Aston Martin sammelte für das Formel-1-Rennen in Baku insgesamt 50 Plätze an Startplatzstrafen für neue Motorkomponenten, was per Reglement in einen Start vom Ende des Feldes umgewandelt wurde. Strafen zum Nulltarif, da das Team beim Aserbaidschan-GP ohnehin abgesehen von Cadillac konkurrenzlos unterlegen war.

In Summe wurden die Boliden von Stroll und Alonso mit neun verschiedenen Komponenten ausgestattet, wobei der Spanier vom Verbrennungsmotor über Turbolader, Batterie bis zum Auspuff und den Nebenkomponenten je ein neues Teil verbaut bekam. Stroll erhielt abgesehen vom Verbrenner dasselbe Paket. Gebracht haben die Wechsel an Motorkomponenten für das Baku-Wochenende nichts. Denn Lance Stroll und Fernando Alonso sahen die Zielflagge nicht.

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Fernando Alonso und Lance Stroll raus: Honda-Motoren schaffen nur 28 Runden

Die beiden schafften es nicht einmal bis zur Halbzeit des 51 Runden langen Grands Prix. Bei Stroll war dafür ein Wasserdruckproblem verantwortlich, wegen dem er schon in Kurve 8 anhalten musste. Fernando Alonso schaffte es immerhin etwas weiter, wobei ihm dann aber die PS ausgingen. In Runde 20 stellte er aufgrund von stark nachlassender Motorleistung ab.

Entsprechend groß war die Resignation nicht nur bei Aston Martin, sondern vor allem auch beim Motorlieferanten. Hondas Trackside-Vertreter Shintaro Orihara machte sich nichts vor. "Wir wussten, dass diese Geraden-Konfiguration eine Herausforderung für unser derzeitiges Paket sein würde. Wir haben versucht den Zeitverlust zu minimieren, aber uns gingen einfach die Lösungen aus, mit den Werkzeugen, die uns zur Verfügung stehen", wurde er deutlich.

Dabei hatte Honda vor etwa einem Monat in Zandvoort noch eine nach dem ADUO-Reglement geupdatete Power Unit an die Strecke gebracht, die nach anfänglicher Hoffnung beim Debütrennen auf den Powerstrecken in Monza Anfang September und jetzt in Baku vorgeführt wurde. "Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht mit dem Motor-Upgrade, aber offensichtlich ist es nicht genug", reflektierte Alonso nach Baku.

Nachbesserungen sind in diesem Jahr keine mehr geplant. Erst Anfang 2027 soll eine neue Power Unit kommen. Entsprechend resigniert zeigten sich die Aston-Piloten am Samstag. "Es gibt nicht viel Positives im Moment. Wahrscheinlich gar nichts", rechnete Lance Stroll nach seinem frühen Aus mit der Gesamtsituation ab. "Wir werden noch oft diese Konversation führen. Dieses Jahr wird so weitergehen", so Stroll nach seinem vierten Ausfall in Serie.

Fernando Alonso muss nach Bottas-Duell aufgeben

Fernando Alonso hatte ein bisschen mehr von seinem Rennen zu erzählen, in dem er sich rundenlang weit abgeschlagen vom restlichen Feld mit Valtteri Bottas duellierte, ehe bei ihm die Motorprobleme zu gravierend wurden. "Wir überholten uns fünf oder sechsmal gegenseitig, bevor ich stoppen musste", so Alonso.

"Wir hatten einen anomalen Mangel an Speed auf der Geraden", fasste er seinen Ausfallgrund zusammen. Er bezifferte den dadurch ausgelösten Zeitverlust pro Runde auf 1,5 Sekunden. Ob es sich um ein ähnliches Problem wie bei Stroll handelte, sei noch nicht bekannt: "Könnte sein. Ich habe keine Warnung bekommen, alles hat normal funktioniert, bis ich plötzlich viel Zeit auf der Geraden verloren hatte."