An Marc Marquez führt in Aragon einfach kein Weg vorbei. Er gewinnt sein achtes MotoGP-Rennen im Motorland. Alles nach Plan läuft für ihn am Sonntag aber nicht. Er fällt in der Startphase hinter Marco Bezzecchi sowie Jorge Martin zurück, wird später auch noch von Pedro Acosta gejagt. Marquez spielt seine überlegene Pace aber schließlich souverän aus und siegt vor Acosta sowie Bezzecchi. Martin wird Fünfter, Fabio Di Giannantonio Siebter. Raul Fernandez muss mit einem technischen Defekt aufgeben.

In der MotoGP-Fahrerwertung überholt Marc Marquez damit Bezzecchi und ist mit 19 Punkten Rückstand jetzt erster Verfolger von WM-Leader Martin. Bezzecchi liegt 24 Punkte zurück. Di Giannantonio fehlen 48 Zähler, dem verletzten Ai Ogura 53. Acosta kämpft sich auf Rang sechs vor Raul Fernandez. Sie liegen 67 beziehungsweise 70 Punkte zurück.

MotoGP Aragon: Der Rennfilm

Die Startaufstellung: 1. Bezzecchi, 2. M. Marquez, 3. A. Marquez, 4. R. Fernandez, 5. Martin, 6. Acosta, 7. Di Giannantonio, 8. Bagnaia, 9. Zarco, 10. Moreira, 11. Aldeguer, 12. Morbidelli, 13. Miller, 14. Binder, 15. Mir, 16. Bastianini, 17. Quartararo, 18. Marini, 19. Rins, 20. P. Espargaro, 21. Razgatlioglu, 22. Savadori

Start: Marc Marquez kommt gut weg und attackiert wie im Sprint Marco Bezzecchi in Kurve eins. Marquez kommt auch vorbei, verliert aber für Kurve zwei an Fahrt und wird wieder von Bezzecchi kassiert. Eine Kurve später geht auch Jorge Martin an Marquez vorbei. Auch dahinter wird es hektisch: Raul Fernandez auf P4 vor Pedro Acosta und Alex Marquez.

Runde 1/23: Acosta schnappt sich Raul Fernandez.

Marc Marquez drückt sich in Kurve 15 mit voller Härte an Martin vorbei, auch Acosta kann den WM-Leader überholen.

Runde 2/23: Alex Marquez ist auf dem Vormarsch. Er kassiert Raul Fernandez sowie Martin und ist bereits wieder Vierter.

Runde 4/23: Bezzecchi und Marc Marquez fahren an der Spitze praktisch identische Rundenzeiten, sind nur aufgrund der hektischen Startphase durch knapp sechs Zehntelsekunden getrennt. Mit rund einer Sekunde Rückstand auf Bezzecchi fährt Acosta auf Platz drei.

Runde 5/23: Marc Marquez zieht das Tempo an! Mit der Schnellsten Rennrunde nähert er sich Bezzecchi auf drei Zehntel an.

Runde 6/23: Marc Marquez führt! Er geht in Kurve 15 an Bezzecchi vorbei, es kommt zum Highspeed-Duell auf der langen Gegengerade. Marquez und Bezzecchi berühren sich leicht, Marquez setzt sich vor seinen Widersacher und auch Acosta nutzt die Situation, um Bezzecchi Platz zwei abzuluchsen.

Francesco Bagnaia und Franco Morbidelli stürzen unterdessen unabhängig voneinander aus dem Rennen. Raul Fernandez muss seine Aprilia mit Getriebeproblemen an der Box abstellen.

Runde 7/23: Marc Marquez und Acosta sind nun schneller als Bezzecchi und setzen sich vom Aprilia-Fahrer ab.

Runde 9/23: Marc Marquez verschärft die Pace weiter. Er fährt erneut die Schnellste Rennrunde und knöpft Acosta damit zwei Zehntelsekunden ab.

Runde 10/23: Acosta lässt sich von Marquez nicht abschütteln, kontert das Tempo des Spitzenreiters jetzt wieder. Bezzecchi scheint nicht mehr mitgehen zu können und hat bereits über eine Sekunde verloren.

Runde 13/23: Marc Marquez hat seinen Zenit in diesem Rennen noch nicht erreicht! Erneute Schnellste Rennrunde des Weltmeisters, durch die Acosta auf knapp eine halbe Sekunde zurückfällt.

Runde 14/23: Jetzt ist Marc Marquez nicht mehr zu halten. Er verbessert seine schnellste Rennrunde noch einmal. Acosta kann da nicht mehr mit, liegt jetzt bereits neun Zehntelsekunden zurück.

Runde 21/23: Sturz für Toprak Razgatlioglu! Er wirft den letzten Punkt für Platz 15 in Kurve zwölf weg.

Ziel: Marc Marquez gewinnt schlussendlich überlegen mit 1,8 Sekunden Vorsprung auf Acosta, Bezzecchi wird 3,6 Sekunden zurück Dritter. Alex Marquez wird Vierter, Martin muss sich erneut mit Platz fünf begnügen. Fermin Aldeguer holt P6 vor Di Giannantonio und Enea Bastianini. Diogo Moreira liefert mit Rang neun eine weitere Talentprobe ab. Brad Binder komplettiert die Top-Ten. Jack Miller wird als Elfter bester Yamaha-Fahrer, hinter ihm landen Joan Mir, Alex Rins und Luca Marini. Johann Zarco sammelt beim Comeback trotz Double-Longlap-Penalty den Punkt für Rang 15 ein.

Die Stimmen vom MotoGP-Podium in Aragon

Marc Marquez (Sieger, Ducati): "Kurve 1 war wie schon im Sprint ein Schlüsselmoment. Ich konnte Marco auch erneut überholen, aber ich habe auch einen großen Fehler gemacht: Ich habe vergessen, das Ride-Height-Device zu deaktivieren. Es war dann in Kurve zwei noch abgesenkt und ich war in Turn 2 und 3 sehr langsam, weshalb mich Marco und Jorge überholt haben. Das hat es schwieriger gemacht, aber ich konnte dann meine Pace finden und hatte ein paar schöne Duelle. In den letzten zehn Runden konnte ich dann einen Vorsprung herausfahren und diesen dann verwalten."

Pedro Acosta (Zweiter, KTM): "Ich habe gestern schon angekündigt, dass ich alles versuchen werde. Vor den spanischen Fans musste ich das einfach machen, auch wenn dann Fehler passieren können. Das Team hat super gearbeitet und wir konnten uns im Laufe des Wochenendes konstant steigern. Ich bin sehr glücklich, denn wir waren jetzt lange nicht mehr auf dem Podium. Das können wir genießen und dann versuchen, für Misano noch einmal zuzulegen."

Marco Bezzecchi (Dritter, Aprilia): "Ich bin sehr glücklich und zufrieden. Es war ein hartes, aber wunderschönes Wochenende mit meinem ersten MotoGP-Podium hier. Ich mochte diese Strecke immer, aber aus irgendeinem Grund war ich nie schnell. Dieses Wochenende haben wir jedoch gute Arbeit geleistet und ich konnte mir die Pole Position schnappen. Ich wusste, dass meine Pace nicht die beste ist, aber ich habe gestern und heute mit aller Härte gekämpft. Das Duell mit Marc war toll! Ich habe sein Motorrad in Kurve 15 gehört und habe dann versucht, seine Linie zu kreuzen. Wir waren dann direkt nebeneinander und durch die Verwirbelungen hat es uns beide hin- und hergeschüttelt. Das hat sich echt komisch, aber auch cool angefühlt. Marc war, mit all seiner Erfahrung und seinem Speed hier, heute einfach nicht zu schlagen. Es war nur schade, dass ich in diesem Moment auch direkt Platz zwei an Pedro verloren habe. Das wäre wohl sowieso passiert, aber ich wollte zumindest etwas mehr mit ihm kämpfen."