Auch im 15. Rennen der Teamgeschichte geht Cadillac leer aus. Ein 14. Platz und ein Ausfall lesen sich wie die übliche Bilanz in diesem Jahr - doch das wird dem tatsächlichen Rennen von Sergio Perez in Baku absolut nicht gerecht. Das sagt Perez selbst, und das sagen auch seine Rundenzeiten und sein Rennverlauf.

Grundsätzlich gilt Perez als überragender Baku-Experte. Zwei seiner Formel-1-Siege feierte er hier. Selbst in seinem letzten Desaster-Jahr bei Red Bull, als sonst nichts mehr klappte und er teilweise über eine halbe Sekunde langsamer war als Max Verstappen, unterlag er Verstappen nur in 23 von 24 Grands Prix. In Baku qualifizierte er ihn um zwei Zehntel aus und hätte auch das Rennen vor ihm beendet.

2026 zeigte er bei seiner Rückkehr sofort, dass er diese Baku-Magie nicht verloren hat. "Das ist eine Strecke, auf der ich definitiv den Unterschied mache", stellte er schon nach dem Qualifying fest. In den Trainings hatte es mit den Plätzen 17, 13 und 16 sogar so ausgesehen, als ob er nach einem Q2-Einzug greifen könnte.

Perez bedauert verpasste Chance auf Qualifying-Sensation in Baku

Leider ging das Qualifying jedoch schief. Einmal mehr nahm Perez danach die operative Umsetzung seines Teams in die Pflicht: "Alles hätte klappen müssen, besonders mit dem Windschatten, der hätte sechs Zehntel gebracht." Aber Teamkollege Valtteri Bottas musste eine Runde abbrechen, wurde dann bei der FIA-Waage aufgehalten, und plötzlich war Perez allein, und musste dann auch noch seine letzte Runde wegen einer gelben Flagge abbrechen.

Außerdem war Perez auch noch Oscar Piastri im Weg gestanden und hatte drei Strafplätze kassiert. Von Platz 20 aus wollte er aber absolut nicht aufgeben, und vom Start weg hängte er sich am hinteren Ende des Mittelfeld-Zuges bei Gabriel Bortoleto und Alex Albon ein: "Wenn ich mir diese Autos anschaue, die sind ein oder zwei Sekunden schneller. Und ich bin den ganzen ersten Stint an ihnen drangeblieben."

Sergio Perez am Freitag bei der Formel 1 in Baku
Perez im Cadillac unterwegs in Baku, Foto: IMAGO / NurPhoto

Für Perez war es dabei absolut kritisch, dass er nie aus dem Overtake-Fenster von einer Sekunde fiel und dadurch mehr Energie rekuperieren und einsetzen durfte: "Ich bin gefahren, das hat sich angefühlt, als würde ich beim kleinsten Fehler in der Wand stecken. So ein Rennen zu fahren, das macht einen richtig stolz."

So quetschte Sergio Perez den unterlegenen Cadillac in Baku komplett aus

Nach 26 Runden hatte Perez immer noch das Mittelfeld direkt vor sich - und Teamkollege Bottas hinter sich um sagenhafte 46 Sekunden abgehängt. Er war stark genug, um immerhin Williams zu einem vorbeugenden defensiven Boxenstopp mit Carlos Sainz zu zwingen: "Das war eines meiner besten Wochenenden in Baku. Ich habe 150 Prozent aus diesem Auto geholt."

Wilder Restart-Crash in Baku: Norris fordert Sperre für Colapinto! (17:52 Min.)

Leider blieben Punkte selbst mit dem zehn Runden später beginnenden doppelten Restart-Chaos einfach außer Reichweite: "Beim Restart am Ende fehlte uns einfach der Topspeed, und wir sind zurückgefallen." Kurz war Perez davor bis auf P13 aufgerückt, doch als er von Liam Lawson überholt wurde, konnte er sich an ihm nicht mehr anhängen, weil der Racing Bull eines der schnellsten Autos auf der Geraden war. Zu schnell für den aerodynamisch zu ineffizienten Cadillac.

Lawson fuhr auf den Geraden zu weit davon, und Perez verlor endgültig daraufhin den Overtake-Modus, den Anschluss, und wurde hilflos auch von Gabriel Bortoleto überholt. Selbst mit übermenschlicher Anstrengung ist ein Dranbleiben gegenwärtig das Höchste der Gefühle, meint Perez: "Aktuell fehlt uns eine halbe Sekunde, um mit ihnen kämpfen zu können."

Nur Platz 14 wurde es so für Perez. Den Platz von Bortoleto erhielt er nach dem Rennen noch zurück, weil der Audi ihn unter Safety Car überholt hatte und dafür 10 Strafsekunden erhielt. Verglichen mit Teamkollege Bottas war Perez in Baku in einer anderen Welt unterwegs. Warum Bottas am Schluss auch noch in die Wand fuhr, erklärt er hier: