Max Verstappen und Red Bull zeigten im Formel-1-Qualifying in Madrid einmal mehr ihre weltmeisterlichen Qualitäten. Nach Rückstand in den Trainings wurde das Team am Samstag zu einer echten Gefahr für Mercedes. Im Kreis der Favoriten ging Verstappen erst im Q3 der Atem aus. Der Niederländer ist mit der Performance zufrieden. Platz drei war das Maximum, mehr war nicht drin. Vor dem Rennen graut es ihm hingegen, genauso wie vor dem neuen Madring.

"Ich war dieses Jahr noch nicht so oft in den Top-3 Für mich war das ein gutes Qualifying", zeigt sich der viermalige Weltmeister alles andere als enttäuscht. Im Q2 hatte er mit der Bestzeit eine Kampfansage geliefert und war dadurch im Finale in die Favoritenrolle gerutscht - für ihn allerdings nicht ganz zu Recht: "Ich bin auch als einer der wenigen zwei Reifensätze gefahren. Deshalb war das nicht wirklich ein fairer Vergleich."

Im Q3 blieb er beim ersten Run deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auf die vorläufige Bestzeit von Lewis Hamilton im Ferrari verlor er zweieinhalb Zehntelsekunden. Erst im letzten Schuss stellte er mit Platz drei den Anschluss her, auf die Pole Position von McLaren-Fahrer Lando Norris büßte er dabei aber auch anderthalb Zehntel ein. Letztendlich fehlte die Zeit wieder dort, wo sie schon am Trainingsfreitag gefehlt hatte.

Red Bull fehlt in Madrid das Paket gegen Mercedes und McLaren

"Das ist immer der letzte Sektor, da haben wir nicht das Deployment wie die anderen und das macht es natürlich schwer, sie zu matchen", erklärt Verstappen. "Aber für uns war das Qualifying vom Q1, über das Q2 zum Q3 eine schöne Progression. Ich habe da absolut nichts liegen gelassen. Es sind einfach nur die Limitationen, die wir mit dem Auto haben und das Deployment im letzten Sektor, das wir scheinbar nicht ganz richtig treffen. Aber das ist das Qualifying, im Rennen ist es wieder eine andere Geschichte."

Tatsächlich bestätigt sich die Aussage des Niederländers in den Daten nur bedingt. Während der Zeitverlust im letzten Sektor im 2. Freien Training deutlich zu erkennen war, ist er im Vergleich mit der Pole-Runde von Norris über die komplette 5,414 Kilometer lange Runde des Madrings ausgeglichen. Aus den Kurven 20 und 21 heraus lässt sich allerdings trotzdem eine deutlich schlechtere Beschleunigungsphase bei Verstappen ausmachen.

Max Verstappen graut es vor Formel-1-Rennen in Madrid

In Monza griff Max Verstappen vor einer Woche von Startplatz fünf früh im Rennen ins Geschehen an der Spitze ein. Am Sonntag könnte es trotz P3 im Grid damit schwieriger werden. "Zum Glück habe ich dieses Jahr immer so fantastische Starts, das wird schon", kann er sich einen zynischen Verweis auf die Horror-Starts von Red Bull in der Saison 2026 nicht verkneifen. Doch auch wenn der Start klappt, wartet mit 57 Runden auf dem Madring die nächste Folter.

"Das wird hart. Sagen wir mal, im besten Fall bist du schneller, aber du wirst nicht überholen. Es gibt hier keine Kurven, in denen du überholen kannst", so der 28-Jährige. "Du musst darauf hoffen, dass die Reifen der anderen richtig hart eingehen. Das wird schwer. Auf den Longruns war es schon schwierig, da haben die Reifen bei jedem gelitten. Darauf kommt es morgen an, aber selbst dann musst du immer noch eine Kurve finden, in der du auch überholen kannst."