Die ersten drei Rennen der Saison 2006 liegen hinter uns und das erste Fazit nach den Übersee-GP kann nur positiv ausfallen. Obwohl die ersten drei Grand Prix allesamt von Renault gewonnen wurden, zählt letztlich nur eins: Am wichtigsten ist, dass die Rennen spannend sind. Das wollte die FIA mit ihren Regeländerungen erreichen und das haben sich die Fans gewünscht.

Als dominant würde ich die Form von Renault nicht bezeichnen. Die Franzosen sind knapp vor McLaren und haben das Glück, dass zumindest bei Fernando Alonso scheinbar alles nach Wunsch läuft. Kimi Räikkönen kann aber jederzeit ein Rennen gewinnen. Jedenfalls dann, wenn es bei ihm einmal rund laufen sollte. In Australien war er im Gegensatz zu den vorherigen Wochenenden einmal selbst schuld, da er sich den Bremsplatten wie am Nürburgring 2005 selbst einhandelte, ansonsten hatte er bislang aber nur unverschuldete Probleme.

Die Überraschung des Australien-Wochenendes war die Enttäuschung des Auftaktwochenendes von Bahrain: Als Ralf nach Malaysia davon sprach, dass Toyota 2006 noch Rennen gewinnen möchte, klang das nicht gerade glaubhaft. Für die Leistung in Down Under muss man den Japanern aber Respekt zollen. Regelmäßige Podestplätze bei den anstehenden Rennen dürften aber trotzdem nur schwer möglich sein.

Ferrari ging in Melbourne genau den umgedrehten Weg zu Toyota: Die Italiener vergriffen sich bei den Reifen und hatten genau jene Probleme, die Toyota in Australien kurzfristig ablegen konnte. Der 248 F1 ist zwar schnell, aber er ist nicht gerade einfach abzustimmen. Damit man mit der starken Konkurrenz mithalten kann, muss aber alles passen.

Beim Nummer 2 Trio der Top-Teams Barrichello, Fisichella und Montoya passte erneut gar nichts. Jenson Button hatte bis zu seinem Ausfall Barrichello klar im Griff, Fisichella zog gegen den Sieger Fernando Alonso den Kürzeren und Montoya hatte gegen Kimi Räikkönen null Chance. Insbesondere bei so vielen Fehlern, wie sie der Kolumbianer in Melbourne fabrizierte. Allein sehr Dreher in der Einführungsrunde war unglaublich!

Juan Pablo ist bei Leibe kein schlechter Rennfahrer, aber wenn man einen so talentierten Teamkollegen wie Kimi hat, kann man schnell verkrampfen, wenn es nicht wie gewünscht läuft und dann klappt fast gar nichts mehr. Allerdings kann sich das schnell ändern. Sollten Juan Pablo ein, zwei gute Rennen hintereinander gelingen, könnte er vielleicht auf das Niveau von Kimi aufschließen. Aber momentan sieht er überhaupt kein Land gegen den Finnen.

Ein Lob müssen wir dem BMW Sauber Team aussprechen, das erstmals beide Autos in die Punkte gebracht hat und mit Nick knapp am Podium gescheitert ist. Der dritte Platz von Ralf Schumacher war keinesfalls außer Reichweite. Wenn das Team so weiter arbeitet wie bisher, wird es mit dem ersten Podestplatz noch in diesem Jahr klappen.

Als nächstes geht es nach Imola, eine Strecke die nicht unbedingt für unzählige Überholmanöver und packende Rennen bekannt ist. Allerdings dachten wir das auch im Vorjahr und da wurden wir von Fernando Alonso und Michael Schumacher eines Besseren belehrt. Jetzt wird es also interessant sein zu sehen, ob Williams mit neuen Motoren in San Marino eine größere Rolle unter den Top-4 spielen kann. Für die Achtzylinder wird Imola auf alle Fälle noch einmal eine harte Herausforderung.