Dass das MotoGP-Wochenende am Sachsenring für Marco Bezzecchi ein hartes werden würde, war von Anfang an klar. Vor knapp zwei Wochen war er ja in Assen heftig abgeflogen, kam zwar ohne gröbere Verletzungen davon, klagte am Donnerstag vor dem Deutschland-Grand-Prix aber immer noch über starke Schmerzen im ganzen Körper.
Marco Bezzecchi crasht im Sachsenring-Qualifying
Zu diesen Schmerzen kamen am Samstagmorgen weitere hinzu. Bezzecchi verlor in seiner zweiten schnellen Runde im Qualifying in der Anfahrt zu Kurve sieben die Kontrolle über seine Aprilia. Das Hinterrad der RS-GP begann zu rutschen, fand dann wieder Haftung und katapultierte Bezzecchi mit einem klassischen Highsider aus dem Sattel. Der Italiener schlug hart auf dem Asphalt auf und wurde anschließend noch wild durch den Kies geschleudert.
Dass dieser Unfall nicht ohne Folgen geblieben war, konnte jeder Beobachter schnell erkennen. Bezzecchi blieb lange im Kies liegen, konnte dann zwar aufstehen, stützte in der Folge aber klar seinen linken Arm. Bezzecchi begab sich sofort zum Check ins Medical Center, wo MotoGP-Arzt Dr. Angel Charte nach einer Röntgenuntersuchung schlechte Nachrichten für den WM-Anwärter parat hatte.
Marco Bezzecchi erleidet Schlüsselbeinbruch
Die Diagnose: Eine verschobene Fraktur des linken Schlüsselbeins. Diese Verletzung macht einen operativen Eingriff notwendig. Wie Bezzecchis Aprilia-Team bekanntgab, wird dieser von Dr. Giuseppe Porcellini in Italien durchgeführt werden. 'Bezz' wird sich deshalb schnellstmöglich auf den Weg in Richtung Heimat machen, um den Eingriff durchführen zu lassen und die dreiwöchige Sommerpause so bestmöglich zur Heilung nutzen zu können.
Der Qualifying-Crash und die damit einhergehende Verletzung sind ein weiterer Tiefpunkt in einer MotoGP-Saison, die Bezzecchi nach großartigen ersten Rennen zuletzt völlig entglitten ist. In Ungarn wurde er am Start unverschuldet von Jorge Martin abgeräumt. In Brünn stürzte er im Sprint, ohrfeigte anschließend einen Marshal und wurde für den Sonntag gesperrt. In Assen folgte der heftige Abflug, den Bezzecchi nur mit Glück unverletzt überstand. Die zwischenzeitlich klare WM-Führung musste er bereits in den Niederlanden an Teamkollege Martin abgeben, im schlimmsten Fall könnte sich Bezzecchi nach der bevorstehenden Nullnummer im Deutschland-GP sogar nur noch auf Rang fünf in der MotoGP-Fahrerwertung wiederfinden.
Bezzecchis ins Stocken geratener Angriff auf die WM-Krone war bereits Thema in der jüngsten Ausgabe unseres Interwetten MotoGP-Magazins mit Tom Lüthi. Die ganze Folge könnt ihr hier sehen:



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