umstand für Danner dafür, dass das Team rund um Adrian Newey den Rückstand trotz B-Upgrades nicht genug verringern kann. "Das Auto ist fundamental falsch. Die fangen von vorne an. Das hat das große Problem, dass alle anderen, die besser angefangen haben, auch weiterentwickelt haben", so Danner.

Besonders zu Beginn eines Reglements verändern sich die Autos und ihre Pace schnell. Der zunehmende Rückstand Aston Martins ist dafür das perfekte Beispiel. Beim Qualifying in Australien und China fehlten dem Team etwas über drei Sekunden auf Position eins. Seither entwickelte Aston Martin das Auto kaum. Der Abstand hat sich bis Spa und Silverstone auf rund fünf Sekunden im Qualifying erhöht. Auch Streckencharakteristika und Bedingungen sind bei diesen Abständen relevant, ein Trend wird jedoch recht deutlich.

RennenQualifying-Rückstand Aston Martin
Australien-Qualifying (Rennen 1)+ 3.451 Sekunden
China-Qualifying (Rennen 2)+ 3.139 Sekunden
Japan-Qualifying (Rennen 3)+ 3.868 Sekunden
Großbritannien-Qualifying (Rennen 9)+ 4.752 Sekunden
Belgien-Qualifying (Rennen 10)+ 5.641 Sekunden

McLaren bringt in Ungarn erstmals eine Art Macarena-Flügel an die Strecke und testet diesen in FP1. Die Racing Bulls brachten in Spa ein großes Paket, und Ferrari brachte schon haufenweise Updates im Verlauf der Saison. Die Konkurrenz schläft nicht. "Wo auch immer der Aston Martin loslegt: Die Chance, dass sie da viel entwickeln müssen, ist gegeben", glaubt deswegen Danner.

Braucht Honda zu lange zum Entwickeln? "Das werden kleine Schritte"

Doch nicht nur das Chassis und die Aerodynamik gehören zum Paket, sondern auch der Motor. Der liegt in den Händen Hondas. Nur sieht Danner auch in Sakura Probleme. "Ich habe da so einen Verdacht, dass das so schnell nicht geht."

Das hat unter anderem mit der Entwicklungsstrategie Hondas zu tun. "Man hat bei Honda natürlich klar gesagt: Wir haben Fortschritte gemacht. Aber meine Erfahrung aus Japan ist: Der japanische Weg ist ein Weg der kleinen Schritte. Und kleine Schritte führen dazu, dass auch die Fortschritte, die du im Auto spürst, meistens ziemlich klein sind."

 

Auch mit neuem Update in Ungarn könnte ein ganz großer Schritt auf der Motoren-Ebene daher ausbleiben. "Die kommen da schon hin, die haben einen unglaublichen Elan und die haben auch kompetente Leute. Aber ich glaube nicht, dass sie nach Ungarn gehen und auf einmal um P12 fahren und dann noch einen neuen Motor für Las Vegas kriegen und dann ganz vorne mit dabei sind."

Weiter vorne tobt das Entwicklungsrennen an der Spitze. Ferrari versucht sowohl in der Entwicklung als auch in den Weltmeisterschaften nicht den Anschluss an Mercedes zu verlieren. Lewis Hamilton wurde das unter anderem wegen einer Strafe in Belgien erschwert. Wir sprechen im Video darüber. Jetzt anschauen!

Hamilton-Strafe unverständlich? Danner: Zu aggressiv! Strafe war berechtigt! (04:47 Min.)