Der Schluss-Spurt der Formel-1-Saison 2026 beginnt in Baku, und bei dieser Gelegenheit bringen mehrere Teams noch einmal große Update-Pakete. Besonders McLaren, aber auch Audi sorgen am Freitag für Aufmerksamkeit mit substanziellen Umbauten. Motorsport-Magazin.com hat alle Bilder und die Details aus Aserbaidschan.

Zuerst einmal sind alle Augen in Baku auf McLaren gerichtet. Nachdem Lando Norris in drei der letzten vier Rennen um den Sieg kämpfen konnte, wird hier ein sieben Komponenten umfassendes Paket am MCL40 montiert. Sofort sichtbar: McLaren ändert das Design von Seitenkasten und Motorverkleidung komplett. Das ursprüngliche, traditionell-horizontale Design wird gegen eine vertikale kleinere Box getauscht.

Der Seitenkasten-Lufteinlass von McLaren in Baku und die Vorgängerversion
Der McLaren-Lufteinlass, Foto: IMAGO / PsnewZ
Der McLaren-Seitenkasten in Baku und die alte Version zum Vergleich
Der McLaren-Seitenkasten, Foto: IMAGO / PsnewZ / Action Plus

So geht der Seitenkasten erst nach dem nun viel schmäleren Einlass auseinander und erinnert an das davor einzigartige Audi-Konzept, wenngleich nicht so extrem. Anders als der Audi behält der McLaren einen klaren "Undercut" - den leeren Bereich zwischen dem Seitenkasten und dem Unterboden. Der Körper des Seitenkastens behält auch die rückwärtige Downwash-Rampe.

Allerdings wird diese Rampe nicht mehr bis ganz zum Unterboden nach unten gezogen, sondern ist jetzt insgesamt flacher und endet schon deutlich vor der Hinterradaufhängung auf halber Höhe. Verschobene Kühlkiemen sowie ein neues Design der Airbox suggerieren eine womöglich signifikante Anpassung des Kühler-Konzeptes unter der Verkleidung, um das neue Aero-Paket umsetzen zu können.

Die McLaren-Airbox bei der Formel 1 in Baku
Die McLaren-Airbox, Foto: IMAGO / Beautiful Sports / Icon Sports Wire
Der McLaren-Unterboden von Baku und die alte Version
Der McLaren-Unterboden, Foto: IMAGO / PsnewZ
Der McLaren-Diffusor in Baku und in der alten Konfiguration
Der McLaren-Diffusor, Foto: IMAGO / PsnewZ

Die neue Form der mittleren Verkleidung zieht größere Anpassungen am Heck nach sich. Die Details am Unterboden vor den Hinterreifen wurden umfangreich modifiziert. Der neue Luftfluss führt zu neuen Verkleidungen der Hinterachse. Weiters wurden mehrere Elemente an der Oberkante des Diffusors neu positioniert, und das Flügelchen im Auspuff wächst. Zurück ist in Baku ein erneut etwas angepasster Heckflügel mit invertiertem Straight Mode, der in Madrid zuletzt wieder abgebaut worden war.

Red Bull mit letztem großen Formel-1-Update 2026

Etwas weniger umfangreich ist das Update bei Red Bull. Außerdem sind das die letzten signifikanten Änderungen des Jahres, bestätigt Teamchef Laurent Mekies am Donnerstag. Auch hier geht es primär um einen neu geformten Seitenkasten und neuen Unterboden. Der Unterboden ist ein weiterer Schritt in die gleiche Entwicklungsrichtung der letzten Monate, die Geometrien von Hauptkörper und Diffusor wurden verändert.

Der Red-Bull-Unterboden in Baku und davor
Der Red-Bull-Seitenkasten, Foto: IMAGO / PsnewZ / ABACAPRESS

Gepaart wurde das auch hier mit einem angepassten Seitenkasten, der aber konzeptuell auf dem zuletzt eingeschlagenen Weg bleibt. Größte Änderung ist hier, dass der Übergang von Seitenkasten auf Unterboden nun in einer geraden Linie erfolgt, während er sich in der vorangestellten Iteration noch gewölbt hatte. Das neue Seitenkasten-Design hat auch angepasste Kühlkiemen.

Der Red-Bull-Halo in Baku und davor
Der Red Bull von vorn, Foto: IMAGO / PsnewZ / ZUMA Press Wire

Details ändert Red Bull weiters an der gesamten Rückspiegel-Einheit, damit diesen den Luftfluss passend auf die neue Seitenkasten/Unterboden-Konfiguration lenkt. Einzelne Leitelemente auf dem Halo werden außerdem adaptiert.

Audi baut noch einmal ganzes Formel-1-Auto um

Bei Audi hatte mit nur zwei Kleinigkeiten seit Österreich Update-Dürre geherrscht. Warum, das wird in Baku klar: Das Team hat alle seine Ressourcen in eine große Revision für Baku gesteckt. Hier fährt der R26 generalüberholt mit 14 in der offiziellen Liste dokumentierten Teilen aus der Garage. "Sehr wichtig ist für das Team, die Methodologien und Kapazitäten zu entwickeln", erklärt Teamchef Mattia Binotto am Donnerstag. "Dass wir vom Konzept bis zur Produktion abliefern. Für dieses Paket haben wir die Ziele da hochgesteckt, und da zählt weniger die Performance, als dass wir diese Ziele erreichen."

In FP1 fuhr man Vergleichstests. Neue Teile für Gabriel Bortoleto, alte für Nico Hülkenberg. Die komplette Nase und der Frontflügel wurden überarbeitet. Die Nasenspitze ist abgeflacht, die Pylonen sind tiefer, die auf der Flügelfläche sitzenden SM-Aktivierungsmechanismen schmäler, und das Diveplane an der Endplatte sowie die Leitelemente auf der Fußplatte sind angepasst. Die Verkleidung der Vorderradaufhängung wurde an den veränderten Luftstrom angepasst.

Einher geht das mit einem Unterboden. An dem sind wirklich alle Oberflächen neu. Hauptkörper, Seitenelemente, Diffusor, hintenraus werden Hinterachsverkleidung, hintere Bremskühlung und Beam Wing mit angepasst. Auch die Motorabdeckung ist modifiziert, wenngleich nicht revolutionär, wie auch die Halo-Verkleidung. Zum Abschluss gibt es einen neuen Heckflügel. Der hat unter anderem nun neue Gurney-Erweiterungen in Dreiecksform, wie es die Top-Teams vorgezeichnet haben.

Der Audi-Frontflügel in Baku
Der Audi-Frontflügel in Baku, Foto: IMAGO / Every Second Media
Das Audi-Heck in Baku
Die Audi-Heckpartie, Foto: IMAGO / PsnewZ

Was bringt das große Williams-Update?

Auch das versprochene Williams-Update ist in Baku eingetroffen. Das neue Chassis ist dabei, und wird um eine Serie an Aero-Updates ergänzt. Hauptfeature ist ein komplett überarbeiteter Unterboden, was von außen auch an der groß überarbeiteten Seitenkante vor den Hinterreifen mit deutlich komplexer designten Einschnitten zu erkennen ist. Die hinteren Bremskühlschächte, die Verkleidung der Aufhängung und eine leicht modifizierte Form der Heckstruktur gehen damit einher.

Der Williams-Unterboden in Baku und die alte Version
Der Williams-Unterboden, Foto: IMAGO / PsnewZ

Die Racing Bulls bringen im Rennen um die Mittelfeld-Spitze in Baku einen groß überarbeiteten Frontflügel. Das obere Hauptelement hat eine deutlich welligere und komplexe Form, und das untere Hauptelement ist ebenfalls welliger. Ergänzt wird das mit einer adaptierten Verkleidung der Vorderachse plus neuer Vorderbremskühlung. Wie bei den Top-Teams werden die Kühleinlässe nun komplett hinter dem "Wheel Shield" versteckt, anstatt darüber hinauszuragen.

Der Racing-Bulls-Frontflügel in Baku und die alte Version
Die Racing-Bulls-Frontpartie, Foto: IMAGO / PsnewZ / ZUMA Press Wire

Schließlich hat Cadillac noch wie so oft Details im Gepäck. Die vorderen Bremskühlungen wurden einmal mehr vergrößert, die Kühlprobleme des Teams sind bekannt. Das ist diesmal sogar lokal ein größerer Umbau. Groß genug, um neu designte Verkleidungen der Vorderachse nötig zu machen. Separat davon wurde das Profil des kleinen Flügelchens im Diffusor verändert. Weitere Technik-Bilder gibt es in der folgenden Galerie: