Als Raul Fernandez vor fünf Wochen in Mugello seinen ersten MotoGP-Sprint gewann, war der Aufschrei groß. Der Spanier wurde nämlich auffällig emotional und ließ anschließend durchklingen, dass ihm mit Saisonende 2026 das Aus in der Königsklasse drohe. Obwohl er die bislang beste Phase seiner MotoGP-Karriere erlebte, tendierte Trackhouse Racing tatsächlich zu einer anderen Fahrerwahl. Für viele Fans nicht zu verstehen - und daher wird es nun sicher viele freuen, dass die Zukunft für die Nummer 25 Anfang Juli schon wieder deutlich rosiger aussieht.

Trackhouse und Tech3 werben um MotoGP-Pilot Raul Fernandez

Denn anders als Ende Mai, als niemand Interesse an Fernandez zeigte, scheinen sich jetzt sogar zwei MotoGP-Teams um seine Dienste zu bemühen. Das ist einerseits die Tech3-Truppe, mit der Fernandez 2022 in der Königsklasse debütierte. Man trennte sich damals zwar eher im Schlechten als im Guten, aber unter der Führung von Neu-CEO Günther Steiner wäre ein Neustart möglich - zumal der Verbleib von Maverick Vinales bei Tech3 aktuell alles andere als gesichert ist. Und zum anderen ist das Fernandez' aktueller Arbeitgeber Trackhouse, wo es in den vergangenen Wochen offenbar zu einem Umdenken gekommen ist.

Raul Fernandez überzeugte mit Sprintsieg und Podium in Assen, Foto: MotoGP Press
Raul Fernandez überzeugte mit Sprintsieg und Podium in Assen, Foto: MotoGP Press

Auf den Sprintsieg in Mugello ließ Fernandez zuletzt ein starkes Wochenende am Balaton Park folgen. In Brünn kämpfte er sich dann gesundheitlich stark geschwächt - er erlitt im Vorfeld des Tschechien-GP eine Blinddarmentzündung - auf die Plätze sechs und sieben und in Assen folgten dann der nächste Sprintsieg sowie Platz zwei im Grand Prix. Ohne Tracklimits-Vergehen in der Schlusskurve wäre zudem auch noch die erste Pole Position seiner MotoGP-Karriere zu Buche gestanden.

"Ich weiß wirklich nicht, was er noch zeigen muss, um einen Platz für nächstes Jahr zu bekommen", fragte Manager Paco Sanchez deshalb schon am letzten Samstagnachmittag gegenüber 'Sky Italia'. Und die Antwort: Nichts! Fernandez hat allem Anschein nach inzwischen genug geliefert, um auch 2027 und 2028 in der MotoGP an den Start gehen zu dürfen.

Trackhouse-Boss lässt durchklingen: Raul Fernandez bleibt über 2027 hinaus

"Seine Zukunft liegt bei uns. Diese Entscheidung haben Aprilia und Trackhouse schon vor ein paar Jahren getroffen und diesen gemeinsamen Weg wollen wir noch weiter fortsetzen. Wir glauben, dass Raul noch viel Raum für Verbesserung hat", verkündete der neue Teammanager Francesco Guidotti am Sonntag nach der Dutch TT ebenfalls gegenüber 'Sky Italia', dass die Wahl für Enea Bastianinis Teamkollegen nun doch auf Fernandez gefallen sei. Und weiter: "Was die Vertragsverlängerung angeht, gehen wir jetzt in die richtige Richtung und arbeiten nur noch an den finalen Details. In den Schlüsselfragen sind wir uns bereits einig. Es ist also nur noch eine Frage von Tagen oder Stunden."

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Fernandez wird also aller Voraussicht nach bei Trackhouse bleiben, und das liegt vor allem daran, dass die US-Amerikaner ihr ursprüngliches Angebot in den letzten Tagen nochmal überdacht haben. Zunächst war im MotoGP-Paddock nämlich die Rede davon, dass sie Fernandez nur einen Einjahresvertrag bis Ende 2027 bieten würden, während Tech3 mit einem Vertragsangebot bis Ende 2028 warb. Speziell das starke Assen-Wochenende scheint Teambesitzer Justin Marks jetzt aber überzeugt zu haben, denn inzwischen soll auch Trackhouse einen Zweijahresvertrag bieten. Genug für Fernandez, um der US-Truppe das 'Ja'-Wort zu geben. Am Sonntag in Assen danach befragt, wann mit der Verkündung seines Trackhouse-Verbleibs zu rechnen sei, antwortete er gegenüber 'TNT Sports' kurz und knapp: "Hoffentlich bald."

Damit wäre also ein weiteres Puzzlestück im MotoGP-Fahrerfeld für die Saison 2027 gefunden. Über den aktuellen Stand auf dem Transfermarkt könnt ihr euch in unserer Übersicht ein Bild machen: