Mit dem Madring feiert heute eine neue spanische Strecke ihr Debüt in der Formel 1. Der semi-permanente Kurs in der Nähe des internationalen Flughafens der Hauptstadt des iberischen Landes soll bis mindestens 2035 Teil der Königsklasse bleiben. Es ist bereits der siebte unterschiedliche Austragungsort für ein F1-Rennen in Spanien. Nur in den USA tourte die Königsklasse in ihrer Geschichte an mehr Orten. Wir haben einen Blick in die F1-Geschichte auf alle bisherigen spanischen Strecken der Formel 1 geworfen.
Pedralbes
Die erste Strecke, auf der in Spanien ein Grand Prix im Rahmen der Formel 1 ausgetragen wurde, war bereits ein Straßenkurs. Genauer gesagt der Circuito de Pedralbes in der westlichen Vorstadt von Barcelona. Die Strecke war - wie so viele Kurse jener Zeit - geprägt durch ein simples Layout mit langen Geraden und wenigen Kurven. Obwohl Pedralbes über eine Streckenlänge von 6,3 Kilometern ging, zählte der Kurs nur sechs verschiedene Kurven. In der zweiten F1-Saison 1951 war das Rennen erstmals Teil des F1-Rennkalenders und wurde von Juan Manuel Fangio gewonnen, 1954 siegte bei der zweiten Ausgabe der spätere Ferrari-Weltmeister Mike Hawthorn. Das war auch der letzte Spanien-GP in jenem Jahrzehnt, denn nach dem schweren Unfall bei den 24 Stunden von Le Mans 1955 wurde der Betrieb auf der Strecke eingestellt.
- Streckenname: Circuito de Pedralbes
- Streckenlänge: 6,316 km (1951); 6,333 km (1954)
- Anzahl F1-Rennen: 2 GPs
- Jahre im F1-Kalender: 1951, 1954
Jarama
Es dauerte bis 1968, ehe die Formel 1 wieder nach Spanien zurückkehrte. Jarama nahe Madrid und Montjuic in Barcelona (mehr zu dieser Strecke später) wechselten sich in der Folge bei der Austragung von F1-Rennen ab. Bei dem Circuito del Jarama handelt es sich dabei um eine permanente Strecke nördlich der spanischen Hauptstadt, die über eine Länge von 3,8 Kilometern ging. Das Kurvengeschlängel, das einer einzigen etwa 900 Meter langen Gerade in Form von Start-Ziel gegenüberstand, machte Überholen auf der Strecke extrem schwierig. 1981 verabschiedete sie sich mit ihrem berühmtesten Rennen aus der Königsklasse, als Gilles Villeneuve im unterlegenen aber stärker motorisierten Ferrari ein Gruppe von vier Verfolgern in Schach halten konnte, um seinen letzten Grand-Prix-Sieg zu feiern. Im Gegensatz zu Pedralbes existiert die Strecke noch immer, wurde 2022 erst erneuert und ist Teil des Formel-E-Kalenders.

- Streckenname: Circuito del Jarama
- Streckenlänge: 3,404 km (1968–1979); 3,312 km (1981)
- Anzahl F1-Rennen: 9 GPs
- Jahre im F1-Kalender: 1968–1981
Montjuic
Der Montjuic Circuit ist wohl die faszinierendste Strecke, auf welcher die Formel 1 in Spanien Station gemacht hatte. Zwischen 1933 und 1986 wurden auf der mit starken Höhenunterschieden und sowohl äußerst langsamen als auch schnellen Kurven gespickten Strecke Rennen abgehalten, etwa über drei Jahrzehnte ein alljährliches 24-Stunden-Rennen mit Motorrädern. Als Gegenstück zur Streckenrotation mit Jarama war der Stadtkurs auf dem gleichnamigen Berg in Barcelona aber nur viermal Austragungsstätte der Formel 1. Und das hatte einen Grund: Die Strecke war berüchtigt dafür, dass sie keine Fehler verzieh, sowohl für die Fahrer als auch für die Technik, und das wurde ihr zum Verhängnis. Nachdem 1975 schon zu Beginn des Rennwochenendes eine Fahrerrevolte aufgrund der mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen gedroht hatte, kam es im Grand Prix zur Katastrophe, nachdem am Wagen von Rolf Stommelen der Heckflügel brach. Beim folgenden Unfall starben vier Zuschauer. Das Rennen wurde erst vier Runden später abgebrochen und die Formel 1 kehrte nie wieder nach Montjuic zurück.

- Streckenname: Circuit de Montjuïc
- Streckenlänge: 3,791 km
- Anzahl F1-Rennen: 4 GPs
- Jahre im F1-Kalender: 1969, 1971, 1973, 1975
Jerez de la Frontera
Heute berühmt für die MotoGP, war es in den 80er-Jahren eigentlich die Formel 1 die als Erstes in Jerez Grands Prix fuhr. Der damals 4,2-Kilometer lange Kurs wurde mit einem packenden Fotofinish zwischen Nigel Mansell und Ayrton Senna eröffnet, er blieb aber nicht lange in der Gunst der F1-Bosse. Die geographische Abgelegenheit der Strecke fernab der großen spanischen Metropolen und nicht zuletzt der schwere Unfall von Martin Donnelly führten dazu, dass der Spanien-GP nach nur fünf Jahren wieder nach Barcelona umsiedelte. Doch das war noch lange nicht das Ende von Jerez in der Formel 1. 1994 und 1997 gastierte man noch zweimal für den Europa-GP in Andalusien und verabschiedete sich schließlich mit der knappsten Qualifying-Entscheidung der F1-Geschichte (Frentzen, Villeneuve und Schumacher zeitgleich) und dem großen Knall: Der kontroversen WM-Entscheidung zwischen Jacques Villeneuve und Michael Schumacher. Seitdem war die Strecke noch regelmäßig Austragungsort für F1-Testfahrten, ein Comeback ist aber trotz Grade-1-Zulassung der FIA kaum denkbar.

- Streckenname: Circuito Permanente de Jerez
- Streckenlänge: 4,218 km (1986–1990); 4,428 km (1994, 1997)
- Anzahl F1-Rennen: 7 GPs
- Jahre im F1-Kalender: 1986–1990, 1994, 1997
Barcelona-Catalunya
Eigentlich 'die' Heimat der Formel 1 in Spanien. Nach dem Aus von Jerez fand man in der Strecke in Montmelo nahe der katalanischen Hauptstadt eine langfristige Bleibe. Obwohl nicht alle Fans die als überholfeindlich geltende Strecke mögen, ist sie seit 1991 ein Fixpunkt im Formel-1-Kalender. Auch wenn das Layout des etwa 4,6-Kilometer langen Kurses über die Jahre einige Modifikationen mitgemacht hat, blieb der Grundriss doch immer relativ ähnlich. In diesen 35 Jahren lieferte die Strecke unvergessliche Momente, wie etwa der dramatische Ausfall von Mika Häkkinen auf der letzten Runde 2001 oder die Kollision zwischen den dominanten Mercedes-Fahrern 2016, die den Weg zu Max Verstappens erstem Formel-1-Sieg im ersten Red-Bull-Rennen ebnete. Das fließende Layout mit einer breit gefächerten Kombination aus schnellen, mittelschnellen und langsamen Kurven, sowie einer langen Geraden ließ ihr den Ruf einkommen, ein guter Querschnitt aller F1-Kurse zu sein und macht sie in Kombination zu seiner Lage im warmen Mittelmeer-Klima zu einer perfekten Teststrecke für den Winter. Auch wenn der Spanien-GP nun in Madrid beheimatet ist, bleibt Barcelona der Königsklasse als Strecke erhalten und wechselt sich ab 2026 mit Spa ab. 2027 fährt die Formel 1 dann wieder in Katalonien.

- Streckenname: Circuit de Barcelona-Catalunya
- Streckenlänge: 4,747 km (1991–1994); 4,730 km (1995–2003); 4,627 km (2004–2006); 4,655 km (2007–2020); 4,675 km (2021–2025)
- Anzahl F1-Rennen: 35 GPs
- Jahre im F1-Kalender: 1991–2025
Valencia
Valencia kam nie in den Genuss, einen Spanien-GP abzuhalten, dafür aber den Großen Preis von Europa. Fünfmal wurde dieser rund um den Hafen von Valencia auf der 5,4-Kilometer langen und 25 Kurven umfassenden Strecke ausgetragen und das, obwohl der Vertrag ursprünglich über sieben Jahre ging. Doch ein unbeliebtes Layout, das den Fahrern sowohl auf eine Runde wenig Freude bereitete, als auch aufgrund der vielen abgewinkelten Geraden und des staubigen Asphaltbandes kaum Überholmanöver zuließ, erwies sich als das schlechteste aus beiden Welten. Das einzige 'Highlight' der Strecke war eine Drehbrücke, über welche die Autos fuhren. Als schließlich die Lokalregierung auch noch die Finanzierung abdrehte, war es um den Kurs geschehen, der heute noch existiert - allerdings als 'Lost Place' anstatt als Rennstrecke. In Erinnerung bleibt von Valencia wohl vor allem der Grand Prix 2012. Fernando Alonso feierte damals einen seiner womöglich besten Siege von Startplatz 11, während am Red Bull von Sebastian Vettel in Führung liegend die Lichtmaschine ihren Dienst quittierte. Eine Kollision zwischen Lewis Hamilton und Pastor Maldonado auf der letzten Runde sorgte zudem auch noch für das letzte F1-Podium von Michael Schumacher. Ein denkwürdiger Abschied von einer wenig denkwürdigen Strecke.

- Streckenname: Valencia Street Circuit
- Streckenlänge: 5,419 km
- Anzahl F1-Rennen: 5 GPs
- Jahre im F1-Kalender: 2008–2012



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