George Russell fährt Bestzeit im 1. Freien Training zum Aserbaidschan GP 2026 in Baku. Allerdings hatte der Mercedes-Pilot weniger Konkurrenz als üblich, ungewöhnlich viele Formel-1-Piloten hatten mit der Technik zu kämpfen, darunter auch Russells Teamkollege und WM-Leader Kimi Antonelli und die beiden McLaren-Fahrer (mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle).

Das Ergebnis: 1:45,387 Minuten benötigte George Russell auf den Soft-Reifen für seine schnellste Runde auf dem 6,003 Kilometer langen Baku City Circuit. Damit war er exakt vier Zehntelsekunden schneller als Max Verstappen auf Rang zwei. Nur wenige Tausendstel dahinter reihte sich das Ferrari-Duo Charles Leclerc und Lewis Hamilton ein.

Obwohl Kimi Antonelli vor dem Defekt an seinem Mercedes nur auf den harten Reifen fuhr, reihte er sich noch auf Rang fünf vor Oscar Piastri ein, der sich in letzter Sekunde mit dem Defekt-geplagten McLaren noch in die Top-10 schob. Auf den Plätzen sieben und acht landete das Racing-Bull-Duo Liam Lawson und Arvid Lindblad, Esteban Ocon und Gabriel Bortoleto komplettierten die Top-10. Nico Hülkenberg landete mit der alten Spezifikation des Audi RS26 (mehr dazu im Abschnitt Technik) knapp zwei Zehntel hinter seinem Teamkollegen auf Rang elf.

Die Zwischenfälle: Die Williams-Boxencrew sorgte für eine kleine Slapstick-Einlage. Als Carlos Sainz mit einer brennenden Bremse an die Box kam, wartete vor der Garage niemand auf ihn. Sainz winkte noch bei der Anfahrt, doch die Mechaniker ließen sich Zeit. Erst mit Verzögerung kam das Gebläse, um das Feuer hinten links zu bekämpfen. Der Spanier konnte später wieder auf die Strecke.

Mehr Pech hatten Isack Hadjar, Andrea Kimi Antonelli und beide McLaren-Piloten. Hadjar meldete schon nach acht Runden Probleme an seinem Motor und musste die restliche Session in der Garage verbringen. Antonelli stellte seinen Mercedes nach rund 25 Minuten und neun Runden in der Auslaufzone ab. Aus dem Heck des Silberpfeils kam Rauch, der Italiener konnte nicht mehr schalten. Wahrscheinlich quittierte die Hydraulik den Dienst.

Bitter ist der Defekt vor allem für Hadjar, der in Baku sein Formel-1-Comeback nach seiner Handgelenksverletzung gibt. Was er zu seiner Rückkehr und zur gleichzeitigen Vertragsverlängerung bei Red Bull zu sagen hatte, erzählt euch Christian im Video:

Quali-Angst: Crash-Gefahr in Baku! - Weiter Update-Flaute bei Mercedes (13:48 Min.)

Bei Oscar Piastri machte McLaren ein Mysterium aus den Problemen. Zweimal wurde er für Checks außerplanmäßig in die Boxengasse zitiert. Die einzige Information, die sich McLaren entlocken ließ: Am anderen Auto hatte man Schäden gesehen. Teamkollege Lando Norris verbrachte viel Zeit an der Box. Beim zweiten Check von Piastri, rund 20 Minuten vor dem Ende des Trainings, musste er seinen Boliden abstellen und konnte erst ganz am Ende nochmal auf die Strecke.

Technische Probleme gab es ganz zum Schluss auch bei Nico Hülkenberg, der seinen Audi in einer der zahlreichen Auslaufzonen abstellen musste.

Fahrerisch blieb es im 1. Training vergleichsweise ruhig. Die Piloten bemühten die Notausgänge nach Verbremsern regelmäßig. Vor allem in den Kurven 1 und 3 wurden die Auslaufzonen zahlreich frequentiert. Die Mauern mieden die Piloten aber noch.

Die Technik: Zum Start des Tripleheaders brachten viele Teams große Pakete. Bei den Top-Teams legten McLaren und Red Bull ordentlich nach, Ferrari und Mercedes verzichteten komplett auf Neuerungen. Mercedes will in Malaysia endlich nachlegen.

Die größten Pakete haben Williams und Audi im Gepäck. Bei Williams wurde erstmals das sehnlichst erwartete neue Monocoque eingesetzt, das den Boliden auf das Mindestgewicht drücken soll. Bei Audi gibt es ein großes Aero-Update, das im 1. Training zu Vergleichszwecken nur von Gabriel Bortoletio gefahren wurde. Das restliche Wochenende kommt auch Nico Hülkenberg in den Genuss der neuen Teile.

Das Wetter: Heiß! Während in Zentraleuropa der Herbst langsam Einzug hält, ist es am Kaspischen Meer noch richtig warm. Im Training stieg das Quecksilber auf 30 Grad Celsius, auf dem Asphalt wurden über 50 Grad gemessen. Das restliche Wochenende werden ähnliche Bedingungen erwartet.