"Wenn ich es fühle, werde ich wieder reinhalten" - Marc Marquez kündigte bereits am Samstagabend an, sein Brechstange-Manöver gegen Marco Bezzecchi aus dem Sprint auch am Start des Aragon-GPs wiederholen zu wollen. Schließlich war es am Samstag der Schlüssel zum Sieg und das sollte auch am Sonntag wieder so kommen. Und tatsächlich: Marquez' Angriff in Kurve eins sah zunächst auch gut aus, doch dann endete die Startphase im Grand Prix fast im Desaster.

Was passiert war? Ganz einfach: Wie Wiederholungen vom Start später enthüllten, hatte Marquez die ersten vier Kurven mit abgesenktem Heck durchfahren müssen. Das Ride-Height-Device war durchgehend aktiviert, wie Funkenflug in Kurve zwei unmissverständlich aufzeigte. Marco Bezzecchi konnte sich die Führung dadurch umgehend zurückholen, Augenblicke später schlüpfte auch Jorge Martin noch durch. P3 statt P1 also. Hatte es da etwa einen Defekt gegeben? Die TV-Bilder hatten es zunächst vermuten lassen. Aber nein, der amtierende Weltmeister hatte vor dem Rennstart schlicht geschlafen.

Marc Marquez patzt beim MotoGP-Start in Aragon: "Großer Fehler"

"Mir ist da ein großer Fehler unterlaufen", gestand Marquez im MotoGP-Format 'After the Flag'. Anschließend enthüllte er, was passiert war: "Ich habe vergessen, dass ich das Ride-Height-Device am Heck noch deaktivieren musste. Während der Aufwärmrunde habe ich es auf der Gegengeraden aktiviert und dann musst du es beim Start eigentlich wieder deaktivieren. Das habe ich einfach vergessen."

Erwähnt sei an dieser Stelle, dass beim Rennstart natürlich alle MotoGP-Bikes am Heck weiterhin abgesenkt werden, denn die Nutzung der Devices wurde vor einigen Wochen nur an der Front verboten. Was Marquez mit seiner Aussage also wirklich meint: Er hat voller Fokus auf Bezzecchi in Kurve eins nicht hart genug gebremst, denn anderenfalls hätte sich das Device eigentlich von allein wieder deaktivieren müssen - so, wie es beim nächsten harten Bremsmanöver in Kurve fünf dann auch passierte. Aber so oder so: ein ungewöhnlicher Patzer des 33-jährigen Routiniers, der folgenschwer hätte enden können. "Das war ein Schreckmoment", gab er offen und ehrlich zu. Glücklicherweise realisierte Marquez seinen Fehler aber noch schnell genug. "Als ich aus Kurve eins herausgekommen bin, habe ich mir bewusst gemacht, dass heute nicht der Zeitpunkt für einen Sturz ist. Ich habe dann nur versucht, nicht allzu viele Positionen zu verlieren und das Rennen neu aufzubauen", beschrieb er, nach der Realisation in den ersten Kurven des Rennens nicht mehr allzu viel Risiko eingegangen zu sein.

Die Pace, den Fehler nochmal zu beheben, war schließlich da. Marquez drückte sich schon in Runde zwei wieder an Martin vorbei und überholte im sechsten Umlauf nach spektakulärem Highspeedduell auf der Gegengeraden auch Bezzecchi. Pedro Acosta klebte ihm daraufhin noch einige Runden am Heck, ernsthaft in Gefahr geriet der achte MotoGP-Sieg von Marquez im Motorland Aragon aber nie. "Ich habe die meiste Zeit nur die Reifen verwaltet. Ich hatte damit kalkuliert, dass ich zehn Runden vor Schluss noch einen Schritt machen könnte, wenn ich in Führung liegen würde", gab der Lokalmatador aus Cervera an. Gesagt, getan: "Das ist mir gelungen. Ich habe dann eine Lücke aufgefahren und das Rennen zu Ende gemanagt."

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Marc Marquez feiert wichtigen MotoGP-Sieg im WM-Rennen

Ein in doppelter Hinsicht wichtiger Grand-Prix-Sieg war damit eingetütet. "Das Heimrennen ist immer speziell. Mit einem Doppelsieg noch mehr", strahlte Marquez, der Inlap und Podiumszeremonie sichtlich genossen und ausgiebig gefeiert hatte. Vielmehr war es aber natürlich auch ein wichtiges Zeichen im Titelkampf der MotoGP. "Wenn ich eine Chance haben will, darf ich auf Strecken, die mir liegen, keine Punkte verlieren. Das hier war eine gute Strecke für mich und wir haben das Beste daraus gemacht", jubelte der Ducati-Pilot weiter. Seinen Rückstand auf Martin in der Weltmeisterschaft hat er damit binnen 24 Stunden von 40 auf 19 Punkte reduziert. Der zehnte WM-Titel ist also realistischer denn je.

2027 könnte Marc Marquez also als amtierender Weltmeister auf dem Adelaide Circuit an den Start gehen. Am Sonntag hat die MotoGP das finale Layout und erste Bilder des neuen Stadtkurses präsentiert. Hier gibt's alle Infos: