Als die MotoGP vor einigen Monaten verkündete, dass Fan- und Fahrerliebling Phillip Island ab kommender Saison für einen Straßenkurs in Adelaide Platz machen muss, war der Aufschrei groß. Nachdem am Sonntag des Aragon-Grand-Prix vor einer Woche endlich das finale Layout der ehemaligen Formel-1-Rennstrecke vorgestellt wurde, herrscht inzwischen aber sogar eine gewisse Vorfreude auf das Debüt der neuen Heimat des Australien-GPs. Das sind die Reaktionen der MotoGP-Stars zum Adelaide Circuit.

"Es ist natürlich nicht ganz einfach, sich aus den Bildern und Videos heraus vorzustellen, wie es tatsächlich sein wird, aber es sieht schon spaßig aus. Das Layout ist nicht mit Phillip Island zu vergleichen, deutlich langweiliger. Aber es sieht definitiv besser aus als der Balaton Park", findet Francesco Bagnaia noch die pessimistischsten Worte aller Fahrer. Die Rennstrecke in Ungarn kommt eng und technisch daher, für MotoGP-Bikes ist sie eigentlich zu klein. Kein Wunder also, dass der Kurs am Plattensee bei keinem Piloten je wirklich Gefallen fand. Nun sind die Vorzeichen aber andere. Hier könnt ihr euch das Layout des neuen Adelaide Circuit selbst einmal ansehen und euch einen Eindruck verschaffen:

"Sieht ziemlich cool aus" - MotoGP-Piloten verspüren Vorfreude auf Adelaide

Was im Video recht schnell deutlich wird: Die MotoGP- und Streckenverantwortlichen scheinen es geschafft zu haben, alle sicherheitsrelevanten Aspekte zu gewährleisten. Es gibt ausreichend große Auslauf- und Sturzzonen, die Mauern scheinen nirgendwo gefährlich nahe an der Strecke platziert. Von einem Straßenkurs im klassischen Sinne wie Monaco, Baku oder Las Vegas aus der Formel 1 kann also keine Rede sein, es handelt sich vielmehr um "eine normale Straßen-Rennstrecke in der Mitte einer Stadt", wie Jack Miller erkennt. Es scheint also keinen Grund für Sicherheitsbedenken zu geben - und genau deshalb blickt die MotoGP-Elite nun deutlich weniger kritisch nach Adelaide.

"Das sieht ziemlich, ziemlich cool aus. Wir werden da mit Sicherheit ein paar schöne Zweikämpfe haben", lässt etwa Jorge Martin in einem Analysevideo der MotoGP wissen. "Sieht wunderschön aus", stimmt auch Joan Mir zu und Luca Marini hält fest: "Es gibt viel Platz und Raum neben der Strecke. Es sollte also ziemlich gut werden." Auch Toprak Razgatlioglu sieht das so: "Ich denke, dass wir alle viel Freude an dieser Strecke haben werden. Das sieht sehr spaßig aus."

Der Adelaide Circuit beginnt mit einer Haarnadelkurve, Foto: MotoGP Press
Der Adelaide Circuit beginnt mit einer Haarnadelkurve, Foto: MotoGP Press

Senna Agius, der kommende Saison mit Tech3 in die MotoGP aufsteigen und damit als Rookie an seinem neuen Heimrennen teilnehmen wird, findet: "Die Strecke sieht fantastisch aus. Die Qualität des Kurses ist unglaublich." Und Routinier Johann Zarco hat erkannt: "Die Balance zwischen Links- und Rechtskurven sieht stimmig aus. Das ist sehr wichtig." Verteilt über 4,13 Kilometer wird es auf dem Adelaide Circuit in Summe neun Mal nach rechts und sechs Mal nach Links gehen, tatsächlich ziemlich ausgewogen also. "Wir können uns darauf freuen, dorthin zu gehen und mit den MotoGP-Bikes auf einem Straßenkurs Geschichte zu schreiben", meint Alex Marquez daher.

Ebenfalls sehr positiv nahm unser Experte Tom Lüthi die Enthüllung des neuen Adelaide-Layouts wahr. "Das sieht eigentlich schon sehr cool aus", lässt er in der neusten Ausgabe des Interwetten MotoGP-Magazins wissen und begründet: "Wenn genügend Platz ist bzw. genügend Platz gemacht werden kann, wie es in diesem Falle ja auch möglich ist, dann ist es sicher. Es sieht gut aus auf diesen Simulationen. Das sieht nach genügend Platz aus, rings um die Strecke herum oder außerhalb der Kurven. Die Strecke selbst sieht auch interessant aus. Sehr schnell. Nicht sonderlich lange, aber sehr schnell. Es gibt flüssige Passagen, die immer wieder mit technischen Abschnitten gespickt werden. Da bin ich jetzt grundsätzlich mal positiv gestimmt."

Hier könnt ihr euch die neuste Ausgabe ansehen:

Bagnaia am Tiefpunkt - Lüthi: Er braucht Schwung für Aprilia! (33:51 Min.)

MotoGP-Boss verrät: Keine Testfahrten in Adelaide vor der Rennpremiere

Einen Test wird es übrigens nicht geben. Wenn die MotoGP-Bikes das erste Mal auf dem Adelaide Circuit ausrollen, dann während des Australien-GP im Herbst 2027. Das verrät Deputy-CEO Carlos Ezpeleta: "Nein. Denn der Kurs wird erst ein paar Wochen vor dem Grand Prix fertiggestellt werden." Um den ehemaligen F1-Kurs MotoGP-tauglich zu machen, sind ausschweifende Umbauarbeiten nötig. Weil in diesem Zug auch etliche Bäume gefällt werden sollen, hatte zuletzt Aufschrei in der Bevölkerung gegeben. All diesen Kritiker lässt Ezpeleta nun wissen: "Insgesamt werden für das Projekt voraussichtlich 377 Bäume gefällt, bei denen es sich größtenteils um nicht regulierte, invasive Arten, abgestorbene oder gesundheitlich angeschlagene Bäume handelt. 42 der Bäume müssen so oder so gefällt werden. Weitere 88 werden gemäß den Empfehlungen von Baumpfleger an nahegelegene Standorte innerhalb des Parks neu verpflanzt."

Es gebe also keinen Grund, dem Adelaide Circuit kritisch gegenüberzustehen - und auch keinen Grund, Phillip Island nachzutrauern. "Ich habe alle Rennen auf Phillip Island gesehen. Ja, es waren sehr gute dabei. Aber ich war auch oft in einem Raum voller Fahrer, die gesagt haben, dass wir diesen Sonntag nicht fahren können. Die Leute erinnern sich an 2015 und 2022, nicht aber an 2023 und 2024. Ein abgesagter Sprint, ein Känguru oder Aleix Espargaro, der sagt, dass das keine Strecke für die MotoGP sei. Das gehört auch zur Wahrheit", rechtfertigt Ezpeleta den Standortwechsel. Denn: "In Adelaide werden wir diese Probleme nicht haben. Wir danken Phillip Island für all die Jahre, weil es ein unglaublicher Ort ist. Bei 25 Grad und Sonnenschein ist das Layout fantastisch. Wenn du aber morgens bei 10 Grad und Regen aufwachst und dich alle Fahrer anzurufen um zu sagen, dass du heute nicht fahren kannst, dann ist das nicht so cool."

Wie seht ihr das: Freut ihr euch auf Adelaide? Könnt ihr den Standortwechsel in Australien nachvollziehen oder wärt ihr lieber auf Phillip Island geblieben? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!

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